Die steuerlichen Auswirkungen einer Eheschließung kennen

Letzte Änderung dieser Seite am 23-01-2013

Im Allgemeinen bewirkt die Eheschließung eine Verminderung der Steuerlast, wenn einer der beiden Ehepartner kein (oder ein sehr geringes) Einkommen hat.

Die unterschiedlichen steuerlichen Auswirkungen einer Eheschließung sind davon abhängig, ob die Ehepartner gebietsansässig oder nicht gebietsansässig sind. Die gebietsansässigen Steuerpflichtigen sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch die nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen, die während des Jahres heiraten, unterliegen den folgenden steuerlichen Bestimmungen:

Zusammenlebende Steuerpflichtige, die nicht verheiratet und auch nicht eingetragene Lebenspartner sind, werden einzeln besteuert.

Zielgruppe

Jeder verheiratete gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige Steuerpflichtige.

Vorgehensweise und Details

Auswirkungen der Eheschließung auf gebietsansässige Steuerpflichtige

Verheiratete Steuerpflichtige profitieren unabhängig vom gewählten Güterstand von Steuerklasse 2 und werden gemeinsam besteuert.

Auf der Grundlage von Steuerklasse 2 errechnet sich die Steuer nach dem „Splitting-Verfahren“:

  • die Einkünfte der beiden Ehepartner werden addiert;
  • dieses Gesamteinkommen wird durch 2 geteilt;
  • der Basistarif wird auf jede Einkommenshälfte angewandt;
  • die beiden Steuerbeträge werden anschließend addiert.

Die zusammenveranlagten Steuerpflichtigen haften gesamtschuldnerisch für die Zahlung der Steuern.

Auswirkungen auf die Lohnsteuerkarte (Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger)

Zwei in Luxemburg berufstätige Steuerpflichtige (oder zwei in Luxemburg steuerpflichtige Renten-/Pensionsempfänger), die im Laufe des Jahres heiraten, erhalten 2 neue Lohnsteuerkarten (Steuerkarte). Diese Steuerkarten werden automatisch (ohne Eingreifen der Steuerpflichtigen) vom zuständigen Steueramt RTS gemäß den von der Gemeindeverwaltung übermittelten Daten erstellt.

Steuerpflichtige, von denen einer in Luxemburg berufstätig ist und der andere eine in Luxemburg steuerpflichtige Rente/Pension bezieht und die im Laufe des betreffenden Jahres heiraten, erhalten ebenfalls zwei neue Lohnsteuerkarten. Diese Steuerkarten werden automatisch (ohne Eingreifen der Steuerpflichtigen) vom zuständigen Steueramt RTS gemäß den von der Gemeindeverwaltung übermittelten Daten erstellt.

Verheiratete Arbeitnehmer (oder Renten-/Pensionsempfänger) erhalten 2 Lohnsteuerkarten:

  • eine Hauptlohnsteuerkarte für den Ehepartner, der das regelmäßigere und höhere Einkommen erzielt, mit der Eintragung in Steuerklasse 2;
  • eine zusätzliche Lohnsteuerkarte für den anderen Ehepartner mit dem Vermerk „2. Steuerkarte“ sowie der Eintragung eines festen Steuersatzes von 15 %.

Sobald der Arbeitgeber die Lohnsteuerkarten erhalten hat, kann mit Wirkung vom Tag der Eheschließung an die neue Situation für die Berechnung des Quellensteuerabzugs vom Gehalt (bzw. der Rente/Pension) zugrunde gelegt werden.

Bei Quellensteuerabzug wird Steuerklasse 2 auf einen der beiden Ehepartner angewandt. Der Quellensteuerabzug des anderen Ehepartners wird durch Anwendung des festen Satzes von 15 % berechnet. Dies kann bei Veranlagung der Steuer im Steuerbescheid zu einer Steuernachzahlung führen.

Arbeitet nur einer der Ehegatten in Luxemburg (oder erzielt er eine Rente aus Luxemburg), erhält Letzerer automatisch eine neue Lohnsteuerkarte und mit Wirkung vom Tag der Eheschließung an wird Steuerklasse 2 auf ihn angewandt.

Auswirkungen auf die Einkommensteuererklärung

Die verheirateten Steuerpflichtigen werden gemeinsam besteuert und geben eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab.

Findet die Heirat im Laufe des Jahres statt, müssen die Ehepartner eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und ihr gesamtes in Luxemburg steuerpflichtiges Einkommen für das ganze Jahr versteuern. Hierdurch findet für das ganze Jahr Steuerklasse 2 auf sie Anwendung, und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

Im Rahmen der Steuererklärung profitieren die verheirateten Steuerpflichtigen insbesondere von den folgenden steuerlichen Bestimmungen:

Der außerberufliche Freibetrag gilt für Ehepartner:

Auch wenn die Ehepartner im Laufe des Jahres heiraten, erhalten sie den außerberuflichen Freibetrag von 4.500 Euro und können ihn vollständig steuerlich geltend machen.

