Anmeldung als Selbstständiger

Letzte Änderung dieser Seite am 14-03-2016

Das luxemburgische Sozialversicherungssystem beruht auf mehreren unabhängigen öffentlichen Trägern, welche die berufsbedingten Risiken absichern und die Versicherten je nach sozialer oder beruflicher Zugehörigkeit zusammenschließen.

Das System der sozialen Absicherung deckt die mit Krankheit, Mutterschaft, Erwerbsunfähigkeit, Alter und Arbeits- und Wegeunfällen verbundenen Risiken ab. Zudem können die Versicherten in den Genuss sonstiger Leistungen, wie z. B. Kindergeld und Arbeitslosengeld, gelangen.

Selbstständige müssen sich bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS), welche für die Bearbeitung der Daten, die Eintragung der Anmeldungen und die Einnahme der Beiträge für die einzelnen Kassen zuständig ist, anmelden. Die CCSS ist der Ansprechpartner dieser Versicherten.

Zudem können sie über die CCSS freiwillig der Zusatzversicherung der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs) beitreten, um im Bedarfsfall krankheitsbedingte Einkommensverluste auszugleichen.

Ihre Familienangehörigen können unter gewissen Voraussetzungen als Mitversicherte in den Genuss des Krankenversicherungsschutzes gelangen.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

* Kann online via MyGuichet eingereicht werden

Zielgruppe

Folgende Personen müssen sich als Selbstständige bei der Sozialversicherung anmelden:

Selbstständigen gleichgesetzt sind Geschäftsführer von Gesellschaften kaufmännischer, handwerklicher, landwirtschaftlicher oder intellektueller Art (auf deren Namen die Niederlassungsgenehmigung lautet), die:

Diese Personen können ebenfalls, wenn sie möchten, der Zusatzversicherung der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs) beitreten.

Selbstständige Haupt- oder Nebentätigkeiten, bei denen die erzielten beruflichen Einkünfte jährlich nicht mehr als 1/3 des sozialen Mindestlohns übersteigen, sind von der Anmeldung bei der Sozialversicherung befreit. Diese Personen können sich jedoch freiwillig versichern, sofern sie in Luxemburg wohnhaft sind.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Drittstaatsangehörige, die in Luxemburg als Selbstständige arbeiten und leben wollen, müssen im Vorfeld einen Aufenthaltstitel für Selbstständige beantragen.

Natürliche Personen, die eine selbstständige Tätigkeit ausüben möchten, die einer Niederlassungsgenehmigung bedarf, müssen im Besitz dieser Genehmigung sein. Sie können sich zur Sozialversicherung bei der CCSS anmelden, sobald sie die Niederlassungsgenehmigung erhalten haben.

Vorgehensweise und Details

Anmeldung als Selbstständiger

Um sich für die Sozialversicherung anzumelden, müssen Selbstständige eine Anmeldung für Selbstständige bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen einreichen. Wenn sie ihre Niederlassungsgenehmigung online beantragt haben, können sie hierzu das automatisch erstellte und vorausgefüllte Formular in ihrem beruflichen Bereich verwenden.

Selbstständigen gleichgestellte Personen (Gesellschafter-Geschäftsführer, die mehr als 25 % der Gesellschaftsanteile halten, oder geschäftsführende Verwaltungsratsmitglieder) müssen sich trotz ihres Selbstständigenstatus anhand des Formulars zur Anmeldung als Arbeitnehmer und nicht anhand des Formulars für Selbstständige anmelden.

Personen, die als Selbstständige angemeldet sind, können sehr wohl die Funktion des Geschäftsführers und die eines Arbeitnehmers einer Gesellschaft kumulieren.

Nichtgebietsansässige Selbstständige müssen neben ihrer Anmeldung bei der CCSS zudem bei der Krankenkasse ihres Wohnsitzlandes angemeldet sein.

Der Selbstständige oder der einem Selbständigen gleichgestellte Arbeitnehmer muss die Sozialversicherungsbeiträge, die anhand des beruflichen Bruttoeinkommens vor Steuern bemessen werden, selbst zahlen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil).

Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze an das voraussichtliche Einkommen

Die Sozialversicherungsbeiträge der Selbstständigen werden vorläufig wie folgt berechnet:

  • entweder auf Basis des letzten bekannten bekannten zu versteuernden Nettoeinkommens;
  • oder bei einem Neuversicherten auf Basis des sozialen Mindestlohns (salaire social minimum) für nicht qualifizierte Arbeitnehmer.

