Sonderurlaub zur sprachlichen Weiterbildung (Sprachurlaub) beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am 30-12-2014

Der Sprachurlaub ist ein zusätzlicher Sonderurlaub, der Arbeitnehmern (sowie Selbstständigen oder Freiberuflern) jeglicher Staatsangehörigkeit ermöglichen soll, die luxemburgische Sprache zu erlernen oder ihre Kenntnisse zu vertiefen und sich so leichter in die Gesellschaft zu integrieren.

Zusätzlich zum individuellen Bildungsurlaub dient der Sprachurlaub der Förderung der Berufsausbildung im Großherzogtum Luxemburg.

Formulare / Online-Dienste

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Zielgruppe

Folgende Personen können in den Genuss des Sprachurlaubs gelangen:

  • Arbeitnehmer aus dem Privatsektor, die üblicherweise auf dem luxemburgischen Hoheitsgebiet beschäftigt sind und zum Zeitpunkt des Antrags seit mindestens 6 Monaten für den gleichen im Großherzogtum Luxemburg niedergelassenen Arbeitgeber arbeiten (bezüglich des Arbeitsvertrags zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gibt es keine spezielle Bedingung);
  • Selbstständige oder Freiberufler, die seit mindestens 6 Monaten auf dem luxemburgischen Hoheitsgebiet tätig sind.

Antragsteller eines Sprachurlaubs müssen weder eine Altersbedingung noch eine Wohnsitzbedingung erfüllen.

Der Sprachurlaub wird bewilligt für Luxemburgisch-Fortbildungen, die im Großherzogtum Luxemburg oder im Ausland von folgenden Einrichtungen organisiert werden:

  • von den Einrichtungen, die das Statut einer öffentlichen oder privaten Schule besitzen, von den öffentlichen Behörden zugelassen sind und von diesen Behörden anerkannte Zeugnisse ausstellen;
  • von den Berufskammern und den Gemeinden;
  • von diesbezüglich von dem für die Berufsausbildung zuständigen Ministerium individuell zugelassenen Stiftungen, natürliche Personen und privatrechtlichen Vereinigungen;
  • von Ministerien, Verwaltungen und öffentlich-rechtliche Anstalten.

Für Fortbildungen, die integrierender Bestandteil eines Ausbildungsplans oder -projekts im Rahmen des Bildungsurlaubs von Betriebsratsmitgliedern sind, wird er hingegen nicht bewilligt.

Vorgehensweise und Details

Dauer des Urlaubs

Die Gesamtdauer des Sprachurlaubs ist pro Person für die gesamte berufliche Laufbahn begrenzt auf 200 Stunden, die zwingend in 2 Blöcke von je 80 bis 120 Stunden aufzuteilen sind.

Nur wer eine mit einem Diplom oder einer sonstigen Erfolgsbescheinigung abgeschlossene Fortbildung für den 1. Block aufzuweisen hat, ist berechtigt, den 2. Block in Anspruch zu nehmen.

Im Falle von Teilzeitbeschäftigten wird die Anzahl an Stunden für den Sprachurlaub verhältnismäßig berechnet.

Der Sprachurlaub kann aufgeteilt werden, wobei die Mindesturlaubsdauer eine halbe Stunde pro Tag beträgt.

Stellungnahme des Arbeitgebers

Der Arbeitnehmer muss seinem Arbeitgeber den Urlaubsantrag unbedingt vorlegen, damit dieser ihn ausfüllt. Der Arbeitgeber muss seine Stellungnahme zum Sprachurlaub abgeben.

Diese Stellungnahme kann befürwortend oder ablehnend sein. Im Falle einer befürwortenden Stellungnahme kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer verlangen, eine entsprechende Teilnahmebescheinigung vorzulegen.

Im Falle einer ablehnenden Stellungnahme muss diese vom Arbeitgeber begründet werden. Ist die Stellungnahme des Arbeitgebers ablehnend, kann der Urlaub verschoben werden, wenn die sich aus dem beantragten Urlaub ergebende Abwesenheit des Arbeitnehmers den ordnungsgemäßen Betrieb des Unternehmens oder den harmonischen Ablauf der Urlaubsplanung des restlichen Personals erheblich stören könnte.

In folgenden Fällen kann der Arbeitnehmer eine ablehnende Stellungnahme abgeben:

  • wenn eine bedeutender Anteil der Arbeitnehmer einer Abteilung während des beantragten Zeitraums für längere Zeit abwesend ist und dadurch die Betriebsorganisation wesentlich gestört würde;
  • wenn während der Vorankündigungsfrist aufgrund der Besonderheit der vom Antragsteller ausgeübten Arbeit oder einer Arbeitskräfteknappheit in der jeweiligen Branche oder Tätigkeit keine entsprechende Vertretung gefunden werden kann;
  • wenn es sich bei der Tätigkeit um eine saisonbedingte Tätigkeit handelt und der Antrag sich auf eine solche Saison bezieht.

