Nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit den ärztlichen Bericht einschicken

Letzte Änderung dieser Seite am 23-08-2012

Im Hinblick auf eine Prognose bezüglich der medizinischen Situation eines Langzeitkranken und um seine Akte an den zuständigen Sozialversicherungszweig (z.B. Feststellung der Erwerbsminderung oder berufliche Wiedereingliederung) weiterzuleiten, muss der Versicherte ein ausführlicher medizinischer Bericht einführen.

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    • Fiche d'information à remplir par l'employeur après un arrêt-maladie ininterrompu supérieur à 6 semaines - Service de santé au travail multisectoriel (STM)

Zielgruppe

Krankheits- oder unfallbedingt arbeitsunfähige Arbeitnehmer des Privatsektors und Staatsarbeiter nach 6 Wochen. Mögliche Ursachen für die Arbeitsunfähigkeit können u.a. die folgenden sein:

  • akute Krankheit;
  • Langzeiterkrankung;
  • chronische Pathologie;
  • dauerhafte oder vorübergehende Arbeitsunfähigkeit;
  • volle Erwerbsminderung oder Unfähigkeit, die letzte Beschäftigung auszuüben.

Für die Staatsbediensteten ist aufgrund einer anderen Gesetzgebung und speziellen Voraussetzungen ein anderes Verfahren vorgesehen.

Vorgehensweise und Details

Aufforderung durch den kontrollärztlichen Dienst

Nach 6 Wochen krankheits- oder unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit (in einem Bezugszeitraum von 16 Wochen) wird der Arbeitnehmer schriftlich von der nationalen Krankenkasse (CNS) dazu aufgefordert, ihr einen ausführlichen medizinischen Bericht zukommen zu lassen.

Unter einem ausführlichen medizinischen Bericht ist Folgendes zu verstehen:

  • ein im Leistungskatalog der Krankenkasse vorgesehener und im Rahmen einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit erstellter Bericht (Formular R4);
  • jeder sonstige ausführliche medizinische Bericht, welcher beim kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung (CMSS) eingereicht und von Letzterem als solcher angenommen wird.

Dieser vom behandelnden Arzt des Arbeitnehmers zu erstellende Bericht muss der CNS schnellstmöglich und auf jeden Fall vor dem Ende der Dauer der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber zukommen. Schickt der Arbeitnehmer den ausführlichen medizinischen Bericht nicht zurück, wird im am Ende der 8. Woche der Arbeitsunfähigkeit ein Erinnerungsschreiben zugesandt, welches ihn zudem über die Folgen einer Nichteinsendung des Berichts informiert.

Krankengeld

Die Krankenkasse kann das Krankengeld erst übernehmen, nachdem der Versicherte den ausführlichen medizinischen Bericht zurückgeschickt hat und nachdem der kontrollärztliche Dienst der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat. Die Geldleistung wird solange bewilligt, wie die Arbeitsunfähigkeit gemäß der Beurteilung des kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung andauert.

Das Krankengeld wird nur nach Stellungnahme des CMSS, welcher den ausführlichen medizinischen Bericht erhalten hat, bewilligt.

Falls der Arbeitnehmer den Bericht nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht hat, lässt die CNS ihm ein Schreiben zukommen, in welchem sie ihn darüber in Kenntnis setzt, dass ihm kein Krankengeld bewilligt wird. Dieses kann erst nach Eingang dieses Berichts und Stellungnahme des CMSS bewilligt werden, welcher mindestens eine Arbeitsunfähigkeit seit dem Ende der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber feststellen muss.

Entscheidung des CMSS bezüglich der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers

Der ausführliche medizinische Bericht ermöglicht der CNS, eine Prognose bezüglich der medizinischen Situation eines Langzeitkranken zu erstellen und ihn an den zuständigen Sozialversicherungszweig zu verweisen.

Auf der Grundlage dieses Berichts kann der CMSS den Arbeitnehmer zu einer Kontrolluntersuchung vorladen oder unmittelbar über seinen Fall entscheiden.