Der außerberufliche Freibetrag wird automatisch von der Steuerverwaltung gewährt. Die Ehepartner brauchen somit keine entsprechende Eintragung in der Steuererklärung vorzunehmen.

Ist dagegen einer der Ehepartner seit weniger als drei Jahren Empfänger von Altersbezügen und bezieht der andere Ehepartner ein berufliches Einkommen, wird der außerberufliche Freibetrag auf Antrag gewährt, indem das Kästchen P2 auf Seite 8 der Einkommensteuererklärung angekreuzt wird.

Auswirkungen auf den Lohnsteuerjahresausgleich

Erfüllen die Steuerpflichtigen die Voraussetzungen für die Abgabe einer Einkommensteuererklärung nicht, können sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen.

Die verheirateten Steuerpflichtigen werden gemeinsam besteuert und können nur einen einzigen gemeinsamen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen.

Findet die Heirat im Laufe des Jahres statt, müssen die Ehepartner einen einzigen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen und ihr gesamtes in Luxemburg steuerpflichtiges Einkommen für das ganze Jahr versteuern. Hierdurch findet für das ganze Jahr Steuerklasse 2 auf sie Anwendung, und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

Im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs profitieren sie insbesondere von den folgenden steuerlichen Bestimmungen:

  • der Verdopplung der Steuerfreibeträge (z. B. 672 Euro x 2 für Versicherungsprämien und -beiträge);
  • der Gewährung des außerberuflichen Freibetrags von 4.500 Euro jährlich, sofern die spezifischen Voraussetzungen erfüllt sind (siehe oben). Bestand die Steuerpflicht nicht während des gesamten Jahres, verringert sich der Freibetrag auf 375 Euro je vollem Steuermonat.

Auswirkungen der Eheschließung auf nicht gebietsansässige Steuerpflichtige

Die Lohnsteuerklasse, die in die Lohnsteuerkarte eines nicht gebietsansässigen Arbeitnehmers einzutragen ist, ermittelt sich wie folgt:

Auf der Grundlage von Steuerklasse 2 errechnet sich die Steuer nach dem „Splitting-Verfahren“:

  • die Einkünfte beider Ehepartner werden addiert (sofern beide in Luxemburg steuerpflichtige berufliche Einkünfte erzielen, ansonsten wird nur das in Luxemburg steuerpflichtige berücksichtigt);
  • dieses Gesamteinkommen wird durch 2 geteilt;
  • der Basistarif wird auf jede Einkommenshälfte angewandt;
  • die beiden Steuerbeträge werden anschließend addiert.

Die zusammenveranlagten Steuerpflichtigen haften gesamtschuldnerisch für die Zahlung der Steuer.

Auswirkungen auf die Lohnsteuerkarte (Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger)

Zwei in Luxemburg berufstätige Steuerpflichtige (oder zwei in Luxemburg steuerpflichtige Renten-/Pensionsempfänger), die im Laufe des Jahres heiraten, müssen ihre Lohnsteuerkarten (Steuerkarte) ändern lassen.

Steuerpflichtige, von denen einer in Luxemburg berufstätig ist und der andere eine in Luxemburg steuerpflichtige Rente/Pension bezieht und die im Laufe des betreffenden Jahres heiraten, müssen ihre Lohnsteuerkarte ebenfalls ändern lassen.

In allen genannten Fällen müssen die Ehepartner die zuvor ausgestellten Lohnsteuerkarten, eine Kopie der Heiratsurkunde sowie den ordnungsgemäß ausgefüllten Vordruck 164 NR an das Steueramt RTS Luxemburg für Nicht-Gebietsansässige senden. Sie erhalten daraufhin ihre geänderten Lohnsteuerkarten.

Verheiratete Arbeitnehmer (oder Renten-/Pensionsempfänger) erhalten zwei Lohnsteuerkarten:

  • eine Hauptlohnsteuerkarte für den Ehepartner, der das regelmäßigere und höhere Einkommen erzielt, mit der Eintragung in Steuerklasse 2;
  • eine zusätzliche Lohnsteuerkarte für den anderen Ehepartner mit dem Vermerk „2. Steuerkarte“ sowie der Eintragung eines festen Steuersatzes von 15 %.

Sobald alle Formalitäten erfüllt sind, kann mit Wirkung vom Tag der Eheschließung an die neue Situation für die Berechnung des Quellensteuerabzugs vom Gehalt (bzw. der Rente/Pension) zugrunde gelegt werden.

Bei Quellensteuerabzug wird Steuerklasse 2 auf einen der beiden Ehepartner angewandt. Der Quellensteuerabzug des anderen Ehepartners wird durch Anwendung des festen Satzes von 15 % berechnet. Dies kann bei Veranlagung der Steuer im Steuerbescheid zu einer Steuernachzahlung führen.

Falls nur ein Ehepartner in Luxemburg berufstätig ist (oder eine in Luxemburg steuerpflichtige Rente/Pension bezieht), muss er seine Lohnsteuerkarte bei der zuständigen Behörde (siehe weiter oben) ändern lassen, um mit Wirkung vom Zeitpunkt der Heirat Steuerklasse 2 (oder eventuell 1A) nutzen zu können.

