Das Vorruhestandsgeld berechnen

Letzte Änderung dieser Seite am: 12-05-2014

Die Bewilligung des Vorruhestands beinhaltet insbesondere die Zahlung des Vorruhestandsgelds (Indemnité de préretraite), das anhand verschiedener Kriterien berechnet wird.

Zielgruppe

Die Bewilligung des Vorruhestands sowie der Ansprüche, die sich hieraus ergeben (wie etwa der Anspruch auf Zahlung des Vorruhestandsgelds) betreffen grundsätzlich nur die Beschäftigten des Privatsektors (ausgenommen der Vorruhestand für Schicht- und Nachtarbeiter), die die Bedingungen zur Begründung des Anspruchs auf Vorruhestand erfüllen und in einem Unternehmen tätig waren, das für eine Form des Vorruhestands in Frage kommt.

Weitere Informationen sind beim Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft (Ministère du Travail, de l'Emploi et de l'Economie sociale et solidaire) - Abteilung Vorruhestand (Service en charge de la préretraite) erhältlich unter: 247-86115 (Tel.: nur morgens)/247-86325 (Fax).

Voraussetzungen

Durch den Bezug von Vorruhestandsgeld verpflichtet sich der Arbeitnehmer, keine Beschäftigung auszuüben, deren Vergütung die Hälfte des für ihn geltenden sozialen Mindestlohns pro Monat übersteigt, ansonsten erlischt der Anspruch auf Vorruhestandsgeld.

Vorgehensweise und Details

Berechnung des Vorruhestandsgelds

Das Vorruhestandsgeld wird auf der Grundlage des monatlichen Bruttomonatsverdienstes berechnet, den der Arbeitnehmer während der letzten 3 Monate unmittelbar vor Bewilligung des Vorruhestands tatsächlich bezog.

Bei Arbeitnehmern, die im Rahmen einer Massenentlassung, einer nicht personenbedingten Kündigung oder einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen Konkurs des Arbeitgebers ihren Arbeitsplatz verloren haben und die Bedingungen für den Vorruhestand während des Bezugs von Arbeitslosengeld (bei Vollarbeitslosigkeit) erfüllen, entspricht das Vorruhestandsgeld der gesetzlich festgelegten Höhe des Arbeitslosengeldes (bei Vollarbeitslosigkeit).

Bei Arbeitnehmern, die dagegen ab dem 1. Januar des dritten Jahres vor dem Jahr, in dem sie die Bedingungen für die Begründung des Anspruchs auf Altersrente oder vorgezogene Altersrente erfüllen, eine vorgezogene Anpassungsaltersrente beziehen, wird das monatliche Vorruhestandsgeld auf der Grundlage des monatlichen Bruttoverdienstes berechnet, auf den der Arbeitnehmer in dem Monat Anspruch hat, in dem er die Bedingungen für den Vorruhestand laut Absatz 1 Artikel L. 582-2 des Arbeitsgesetzbuches erfüllt.

Ebenso verhält es sich, wenn der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Lohn-/Gehaltserhöhung hat, die weniger als 3 Monate vor Bewilligung des Vorruhestands in Kraft tritt, d. h. Erhöhungen aufgrund der Lohn-/Gehaltsgruppe (zweijährliche Anpassungen, Beförderungen, Neuberechnung des persönlichen Lohns/Gehalts, Bestimmungen des Kollektivvertrags), sofern er zum Zeitpunkt des Inkrafttretens besagter Erhöhung tatsächlich Teil der Unternehmensbelegschaft ist.

In die Referenzvergütung, die als Grundlage der Berechnung der monatlichen Entschädigung dient, fließt Folgendes ein:

  • Krankengeld;
  • übliche Prämien und Zulagen;
  • Gratifikationen und das 13. Monatsgehalt in Höhe eines Zwölftels pro Monat.