Antragsverfahren

Die Anträge auf Sprachurlaub sind anhand des vorgesehenen Formulars vor Beginn der Kurse an das Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft (Ministère du Travail, de l’Emploi et de l’Économie sociale et solidaire) zu richten und müssen vom Arbeitgeber gegengezeichnet sein.

Der Antrag auf Sprachurlaub muss folgende Angaben enthalten:

  • Name und Anschrift des Fortbildungsinstituts;
  • Zeitraum der Fortbildung;
  • Dauer der Fortbildung in Stunden;
  • beantragte Anzahl an Urlaubsstunden und entsprechender Zeitraum.

Dem vom Arbeitnehmer oder Selbstständigen auszufüllenden Antragsformular (1. Block) sind folgende Belege beizufügen:

  • Anmeldebescheinigung(en) samt Angabe der für die Fortbildung(en) benötigten Anzahl an Stunden (Prüfungen, Kurse, usw.);
  • Kopie des Arbeitsvertrags (nur im Falle des Arbeitnehmers);
  • aktueller Sozialversicherungsnachweis (kann online auf der Internetseite des Sozialversicherungszentrums (Centre commun de la sécurité sociale) beantragt werden);
  • die Stellungnahme des Arbeitgebers (nur von Nichtselbstständigen vorzulegen).

Dem vom Arbeitnehmer oder Selbstständigen auszufüllenden Antragsformular (2. Block) sind folgende Belege beizufügen:

  • Diplom oder Erfolgsbescheinigung des Kurses des 1. Blocks;
  • aktueller Sozialversicherungsnachweis (kann online auf der Internetseite des Sozialversicherungszentrums (Centre commun de la sécurité sociale) beantragt werden);
  • die Stellungnahme des Arbeitgebers (nur von Nichtselbstständigen vorzulegen).

Vergütungen für den Sprachurlaub

Arbeitnehmer, die in den Genuss des Sprachurlaubs gelangen, haben für jede Urlaubsstunde Anspruch auf eine dem durchschnittlichen Stundenlohn entsprechende Ausgleichsentschädigung, wobei diese Entschädigung das 4-Fache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeiter nicht überschreiten darf.

Diese Ausgleichsentschädigung wird vom Arbeitgeber gezahlt. Der Staat erstattet dem Arbeitgeber 50 % der Ausgleichsentschädigung sowie 50 % des Arbeitgeberanteils der Sozialversicherungsbeiträge auf Basis eines Formulars.

Diejenigen Personen, die einer selbstständigen oder freiberuflichen Tätigkeit nachgehen, gelangen ebenfalls in den Genuss einer Ausgleichsentschädigung, die auf 50 % der Grundlage des im vorangehenden Geschäftsjahr als Berechnungsgrundlage für die Rentenversicherung verwendeten Einkommens bestimmt wird und das 4-Fache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeiter nicht überschreiten darf. Der Antrag ist anhand eines entsprechenden Vordrucks einzureichen.

Der erfolgreiche Abschluss der Kurse ist keine zwingende Voraussetzung für die Bewilligung des Sprachurlaubs, aber sowohl die Erstattung der den Kurszeiten entsprechenden Löhne als auch der Anspruch auf die Bewilligung des zweiten Blocks des Sprachurlaubs sind zwar nicht an die Teilnahme an einer Abschlussprüfung, aber zumindest an eine bescheinigte Anwesenheit von mindestens 75 % bei den jeweiligen Kursen gebunden.

Auswirkungen des Sprachurlaubs auf das Arbeitsverhältnis

Der Sprachurlaub wird tatsächlich geleisteter Arbeitszeit gleichgestellt. Demzufolge gelten für den beurlaubten Arbeitnehmer während der Dauer des Urlaubs weiterhin die gesetzlichen Bestimmungen in Sachen Sozialversicherung und Kündigungsschutz.

Rechtsfolgen im Falle von falschen Angaben

Die bewilligten Entschädigungen sind unverzüglich zurückzuerstatten, wenn sie aufgrund von Angaben bezogen wurden, von denen der Antragsteller wusste, dass sie falsch oder unvollständig sind. Letzterer muss ebenfalls die gesetzlichen Zinsen ab dem Tag der Auszahlung bis zum Tag der Rückerstattung zahlen.

Zuständige Kontaktstellen

26, rue Sainte Zithe
L-2939 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-86100
Fax: (+352) 247-86108
E-Mail info@mte.public.lu