Auswirkungen auf die Einkommensteuererklärung

Erzielt jeder Ehepartner berufliche Einkünfte (gewerbliche Einkünfte, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit oder Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit) in Luxemburg, werden beide gemeinsam besteuert und müssen im Allgemeinen eine gemeinsame Steuererklärung einreichen.

Findet die Eheschließung im Laufe des betreffenden Jahres statt, reichen die Ehepartner, die beide in Luxemburg steuerpflichtige berufliche Einkünfte erzielen, eine einzige gemeinsame Steuererklärung ein und müssen ihre gesamten beruflichen Einkünfte in Luxemburg für das ganze Jahr versteuern. Hierdurch findet für das ganze Jahr Steuerklasse 2 auf sie Anwendung, und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

Außerberuflicher Freibetrag

Im Rahmen der Steuererklärung haben diese verheirateten Steuerpflichtigen Anspruch auf einen außerberuflichen Freibetrag in Höhe von 4.500 Euro jährlich. Bestand die Steuerpflicht nicht während des gesamten Jahres, verringert sich der Freibetrag auf 375 Euro je vollem Steuermonat.

Der außerberufliche Freibetrag gilt für Ehepartner:

Auch wenn die Ehepartner im Laufe des Jahres heiraten, erhalten sie den außerberuflichen Freibetrag von 4.500 Euro und können ihn vollständig steuerlich geltend machen.

Der außerberufliche Freibetrag wird automatisch von der Finanzverwaltung gewährt. Die Ehepartner brauchen somit keine entsprechende Eintragung in der Steuererklärung vorzunehmen.

Ist dagegen einer der Ehepartner seit weniger als drei Jahren Empfänger von Altersbezügen und bezieht der andere Ehepartner ein berufliches Einkommen, wird der außerberufliche Freibetrag auf Antrag gewährt, indem das Kästchen P2 auf Seite 8 der Einkommensteuererklärung angekreuzt wird.

Erzielt nur einer der Ehepartner ein steuerpflichtiges berufliches Einkommen in Luxemburg, muss er unter bestimmten Voraussetzungen eine Einkommensteuererklärung einreichen und lediglich die in Luxemburg erzielten Einkünfte versteuern.

Steuerliche Gleichstellung gebietsansässiger und nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger

Unter bestimmten Voraussetzungen können nicht gebietsansässige Steuerpflichtige die steuerliche Behandlung wie gebietsansässige Steuerpflichtige wählen und so alle Steuerabzugsmöglichkeiten geltend machen, die ansonsten nur Gebietsansässigen vorbehalten sind. Verheiratete Steuerpflichtige, die diese Möglichkeit wählen, werden zusammenveranlagt und müssen eine gemeinsame Steuererklärung einreichen. Sie müssen die gesamten Einküfte Ihres Haushalts angeben, sowohl das in Luxemburg als auch das im Ausland erzielte Einkommen.

Die Steuerpflichtigen, die diese Option wählen, profitieren im Rahmen der Steuererklärung insbesondere von den folgenden steuerlichen Bestimmungen:

  • der Verdoppelung der Steuerfreibeträge (z. B. 672 Euro x 2 für Versicherungsprämien und -beiträge);
  • der Gewährung des außerberuflichen Freibetrags von 4.500 Euro jährlich, sofern die spezifischen Voraussetzungen erfüllt sind (siehe oben). Bestand die Steuerpflicht nicht während des gesamten Jahres, wird der Freibetrag auf 375 Euro je vollem Steuermonat verringert.

Auswirkungen auf den Lohnsteuerjahresausgleich

Erfüllen die Steuerpflichtigen die Voraussetzungen für die Abgabe einer Einkommensteuererklärung nicht, können sie unter bestimmten Voraussetzungen einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen.

Verheiratete Steuerpflichtige werden gemeinsam besteuert und können nur einen gemeinsamen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen, wenn sie beide Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit (oder eine Rente/Pension) erzielt haben, die in Luxemburg steuerpflichtig sind.

Findet die Heirat im Laufe des betreffenden Jahres statt, müssen die Ehepartner einen einzigen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen und ihr gesamtes, in Luxemburg steuerpflichtiges Einkommen für das ganze Jahr versteuern. Hierdurch findet für das ganze Jahr Steuerklasse 2 auf sie Anwendung, und zwar rückwirkend zum 1. Januar.

Im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs profitieren verheiratete Steuerpflichtige von dem außerberuflichen Freibetrag in Höhe von 4.500 Euro jährlich (siehe oben). Bestand die Steuerpflicht nicht während des gesamten Jahres, verringert sich der Freibetrag auf 375 Euro je vollem Steuermonat.

Falls nur ein Ehepartner Arbeitnehmer (oder Renten-/Pensionsempfänger) in Luxemburg ist, muss nur er einen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen.