Als Schüler/Studierender während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit einen Beschäftigungsvertrag abschließen

Letzte Änderung dieser Seite am 07-11-2017

Die Schulferien sind für viele Schüler und Studierende eine Gelegenheit, in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern. Bis zu 2 Monate pro Kalenderjahr können sie Geld verdienen und erste berufliche Erfahrungen sammeln.

Dabei handelt es sich um einen speziellen Vertrag: es handelt sich nicht um einen Arbeitsvertrag, sondern um einen Beschäftigungsvertrag.

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Zielgruppe

Der Beschäftigungsvertrag während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit betrifft folgende Personen:

  • Arbeitgeber, die während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit Schüler oder Studierende gegen Bezahlung beschäftigen möchten;
  • Schüler oder Studierende, die während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit gegen Entgelt arbeiten möchten und:
    • zwischen 15 und 27 Jahre alt sind (das Geburtsdatum ist ausschlaggebend);
    • in einer Bildungseinrichtung in Luxemburg oder im Ausland angemeldet sind;
    • als ordentlicher Schüler oder Studierender am Vollzeitunterricht teilnehmen.

Als Schüler oder Studierende gelten ebenfalls diejenigen, die ihre jeweilige Bildungseinrichtung zum Zeitpunkt der Einstellung seit weniger als 4 Monaten nicht mehr besuchen.

Vorgehensweise und Details

Funktionsweise des Beschäftigungsvertrags für Schüler/Studierende

Im Laufe eines Kalenderjahres (1. Januar bis 31. Dezember) kann ein Schüler oder Studierender für eine Gesamtdauer von höchstens 2 Monaten eingestellt werden.

Diese Dauer darf keinesfalls überschritten werden, selbst wenn mit einem Schüler oder Studierenden mehrere Verträge während des gleichen Kalenderjahres geschlossen werden.

Ein Arbeitgeber, der während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit einen Schüler/Studierenden einstellen möchte, muss mit diesem einen Beschäftigungsvertrag abschließen. Der Schüler/Studierende wird durch diesen Vertrag unter den gleichen Arbeitsbedingungen wie die anderen Arbeitnehmer des Unternehmens beschäftigt. Er hat allerdings keinen Anspruch auf den bezahlten Jahresurlaub von 25 Tagen, dafür aber auf Sonderurlaub, ohne jedoch während dieser Zeit vergütet zu werden. In der Regel werden auch die krankheitsbedingten Abwesenheiten nicht vergütet.

Form des Beschäftigungsvertrags

Der Beschäftigungsvertrag muss folgendermaßen aufgesetzt werden:

  • schriftlich;
  • für jeden Schüler/Studierenden einzeln;
  • spätestens zum Zeitpunkt des Arbeitsantritts des Schülers oder Studierenden;
  • in dreifacher Ausfertigung, wovon eine dem Schüler oder Studierenden ausgehändigt wird und die andere beim Arbeitgeber bleibt, welcher innerhalb von 7 Tagen nach Dienstantritt eine Kopie davon an die Gewerbeaufsicht (Inspection du Travail et des Mines - ITM) schicken muss.
Wenn kein schriftlicher Vertrag unterzeichnet oder der Beschäftigungsvertrag verspätet geschlossen wurde, wird aus dem Beschäftigungsverhältnis ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Inhalt des Beschäftigungsvertrags

Der Beschäftigungsvertrag muss folgende Angaben enthalten:

  • Name, Vorname, Geburtsdatum und Anschrift des Schülers/Studierenden
    (ändert sich die Anschrift später, muss der Schüler/Studierende den Arbeitgeber entsprechend informieren);
  • Name und Anschrift des Arbeitgebers;
  • Beginn und Ende des Vertrags (Datumsangabe im Format TT.MM.JJJJ);
  • Arbeitsort;
  • Art der auszuführenden Arbeit (sie muss nicht unbedingt mit der jeweiligen Ausbildung des Schülers oder Studierenden zusammenhängen);
  • tägliche und wöchentliche Arbeitszeit;
  • Modalitäten der Lohnzahlung;
  • Ort der Unterbringung des Schülers/Studierenden, falls der Arbeitnehmer die Unterbringung übernimmt.
Die vereinbarte Vergütung muss mindestens 80 % des dem Alter des Schülers/Studierenden entsprechenden sozialen Mindestlohns betragen.

Für Schüler/Studierende gelten derzeit folgende Mindestlöhne:

„Reduzierter” sozialer Mindestlohn (Index 794,54, gültig seit dem 1. Januar 2017)

18 Jahre und älter (80 % von 100 % des sozialen Mindestlohns)

9,2420 Euro (Stundenlohn)

1.598,87 Euro (Monatslohn)

17 bis 18 Jahre (80 % von 80 % des sozialen Mindestlohns)

7,3936 Euro (Stundenlohn)

1.279,10 Euro (Monatslohn)

15 bis 17 Jahre (80 % von 75 % des sozialen Mindestlohns)

6,9315 Euro (Stundenlohn)

1.199,15 Euro (Monatslohn)

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Schüler/Studierender, die für einen risikobehafteten Arbeitsplatz (Arbeiten in Höhen, Verwendung von gefährlichen Maschinen usw.) eingestellt werden, müssen sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.