Der Versicherte kann jederzeit, wenn er ein anderes Einkommen nachweist, eine Anpassung seiner Bemessungsgrenze beantragen, indem er sein voraussichtliches Einkommen für das Beitragsjahr meldet.

Die CCSS schickt jedes Jahr ein Schreiben mit der Auskunft über das für die Berechnung der Beiträge berücksichtigte Einkommen samt einer Aufforderung, die Bemessungsgrenze gegebenenfalls anpassen zu lassen.

Bei der Bestimmung des Nettoeinkommens für das besagte Geschäftsjahr durch die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) werden die Sozialversicherungsbeiträge neu berechnet, um den endgültigen Steuerbescheid auszustellen.

Nebenbeschäftigung

Wenn der Selbstständige seiner Tätigkeit als Nebenbeschäftigung nachgeht, d. h. neben einer anderen Haupttätigkeit, werden die Sozialversicherungsbeiträge auf der Grundlage von 1/3 des sozialen Mindestlohns berechnet.

Meldet der Selbstständige jedoch ein geringeres Einkommen als 1/3 des sozialen Mindestlohns an, kann er eine Befreiung wegen unbedeutendem Einkommen beantragen, um von der Zahlung der Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungsbeiträge befreit zu werden.

Gelegentliche Tätigkeit

Geht der Selbstständige seiner Tätigkeit auf gelegentliche und nicht gewöhnliche Art während einer im Voraus auf weniger als 3 Monate pro Jahr festgelegten Dauer nach, kann er eine Befreiung wegen gelegentlicher Tätigkeit beantragen, um von der Zahlung der Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge befreit zu werden.

Er muss jedoch Unfallversicherungsbeiträge zahlen.

Bei der gelegentlichen Tätigkeit muss es sich um die einzige berufliche Tätigkeit dieser Person handeln.

Diese Befreiung gilt nicht für gelegentliche und gewöhnliche Tätigkeiten (Bsp.: jeden Samstag, was insgesamt weniger als 3 Monate pro Jahr ausmacht).

Freiwillige Mitgliedschaft bei der Zusatzversicherung der Arbeitgeber

Selbstständige und ihre als mitarbeitende Ehe-/Lebenspartner angemeldeten Familienangehörigen können freiwillig der Zusatzversicherung der Arbeitgeber beitreten, um im Krankheitsfall finanzielle Belastungen abzudecken, die sich aus dem damit einhergehenden Einkommensverlust ergeben können.

Selbstständige, die bereits bei der Sozialversicherung angemeldet sind, müssen den Antrag auf freiwilligen Beitritt von Selbstständigen bei der Zusatzversicherung der Arbeitgeber vor dem 1. Januar des betreffenden Jahres einreichen, und die Versicherung gilt ab diesem Datum.

Im Falle einer Erstanmeldung oder einer neuen Anmeldung nach einer Unterbrechung von mindestens 12 Monaten gilt die Anmeldung bei der Zusatzversicherung ab Beginn der Mitgliedschaft als Selbstständiger bei der Sozialversicherung.

Die freiwillige Versicherung endet auf schriftliche Erklärung des Versicherten oder von Rechts wegen im Falle der Nichtzahlung der Beiträge an 2 aufeinanderfolgenden Fälligkeitsterminen.

Versicherungsschutz der Mitversicherten

Die unterhaltspflichtigen Familienangehörigen des Selbstständigen gelangen als Mitversicherte in den Genuss der Krankenversicherung, sofern sie nicht selbst versichert sind.

Für gebietsansässige und nicht gebietsansässige Versicherte gelten verschiedene Modalitäten für die Mitversicherung.

Im Falle von mehreren Hauptversicherten (Beispiel: ein Paar mit Kindern, bei dem beide Elternteile arbeiten) fallen die Mitversicherten unter den Versicherungsschutz des ältesten Hauptversicherten.

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-2975 - Luxemburg
Luxemburg
Tel: (+352) 40141-1
Fax: (+352) 40 44 81

Öffnungszeiten
von 08.00 bis 16.00 Uhr
125, route d'Esch
L-2975 - Luxemburg
Luxemburg
Tel: (+352) 40141-1
Fax: (+352) 2757 4343