1. Möglichkeit: Arbeitsfähigkeit

Falls der CMSS eine Arbeitsfähigkeit feststellt, d.h. dass der Arbeitnehmer nicht mehr krank ist und sein Gesundheitszustand seine Abwesenheit nicht mehr rechtfertigt:

  • wird die Stellungnahme des CMSS an die CNS übermittelt;
  • der Arbeitnehmer wird von der CNS über die Einstellung der Zahlung des Krankengeldes informiert;
  • er muss seine Arbeit unverzüglich wieder aufnehmen;
  • die im Laufe der 12 folgenden Wochen erstellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen berechtigen nur zur Zahlung von Krankengeld, wenn sie sich auf eine neue medizinische Begebenheit beziehen, die ausführlich vom behandelnden Arzt des Arbeitnehmers begründet ist.

Wenn der Arbeitnehmer nach mindestens 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit seine Tätigkeit wieder aufnimmt, muss der Arbeitgeber den Arbeitsmediziner des zuständigen arbeitsmedizinischen Dienstes (Multisektorieller arbeitsmedizinischer Dienst (Service de santé au travail multisectoriel oder Arbeitsmedizinischer Dienst des Industriesektors (Service de santé au travail de l'industrie)) darüber in Kenntnis setzen, welcher den Arbeitnehmer einer medizinischen Untersuchung unterziehen kann, um zu bestimmen, ob der Arbeitnehmer in der Lage ist, seiner letzten Beschäftigung nachzugehen, oder ob eine Umschulung oder Anpassung des Arbeitsplatzes nötig ist bzw. eine Versetzung in Betracht gezogen werden muss.

2. Möglichkeit: Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit

Sollte der CMSS feststellen, dass die Arbeitsunfähigkeit immer noch gerechtfertigt ist, kann er die Weiterzahlung des Krankengeldes gestatten. Der CMSS beurteilt anschließend die Situation des Arbeitnehmers, indem er ihn zu einem späteren Zeitpunkt zu weiteren Untersuchungen vorlädt.

Der Anspruch auf Krankengeld ist für einen Bezugszeitraum von 104 Wochen auf insgesamt 52 Wochen begrenzt, unabhängig davon, ob die Arbeitsunfähigkeiten durch die Wiederaufnahme der Arbeit unterbrochen wurden oder nicht.

3. Möglichkeit: keine Möglichkeit der Wiedereingliederung auf den Arbeitsmarkt (Erwerbsunfähigkeit)

Der CMSS stellt eine volle Erwerbsminderung fest. Der Arbeitnehmer wird als erwerbsunfähig betrachtet, wenn er infolge einer Langzeiterkrankung, einer Behinderung oder von Verschleiß dermaßen an Leistungsfähigkeit eingebüßt hat, dass er weder den zuvor ausgeübten Beruf noch eine sonstige seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung ausüben kann. In diesem Fall kann er eine Rente wegen Erwerbsminderung beantragen.

4. Möglichkeit: Unfähigkeit, die letzte Beschäftigung auszuüben (Wiedereingliederung)

Im Falle einer Unfähigkeit, die letzte Beschäftigung auszuüben, kann der Arbeitnehmer in den Genuss von Wiedereingliederungsmaßnahmen gelangen, um seine berufliche Wiedereingliederung langfristig zu fördern. Diese Wiedereingliederungsmaßnahmen werden von der gemischten Kommission beschlossen.

  • interne Wiedereingliederung: Wiedereingliederung innerhalb des Unternehmens im Privatsektor oder in Form einer Umorientierung innerhalb der ursprünglichen Verwaltung oder Dienststelle des Bediensteten im öffentlichen Dienst, und möglicherweise Zuweisung zu einem anderen Arbeitsplatz oder einer anderen Arbeitsregelung;
  • externe Wiedereingliederung: Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt mittels Meldung des Arbeitnehmers bei der Abteilung der Agentur für Arbeit (Administration de l'Emploi - ADEM) für Arbeitnehmer mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit.

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-1471 - Luxembourg
Großherzogtum Luxemburg


Nationale Gesundheitskasse
125, route d'Esch
L-2979 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 27 57-1
Fax: (+352) 27 57 27-58