Bezahlte Überstunden und Spesen werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Bei Arbeitnehmern, deren Einkommen sich aus einem festen und einem variablen Teil zusammensetzt, ist der variable Teil des Vorruhestandsgeldes auf der Grundlage eines Referenzzeitraums von 12 Monaten für den variablen Teil des tatsächlich bezogenen Bruttoverdienstes während dieses Zeitraums zu berechnen, falls dieses Berechnungsverfahren sich als vorteilhafter für den Arbeitnehmer erweist. Auf Antrag kann der Referenzzeitraum auf 18 Monate verlängert werden.

Bei der Altersteilzeit wird das Vorruhestandsgeld anteilig an die Verminderung der Arbeitszeit des vom Vorruhestand begünstigten Arbeitnehmers angepasst.

Bei der erstmaligen Auszahlung des Vorruhestandsgeldes übergibt der Arbeitgeber dem Empfänger eine ausführliche Abrechnung über die Berechnung der Leistungen.

Das Vorruhestandsgeld muss gemäß den Bestimmungen von Artikel 11 Absatz (1) des geänderten Gesetzes vom 22. Juni 1963 über die Besoldung von Staatsbeamten an die Lebenshaltungskosten angepasst werden.

Höhe des Vorruhestandsgeldes

Das Vorruhestandsgeld darf die monatliche Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung (d. h. das Fünffache des sozialen Mindestlohns) nicht überschreiten.

Bei der Altersteilzeit ist die Höhe der Vergütung an die anteilige Verminderung der Arbeitszeit des Arbeitnehmers gekoppelt.

Dauer des Vorruhestandes

Die Dauer des Vorruhestandes darf 3 Jahre nicht überschreiten. Von der sich über diesen Zeitraum erstreckenden Zahlung werden progressiv 5 % pro Jahr abgezogen. So entspricht die Vergütung:

  • 85 % des monatlichen Bruttoverdienstes, den der Arbeitnehmer während der 3 Monate unmittelbar vor dem Bezugszeitraum für den ersten Zwölfmonatszeitraum bezog;
  • 80 % dieser Leistung für den zweiten Zwölfmonatszeitraum;
  • 75 % dieser Leistung für den verbleibenden Zeitraum bis zu dem Tag, an dem der Leistungsanspruch endet.

Hat der Arbeitnehmer Vorruhestandsgeld beantragt und wurde dies bewilligt, kann er seinen gesetzlichen Anspruch auf Abfindung nicht geltend machen.

Sozialabgaben und Steuern

Da es sich nicht um eine Rente handelt, werden auf das Vorruhestandsgeld die allgemein üblichen Sozialabgaben und Steuern erhoben, mit Ausnahme der Beiträge zur Unfallversicherungsanstalt (Association d’assurance contre les accidents - AAA) und zur Nationalen Kasse für Familienleistungen (Caisse Nationale des Prestations Familiales - CNPF).

Das Vorruhestandsgeld wird grundsätzlich vom Arbeitgeber vorgestreckt. Bei finanziellen Schwierigkeiten des Arbeitgebers springt der Beschäftigungsfonds (Fonds pour l’emploi) für die Zahlungen ein.

Erlöschen des Anspruchs auf Vorruhestandsgeld

Der Anspruch auf Vorruhestandsgeld erlischt von Rechts wegen:

  • mit dem Tag, an dem der Betroffene Anspruch auf die Altersrente oder eine vorgezogene Altersrente ab dem 60. Lebensjahr hat;
  • mit dem Tag, an dem der Bezieher von Vorruhestandsgeld auf Antrag eine vorgezogene Altersrente oder Rente wegen Erwerbsminderung bezieht;
  • mit dem Tag, an dem er verstirbt;
  • wenn er eine Aktivität ausübt oder wieder aufnimmt, die ihm ein Einkommen sichert, das während eines Jahres die Hälfte des sozialen Mindestlohns überschreitet.

Zuständige Kontaktstellen

26, rue Zithe
L-2939 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-86100
Fax: (+352) 247-86108
E-Mail: info@mte.public.lu

19-21, boulevard Royal
L-2914 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-82478
Fax: (+352) 24 18 14
E-Mail: info@cdc.public.lu

26, rue Sainte Zithe
L-2939 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-86100
Fax: (+352) 247-86108
E-Mail: info@mte.public.lu