Eine Berufskrankheit von einem Arzt feststellen lassen

Letzte Änderung dieser Seite am 08-09-2016

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Berufskrankheiten sind Krankheiten, die durch eine berufliche Tätigkeit verursacht wurden. Sie sind die unmittelbare Folge einer mehr oder weniger langen Risikoaussetzung (physikalische, chemische oder mikrobielle Risiken) oder von speziellen Arbeitsbedingungen (Lärm, Vibrationen, Körperhaltung bei der Arbeit usw.) im Rahmen der üblichen Ausübung eines Berufes.

Der behandelnde Arzt muss eine Meldung bei der Unfallversicherungsanstalt (Association d'assurance contre les accidents - AAA) vornehmen, sobald er den begründeten Verdacht hat, dass eine Krankheit auf eine versicherte berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist. Im Falle einer solchen Meldung muss der Arzt seinem Patienten eine Kopie dieser Meldung aushändigen.

Formulare / Online-Dienste

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Zielgruppe

Alle Arbeitnehmer (oder Versicherte), die nachweisen können:

  • dass sie an einer im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführten Krankheit leiden;
  • dass sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einem Risiko ausgesetzt waren, welches die Ursache für diese Krankheit sein könnte.

Voraussetzungen

Eine Krankheit gilt als Krankheit mit berufsbedingter Ursache, wenn der Arbeitnehmer nachweisen kann: 

  • dass er an einer der im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführten Krankheiten leidet, und
  • dass er im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit einem Risiko ausgesetzt war, das die Ursache dieser Krankheit sein könnte.

Diese Bedingungen müssen kumulativ vorliegen.

Neben den im Verzeichnis aufgeführten Krankheiten kann der Versicherte sich auch für andere Krankheiten entschädigen lassen. Hierzu muss der Arbeitnehmer die berufsbedingte Ursache dieser Krankheit nachweisen, indem er die verschiedenen mit der beruflichen Tätigkeit verbundenen Risiken angibt.

Vorgehensweise und Details

Eine Berufskrankheit melden

Der behandelnde Arzt muss jede von ihm festgestellte Berufskrankheit unverzüglich und von Amts wegen der AAA melden.

Dazu füllt er das Formular zur ärztlichen Anzeige per Computer oder, wenn er es handschriftlich ausfüllt, mit schwarzer Tinte und in Druckschrift aus.

Gegebenenfalls wird die ärztliche Anzeige anschließend durch erforderliche medizinische oder technische Informationen vervollständigt, die beim Arzt, Sachverständigen oder Arbeitgeber eingeholt werden. Letzterer ist verpflichtet, sämtliche Auskünfte bezüglich der beruflichen Risikoexposition zu erteilen. Anschließend wird die berufliche Laufbahn des Arbeitnehmers (Versicherten) überprüft. Entsprechend der medizinischen Komplexität der jeweiligen Akte können medizinische Gutachten erstellt und technische Ermittlungen durchgeführt werden.

Äußern der Versicherte oder sein behandelnder Arzt den Verdacht einer Asbestaussetzung, so ist ein spezieller Fragebogen auszufüllen.

Fristen für die Einreichung eines Antrags auf Anerkennung und Entschädigung einer Berufskrankheit

Der Arbeitnehmer (Versicherte) oder seine Rechtsnachfolger müssen den Antrag auf Anerkennung und Entschädigung einer Berufskrankheit innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit bzw. nach dem Tag des durch diese Krankheit bedingten Todes des Opfers einreichen (ansonsten entfällt ein eventueller Anspruch).

Nach Ablauf dieser 3-jährigen Frist ist der Antrag nur zulässig wenn:

  • nachgewiesen wird, dass die Folgen der Krankheit in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Kranken nicht früher festgestellt werden konnten;
  • es dem Betroffenen aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen nicht möglich war, seinen Antrag zu stellen (physische Unfähigkeit des Versicherten, seine Interessen zu vertreten).

In diesem Fall ist der Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit oder dem Ende der Handlungsunfähigkeit an den Direktionsausschuss der AAA zu richten.

Die berufsbedingte Ursache der Krankheit nachweisen

Damit die Unfallversicherung haftet, muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein kausaler Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem ausgeübten Beruf nachgewiesen werden (die einfache Möglichkeit eines solchen kausalen Zusammenhangs ist nicht ausreichend).

Demzufolge muss der Versicherte nachweisen:

  • dass er an seinem Arbeitsplatz einem bestimmten Risiko ausgesetzt war, auf welches seine Krankheit zurückzuführen sein könnte;
  • dass er derzeit an einer Krankheit leidet;
  • dass die Ursache dieser Krankheit auf eine in Luxemburg versicherte berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist.

Beschluss und Betrag der Entschädigung

Wird dem Antrag auf Entschädigung stattgegeben, so wird der Arbeitnehmer (Versicherte) schriftlich darüber informiert. Der Betrag der Entschädigung ist dann unverzüglich festzulegen.

Hierzu stellt die Verwaltung des kontrollärztlichen Diensts der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) oder ein von ihr bestellter Sachverständiger die krankheitsbedingten körperlichen Beeinträchtigungen fest und bestimmt den Grad der Arbeitsunfähigkeit. Auf der Grundlage des festgelegten Grades bewilligt die AAA dann eine Rente für vorübergehende Erwerbsminderung oder eine Rente für dauerhafte Erwerbsminderung.

Bei bestimmten Krankheiten unterliegt die Entschädigung für deren Folgen zusätzlichen gesetzlichen Bedingungen (wie beispielsweise die Aufgabe der die Erkrankung auslösenden beruflichen Tätigkeit).

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-2976 - Luxembourg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 26 19 15-1
Fax: (+352) 49 53 35
E-Mail prestation@secu.lu

Öffnungszeiten
von 8.00 bis 16.00 Uhr
125, route d'Esch
L-1471 - Luxembourg
Großherzogtum Luxemburg