Die Anerkennung des Bildungsstands, der Gleichwertigkeit der Zeugnisse oder der Gleichwertigkeit der Berufsqualifikationen beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am 05-07-2017

Im Ausland erworbene Diplome, Befähigungsnachweise, Zeugnisse und Bescheinigungen des allgemeinen, technischen und berufsbildenden Sekundarunterrichts können – unter bestimmten Bedingungen – als gleichwertig anerkannt werden.

Die Abteilung für Diplomanerkennung (Service de la reconnaissance des diplômes) stellt die Gleichwertigkeit der Bildungsstufe, der Diplome und der beruflichen Qualifikationen im Vergleich zu den Diplomen fest, die in Luxemburg für den Zugang zu folgenden Berufen erforderlich sind:

  • zu bestimmten freien, kaufmännischen und handwerklichen Berufen;
  • zu den Gesundheitsberufen:
  • zu den sozialpädagogischen Berufen (Erzieher, Lebensbetreuer).

Der Antrag auf Anerkennung der Gleichwertigkeit ist gebührenpflichtig.

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Zielgruppe

Kaufmännische, freie oder Handwerksberufe

Um eine Genehmigung für die Ausübung eines der folgenden Berufe zu bekommen, bedürfen die betreffenden Personen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, möglicherweise einer Anerkennung des Bildungsstands, der Gleichwertigkeit der Diplome und der beruflichen Qualifikationen, welche im Ausland erworben wurden, dies im Vergleich zu den entsprechenden Diplomen in Luxemburg:

Um die Gleichwertigkeit eines im Ausland (EU oder Drittland) erworbenen Sekundarschulabschlusses feststellen zu lassen, kann dessen Inhaber eine Anerkennung seines Diploms (Abitur) beantragen.

Um die Gleichwertigkeit eines im Ausland (EU oder Drittland) erworbenen Hochschulabschlusses feststellen zu lassen, kann dessen Inhaber eine Anerkennung seines Diploms (Homologation) bzw. die Eintragung seines Diploms ins Diplom- und Titelregister beantragen.

Gesundheitsberufe/sozialpädagogische Berufe

Die betreffenden Personen müssen, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, die Gleichwertigkeit ihrer Studien, ihrer Diplome und ihrer beruflichen Qualifikationen, welche im Ausland erworben wurden, im Vergleich zu den entsprechenden Diplomen in Luxemburg anerkennen lassen, bevor sie die Zulassung für die Ausübung eines der folgenden Berufe beantragen können (nicht erschöpfende Liste):

  • Gesundheitsberufe;
  • sozialpädagogische Berufe: Erzieher, Lebensbetreuer.

Um die Gleichwertigkeit eines im Ausland (EU oder Drittland) erworbenen Hochschulabschlusses als Erzieher feststellen zu lassen, kann dessen Inhaber direkt die Eintragung seines Diploms ins Diplom- und Titelregister beantragen.

Die Zulassung für die Ausübung eines sozialpädagogischen Berufs wird von der Abteilung für Diplomanerkennung ausgestellt.

Voraussetzungen

In der Europäischen Union erworbene berufliche Qualifikationen

Damit in der Europäischen Union (EU) erworbene berufliche Qualifikationen anerkannt werden können, müssen Antragsteller Folgendes nachweisen:

  • entweder einen Ausbildungsnachweis, der ihnen in einem anderen EU-Mitgliedstaat den Zugang zu dem jeweiligen Beruf ermöglicht;
  • oder, falls es sich in ihrem Herkunftsstaat nicht um einen reglementierten Beruf handelt:
    • eine während der letzten 10 Jahre in diesem EU-Mitgliedstaat erworbene einjährige Berufserfahrung in Vollzeit;
    • eine Kompetenzbescheinigung oder einen Bildungsnachweis.

Ausbildungsinhalt und -dauer müssen in etwa den in Luxemburg erforderlichen Zulassungsbedingungen zum Beruf entsprechen.

Da die Mindestanforderungen an die Ausbildung in den EU-Mitgliedstaaten harmonisiert wurden, wird die Anerkennung von in einem anderen EU-Land erworbenen Diplomen von Krankenpflegern und Hebammen automatisch bewilligt.

Außerhalb der EU erworbene berufliche Qualifikationen

Damit außerhalb der EU erworbene berufliche Qualifikationen anerkannt werden können, müssen Antragsteller Folgendes nachweisen:

  • einen von einem Drittstaat ausgestellten und offiziell von einem EU-Mitgliedstaat anerkannten Ausbildungsnachweis
  • und eine in diesem Mitgliedstaat erworbene 3-jährige Berufserfahrung.

Kosten

Für Anträge auf Anerkennung der Gleichwertigkeit eines Diploms oder sonstigen Nachweises wird eine Gebühr in Höhe von 75 Euro erhoben, zuzüglich gegebenenfalls 300 Euro im Falle einer erforderlichen Ausgleichsmaßnahme (Praktikum zur Angleichung / Befähigungsprüfung).