Für alle anderen Arbeitsplätze ist eine ärztliche Untersuchung nicht systematisch angezeigt. Der Arbeitgeber (Multisektorieller arbeitsmedizinischer Dienst (Service de santé au travail multisectoriel) oder Arbeitsmedizinischer Dienst des Industriesektors (Service de santé au travail de l'industrie)) kann jedoch eine Stellungnahme beim behandelnden Arzt beantragen.

Darüber hinaus müssen minderjährige Arbeitnehmer und ihre gesetzlichen Vertreter vor Unterzeichnung des Vertrags bzw. spätestens vor Arbeitsantritt schriftlich über etwaige Risiken aufgeklärt werden, denen sich der Minderjährige aussetzt. Gleichzeitig werden sie über sämtliche Maßnahmen informiert, die bezüglich ihrer Sicherheit und Gesundheit getroffen wurden.

Schüler/Studierende unter 21 Jahren müssen zudem vor Dienstantritt gewisse Einweisungen erhalten, dies in Anwesenheit folgender Personen:

  • Beauftragter für junge Arbeitnehmer,
  • Sicherheits- und Gesundheitsbeauftragter;
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit, die sich um den Schutz vor und die Vorbeugung von beruflichen Risiken kümmert.
Ab den Betriebsratswahlen, die nach dem 1. Januar 2016 stattfinden, gibt es keinen Beauftragten für junge Arbeitnehmer mehr. Ab diesen Betriebsratswahlen werden die Vorrechte, die bisher der Beauftragte für junge Arbeitnehmer hatte, vom Betriebsrat übernommen.

Bis zu den nächsten Betriebswahlen übt der Beauftragte für junge Arbeitnehmer seine Funktionen weiterhin aus.

Urlaub und gesetzliche Feiertage

Der Schüler/Studierende wird durch diesen Vertrag unter den gleichen Arbeitsbedingungen wie die anderen Arbeitnehmer des Unternehmens beschäftigt.

Der Schüler/Studierende hat allerdings keinen Anspruch auf den bezahlten Jahresurlaub von 25 Tagen, dafür aber auf vom Arbeitgeber zu genehmigenden Sonderurlaub, ohne jedoch während dieser Zeit vergütet zu werden.

In der Regel werden auch krankheitsbedingte Abwesenheiten nicht vergütet. An den gesetzlichen Feiertagen wird normalerweise nicht gearbeitet, und sie werden nicht vergütet.

Minderjährige Schüler/Studierende, die eine Ferienbeschäftigung ausüben, dürfen an Sonn- und Feiertagen arbeiten.

Sozialversicherungsbeiträge

Der Arbeitgeber muss den Schüler/Studierenden bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) anmelden.

Der Schüler/Studierende wird lediglich unfallversichert. Der Arbeitgeber zahlt nur die Beiträge für die Unfallversicherung, nicht jedoch für die Kranken- und Rentenversicherung: der Schüler/Studierende zahlt demnach keine Beiträge für die Kranken- und Rentenversicherung. Seit erhält der Arbeitgeber eine Liste der sozialversicherten Personen, einschließlich der Schüler und Studierenden. Der Schüler/Studierende erhält selbst keine separate Mitteilung der CCSS mehr.

Vergütung und Lohnsteuerabzug

Auf Antrag des Arbeitgebers wird der dem Schüler/Studierenden während der Schulferien/vorlesungsfreien Zeit gezahlte Lohn von der Steuer befreit, sofern er nicht mehr als 14 Euro pro Stunde beträgt. In diesem Fall braucht der Schüler/Studierende dem Arbeitgeber keine Lohnsteuerkarte auszuhändigen.

Der Arbeitgeber muss hierfür beim für den Sitz seines Unternehmens zuständigen Steueramt RTS einen Antrag auf Steuerbefreiung für den Lohn des Schülers/Studierenden einreichen. Dieser Antrag ist formlos einzureichen und folgende Informationen sind beizufügen:

  • Name und Vornamen;
  • nationale Identifikationsnummer (matricule – 13-stellige Sozialversicherungsnummer) des Inhabers oder ansonsten Geburtsdatum;
  • Adresse;
  • Beginn und Ende des Vertrags;
  • tägliche oder monatliche Vergütung.

Der Arbeitgeber muss ebenfalls eine Kopie der Studienbescheinigung des Schülers/Studenten einreichen.

Beträgt der gezahlte Lohn mehr als 14 Euro pro Stunde, muss auf den gezahlten Vergütungen ein Steuerabzug vorgenommen werden. Der Schüler/Studierende muss dem Arbeitgeber demnach seine Lohnsteuerkarte aushändigen.

Zuständige Kontaktstellen

3, rue des Primeurs
L-2361 - Strassen
Postanschrift Postfach 27 - L-2010 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-76100
Fax: (+352) 247-96100
E-Mail contact@itm.etat.lu

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