Eine Berufskrankheit von einem Arzt feststellen lassen

Letzte Änderung dieser Seite am 08-12-2016

Die Berufskrankheit ist die unmittelbare Folge einer mehr oder weniger langen Risikoaussetzung (physikalische, chemische oder mikrobielle Risiken) oder von speziellen Arbeitsbedingungen (Lärm, Vibrationen, Körperhaltung bei der Arbeit usw.) im Rahmen der üblichen Ausübung eines Berufes.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

Zielgruppe

Alle Arbeitnehmer (oder Versicherte), die nachweisen können:

  • dass sie an einer im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführten Krankheit leiden;
  • dass sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einem Risiko ausgesetzt waren, welches die Ursache für diese Krankheit sein könnte.

Vorgehensweise und Details

Das Konzept der „Berufskrankheit“

Dabei handelt es sich um Erkrankungen infolge der Berufstätigkeit, die nicht oder nicht so aufgetreten wären, wenn keine mit der Arbeit zusammenhängende Risikoexposition vorgelegen hätte.

Die Berufskrankheit ist die unmittelbare Folge einer Risikoaussetzung (physikalische, chemische oder mikrobielle Risiken) oder von speziellen Arbeitsbedingungen (Lärm, Vibrationen, Körperhaltung bei der Arbeit usw.) im Rahmen der üblichen Ausübung eines Berufes.

Eine Berufskrankheit melden

Der behandelnde Arzt muss eine Meldung bei der Unfallversicherungsanstalt (Association d'assurance contre les accidents - AAA) vornehmen, sobald er den begründeten Verdacht hat, dass eine Krankheit auf eine versicherte berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist.

Dazu füllt er das Formular zur ärztlichen Anzeige online oder, wenn er es handschriftlich ausfüllt, mit schwarzer Tinte und in Druckschrift aus.

Diesem Antrag sind folgende Dokumente beizufügen:

  • eine genaue ärztliche Diagnose der Krankheit , die berufsbedingte Ursachen haben könnte;
  • die beruflichen Risiken, die die Ursache der Krankheit sein könnte;
  • ärztliche Dokumente, die die Krankheit nachweisen.

Der Arzt muss seinem Patienten eine Kopie dieser Meldung aushändigen.

Gegebenenfalls wird die ärztliche Anzeige anschließend durch jede erforderliche medizinische oder technische Information vervollständigt, die:

  • beim Arzt;
  • beim Sachverständigen
  • oder beim Arbeitgeber eingeholt werden, wobei Letzterer verpflichtet ist, sämtliche Auskünfte bezüglich der Risikoexposition zu liefern.

Anschließend wird die berufliche Laufbahn des Arbeitnehmers (Versicherten) überprüft. Entsprechend der medizinischen Komplexität der jeweiligen Akte können medizinische Gutachten erstellt und technische Ermittlungen durchgeführt werden.

Äußern der Versicherte oder sein behandelnder Arzt den Verdacht einer Asbestaussetzung, so ist ein spezieller Fragebogen auszufüllen.

Die AAA kann weitere Belege verlangen.

Die Prüfung des Antrags betrifft nur die angegebene Berufskrankheit. Dieser muss der AAA dann innerhalb von 3 Wochen ab Erhalt dieses Schreibens eine ordnungsgemäß ausgefüllte Erklärung des Arbeitgebers betreffend die Risikoexposition im Rahmen der Untersuchung einer Berufskrankheit zukommen lassen.

Die endgültige Entscheidung wird dem Antragsteller mitgeteilt.

Fristen für die Einreichung eines Antrags auf Anerkennung einer Berufskrankheit

Der Arbeitnehmer (Versicherte) oder seine Rechtsnachfolger müssen den Antrag auf Entschädigung einer Berufskrankheit innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit bzw. nach dem Tag des durch diese Krankheit bedingten Todes des Opfers einreichen (ansonsten entfällt ein eventueller Anspruch).

Nach Ablauf dieser 3-jährigen Frist ist der Antrag nur zulässig wenn:

  • nachgewiesen wird, dass die Folgen der Krankheit in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Kranken nicht früher festgestellt werden konnten;
  • es dem Betroffenen aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen nicht möglich war, seinen Antrag zu stellen (physische Unfähigkeit des Versicherten, seine Interessen zu vertreten).

In diesem Fall ist der Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit oder dem Ende der Handlungsunfähigkeit an den Direktionsausschuss der AAA zu richten.

Fristen für die Einreichung eines Antrags auf Entschädigung einer Berufskrankheit

Der Arbeitnehmer (Versicherte) oder seine Rechtsnachfolger müssen den Antrag auf Entschädigung einer Berufskrankheit innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit bzw. nach dem Tag des durch diese Krankheit bedingten Todes des Opfers einreichen (ansonsten entfällt ein eventueller Anspruch).

Nach Ablauf dieser 3-jährigen Frist ist der Antrag nur zulässig wenn:

  • nachgewiesen wird, dass die Folgen der Krankheit in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Kranken nicht früher festgestellt werden konnten;
  • es dem Betroffenen aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen nicht möglich war, seinen Antrag zu stellen (physische Unfähigkeit des Versicherten, seine Interessen zu vertreten).

In diesem Fall ist der Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit oder dem Ende der Handlungsunfähigkeit an den Direktionsausschuss der AAA zu richten.

Wenn der Arzt keine Meldung vorgenommen hat, kann der Versicherte einen Antrag auf Entschädigung einer Berufskrankheit bei der AAA innerhalb eines Jahres gerechnet ab dem Tag des begründeten Verdachts der beruflichen Ursache einreichen.

Die berufsbedingte Ursache der Krankheit nachweisen

Wenn die Berufskrankheit im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführt ist, gilt sie als berufsbedingt, sofern der Arbeitnehmer nachweisen kann, dass sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einem Risiko ausgesetzt waren, welches die bestimmende Ursache für diese Krankheit sein könnte.

Ist die Krankheit nicht im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführt, muss der Arbeitnehmer den Nachweis für die berufsbedingte Ursache der Krankheit erbringen. Er muss demnach die Krankheit und das berufliche Risiko sowie den kausalen Zusammenhang zwischen ihnen nachweisen. Der kausale Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem ausgeübten Beruf muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden (die einfache Möglichkeit eines solchen kausalen Zusammenhangs ist nicht ausreichend).

Beschluss und Betrag der Entschädigung

Wird dem Antrag auf Entschädigung stattgegeben, so wird der Arbeitnehmer (Versicherte) schriftlich darüber informiert. Der Betrag der Entschädigung ist dann unverzüglich festzulegen.

Ein Arbeitnehmer, der unter einer Berufskrankheit leidet, hat je nach Sachlage Anspruch auf:

Hierzu stellt die Verwaltung des kontrollärztlichen Diensts der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) oder ein von ihr bestellter Sachverständiger die krankheitsbedingten körperlichen Beeinträchtigungen fest und bestimmt den Grad der Arbeitsunfähigkeit. Auf der Grundlage des festgelegten Grades bewilligt die AAA dann eine Rente für vorübergehende Erwerbsminderung oder eine Rente für dauerhafte Erwerbsminderung.

Bei bestimmten Krankheiten unterliegt die Entschädigung für deren Folgen zusätzlichen gesetzlichen Bedingungen (wie beispielsweise die Aufgabe der die Erkrankung auslösenden beruflichen Tätigkeit).

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-2976 - Luxembourg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 26 19 15-1
Fax: (+352) 49 53 35
E-Mail prestation@secu.lu

Öffnungszeiten
von 8.00 bis 16.00 Uhr
125, route d'Esch
L-1471 - Luxembourg
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