Die Gebühr ist per Überweisung auf das Postscheckkonto der Administration de l'enregistrement et des domaines zu zahlen:
IBAN LU13 1111 0011 4679 0000
BIC CCPLLULL
Betreff : Gebühr Diplomanerkennung, MENJE, Name des Antragstellers, Datum des Antrags

Der Zahlungsnachweis muss dem Antrag beigefügt werden.

Die Zahlung der Gebühr ist Voraussetzung für die Bearbeitung des Antrags, bedeutet jedoch nicht, dass die Anerkennung der Gleichwertigkeit gewährt wird. Bei jedem Antrag müssen die Voraussetzungen für die Anerkennung der Gleichwertigkeit erfüllt sein.

Wird der Antrag abgelehnt, besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Gebühr.
Duplikate der Gleichwertigkeitsbescheinigung sind gegen Zahlung einer Gebühr von 10 Euro erhältlich.

Vorgehensweise und Details

Antrag auf Anerkennung des Bildungsstands, der Qualifikationen oder der Diplome

Im Hinblick auf die Anerkennung der Gleichwertigkeit seines Bildungsstands, seines Diploms oder seiner Berufsqualifikationen muss der Betreffende vollständige Unterlagen an die Abteilung für Diplomanerkennung schicken, einschließlich:

  • des Antrags auf Feststellung der Gleichwertigkeit in Bezug auf den jeweiligen Beruf:
  • eines Lebenslaufs im Europass-Formatoder einen sonstigen Format, mit folgenden Angaben:
    • ausführlicher schulischer Werdegang;
    • zulässige Berufserfahrung, die durch ein Dokument mit hinreichender Beweiskraft bescheinigt werden kann (Arbeitszeugnis, Lohnzettel usw.) und die absolvierten Praktika;
    • Geburtsdatum und -ort;
  • einer Kopie der Diplome/Bescheinigungen/Zeugnisse der letzten 3 Schuljahre;
  • einer Kopie der Arbeitszeugnisse aus den Berufen, für die eine Anerkennung beantragt wird;
  • einer Kopie des Ausweisdokuments (Personalausweis oder Reisepass, in welchem der Geburtsort angegeben ist);
  • eines Zahlungsbelegs über die Zahlung der Gebühr an die Einregistrierungs- und Domänenverwaltung (Administration de l'enregistrement et des domaines) (Details siehe unter „Kosten”);
  • für sozialpädagogische Berufe; Ausbildungsnachweise der letzten 3 Jahre;
  • für Drittstaatsangehörige: einer Kopie eines gültigen Aufenthaltstitels.

Sämtliche Kopien der Dokumente, die aus Nicht-EU-Staaten stammen, müssen von einer hierzu befugten Behörde (Gemeindeverwaltung, Botschaft oder Konsulat) beglaubigt werden.

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen. Der Stempel des Übersetzers muss sich zum Teil auf der Übersetzung und zum Teil auf dem Originaldokument befinden. Alle Dokumente müssen vom Übersetzer unterschrieben werden.

Bearbeitung des Antrags

Die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Diplomen oder beruflichen Qualifikationen wird nicht automatisch bewilligt (außer bei Diplomen von Hebammen und Krankenpflegern). Sie erfolgt auf Einzelfallbasis, im Allgemeinen nach Stellungnahme eines Ausschusses unter der Aufsicht der Abteilung für Diplomanerkennung.

Fehlen Nachweise, benachrichtigt die Abteilung für Diplomanerkennung den Antragsteller per Post, sodass er seine Unterlagen vervollständigen kann.

Wenn der Antragsteller zur Nachreichung zusätzlicher Informationen aufgefordert wird und er die angeforderten Unterlagen nicht innerhalb von drei Jahren einreicht, wird der Antrag für nichtig erklärt, und es muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Sobald die Unterlagen vollständig sind, bearbeitet die Abteilung den Antrag in der Regel innerhalb von 2 bis 6 Wochen, bei einer maximalen Bearbeitungsfrist von 3 Monaten.

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem der Abteilung für Diplomanerkennung die vollständigen Unterlagen vorliegen.

Weitere Informationen sind bei der Abteilung für Diplomanerkennung erhältlich (E-Mail: reconnaissance@men.lu).

Bewilligung der Anerkennung

Werden seine beruflichen Qualifikationen anerkannt, erhält der Antragsteller die Anerkennungsbescheinigung per Post.

Er kann daraufhin einen Antrag auf Zulassung zur Ausübung des betreffenden Berufs stellen.

Ablehnung der Anerkennung

Im Falle der Ablehnung der Anerkennung des Bildungsstands, der Gleichwertigkeit des Diploms oder der beruflichen Qualifikationen kann ein außergerichtlicher Widerspruch beim Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend eingelegt werden.

Ist der außergerichtliche Widerspruch erfolglos, können beim Verwaltungsgericht von Luxemburg Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend eingelegt werden; hierzu muss ein Anwalt hinzugezogen werden.

Zuständige Kontaktstellen

Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend
18-20, montée de la Pétrusse
L-2327 - Luxemburg
Postanschrift L-2926 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-85910
Fax: (+352) 247-85933
E-Mail reconnaissance@men.lu

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 8.30 - 11.30 Uhr / 14.00 - 17.00 Uhr