Die Erziehungspauschale (Mammerent) beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am: 05-11-2013

Die Erziehungspauschale (Forfait d’éducation), genannt „Mammerent“, steht dem Elternteil oder jeder anderen Person anstelle der Eltern zu, der/die sich hauptsächlich der Erziehung eines oder mehrerer Kinder gewidmet hat. Der Anspruch auf die Erziehungspauschale gilt ab dem vollendeten 65. Lebensjahr.

Die Erziehungspauschale darf nicht mit den Babyjahren verwechselt werden: Diese fallen zwar ebenfalls unter die Maßnahmen zur Anerkennung der Kindererziehung eines Elternteils, werden jedoch beim Versicherungsverlauf des Elternteils berücksichtigt.

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    Antrag auf Zahlung der Erziehungspauschale

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Zielgruppe

Die Erziehungspauschale wird dem Elternteil (oder einer Person anstelle der Eltern) gewährt, der in Luxemburg ansässig und zum Zeitpunkt der Geburt/Adoption des Kindes dort tatsächlich wohnhaft ist, oder dem Elternteil, der gemäß einem bi- oder multilateralen Abkommen zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme versichert ist, und die Erziehung eines ehelichen, ehelich erklärten, unehelichen Kindes oder Adoptivkindes übernommen hat.

Gebietsansässige und Personen, die gemäß einem bi- oder multilateralen Abkommen zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme versichert sind, können die Erziehungspauschale in Anspruch nehmen.

Voraussetzungen

Der Elternteil oder die Person anstelle des Elternteils:

  • er muss 65 Jahre alt sein;
  • muss zum Zeitpunkt der Geburt oder Adoption des Kindes tatsächlich in Luxemburg wohnhaft gewesen sein oder gemäß einem bi- oder multilateralen Abkommen zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme versichert sein;
  • darf (weder die Person selbst noch der Ehepartner) weder die Babyjahre noch Erziehungszeiten (Anrechnungszeiten) in Anspruch nehmen, die in beiden Fällen für dasselbe Kind berücksichtigt wurden.
Das Familienministerium kann auf die Erfüllung der Bedingung hinsichtlich des tatsächlichen Wohnsitzes in Luxemburg oder der Mitgliedschaft von Personen in einer Versicherung gemäß einem bi- oder multilateralen Abkommen zur Koordinierung der Sozialversicherungssysteme verzichten, wenn sich der Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes wegen höherer Gewalt außerhalb des Staatsgebiets aufhielt.

Vorgehensweise und Details

Antragstellung

Die Erziehungspauschale wird den Anspruchsberechtigten nicht automatisch ausgezahlt. Die betreffenden Personen müssen einen entsprechenden Antrag stellen und ein Formular ausfüllen, das beim Nationalen Solidaritätsfonds (Fonds national de solidarité) erhältlich ist. Die Formulare sind ebenfalls bei den Gemeinden erhältlich und können im Allgemeinen von deren Internetseiten heruntergeladen werden.

Der Antrag auf Bewilligung der Erziehungspauschale ist an den Nationalen Solidaritätsfonds zu richten, der für die Bearbeitung der diesbezüglichen Anträge zuständig ist. Die Antragsteller müssen alle erforderlichen Angaben und Daten liefern, damit die Erfüllung der Voraussetzungen für die Bewilligung der Erziehungspauschale überprüft werden kann.

Entstehen des Rechtsanspruchs

Der antragstellende Elternteil erhält die Erziehungspauschale ab Antragsstellung, unter der Voraussetzung, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits 65 Jahre alt ist.

Anspruchsberechtigte Personen, die Bezieher einer Altersrente sind, erhalten diese Pauschale zusätzlich zur Rente. Wird allerdings eine geringe Zusatzrente bezogen, wird die Pauschale nur gewährt, wenn sie die Zusatzrente übersteigt. Ferner werden bei der Rentenberechnung Kindererziehungszeiten nicht berücksichtigt, da diese für den Anspruch auf die Erziehungspauschale angerechnet werden.

Wenn die Rente zurückgezogen wird, wird dies die Erziehungspauschale ebenfalls.

Höhe der Erziehungspauschale

Die Höhe dieser Leistung ist auf 86,54 Euro pro Monat und Kind festgesetzt, wenn die Begünstigten nur die Pauschale beziehen.

Die Erziehungspauschale wird monatlich gezahlt.

Bei der Zahlung der Erziehungspauschale prüft die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) für jeden Leistungsbezieher, ob ein ermäßigter Steuersatz oder der volle Satz in die Lohnsteuerkarte einzutragen ist. Bei der Festsetzung des Steuersatzes ist die Werbungskostenpauschale zu berücksichtigen. Eine etwaige Berichtigung der einbehaltenen Steuerschuld erfolgt entweder über den Lohnsteuerjahresausgleich oder durch Einreichung einer Einkommensteuererklärung.

Die Erziehungspauschale unterliegt den in Rentensachen vorgesehenen Sozialversicherungs- und Steuerabgaben.

Rechtsmittel

Nationalen Solidaritätsfonds (Fonds national de Solidarité) kann beim Schiedsrat der Sozialversicherung (Conseil Arbitral de la Sécurité Sociale - CASS) Widerspruch eingelegt werden. Gegen das Urteil des CASS kann vor dem Obersten Schiedsgericht der Sozialversicherung (Conseil supérieur de la sécurité sociale - CSSS) Berufung eingelegt werden.

Die Rechtsmittel sind jeweils schriftlich innerhalb einer Frist von 40 Tagen ab Zustellung des Bescheids der Krankenversicherung oder des jeweiligen Urteils einzulegen. Nach Ablauf dieser Frist sind Rechtsmittel nicht mehr zulässig und die jeweilige Entscheidung ist rechtskräftig.

Zuständige Kontaktstellen

8-10, rue de la Fonderie
L-1531 - Luxemburg
Postanschrift: Postfach 2411 L-1024 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 49 10 81-1
Fax: (+352) 26 12 34 64
E-Mail: fns@secu.lu