Eine Berufskrankheit von einem Arzt feststellen lassen

Letzte Änderung dieser Seite am 23-04-2014

Berufskrankheiten sind Krankheiten, die durch eine berufliche Tätigkeit verursacht wurden. Sie sind die unmittelbare Folge einer mehr oder weniger langen Risikoaussetzung (physikalische, chemische oder mikrobielle Risiken) oder von speziellen Arbeitsbedingungen (Lärm, Vibrationen, Körperhaltung bei der Arbeit usw.) im Rahmen der üblichen Ausübung eines Berufes.

Es muss sich um Erkrankungen handeln, die nicht oder nicht so aufgetreten wären, wenn keine mit der Arbeit zusammenhängende Risikoexposition vorgelegen hätte.

Nach Feststellung der Berufskrankheit muss der behandelnde Arzt diese der Unfallversicherungsanstalt (Association d'assurance contre les accidents - AAA) melden. Diese ärztliche Meldung leitet das Verfahren zur Anerkennung der Berufskrankheit als solche ein und eröffnet dem Arbeitnehmer bzw. gegebenenfalls seinen Rechtsnachfolgern den Anspruch auf eine von der Unfallversicherungsanstalt gezahlte Entschädigung.

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Zielgruppe

Alle Arbeitnehmer (oder Versicherte), die nachweisen können:

  • dass sie an einer im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführten Krankheit leiden;
  • dass sie im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einem Risiko ausgesetzt waren, welches die Ursache für diese Krankheit sein könnte.

Voraussetzungen

Als Berufskrankheiten gelten Krankheiten:

  • die nach medizinischen Erkenntnissen durch spezielle Einwirkungen, d.h. „Risiken”, verursacht werden, welche sich aus einer Risikoexposition von einer bestimmten Intensität, Dauer oder Häufigkeit ergeben;
  • denen bestimmte Personengruppen aufgrund ihrer Arbeit besonders ausgesetzt sind;
  • die im Verzeichnis der Berufskrankheiten aufgeführt sind;
  • deren Hauptursache in der Ausübung einer versicherten Arbeit liegt.

Diese Bedingungen müssen kumulativ vorliegen.

Die Gesetzgebung sieht die Anerkennung von nicht im Verzeichnis aufgeführten Krankheiten vor, sofern der betroffene Arbeitnehmer (oder Versicherte) nachweisen kann, dass die Ursache beruflicher Art ist.

Vorgehensweise und Details

Eine Berufskrankheit melden

Der behandelnde Arzt muss jede von ihm festgestellte Berufskrankheit unverzüglich und von Amts wegen der AAA melden.

Dazu füllt er das Formular zur ärztlichen Anzeige per Computer oder, wenn er es handschriftlich ausfüllt, mit schwarzer Tinte und in Druckschrift aus.

Gegebenenfalls wird die ärztliche Anzeige anschließend durch erforderliche medizinische oder technische Informationen vervollständigt, die beim Arzt, Sachverständigen oder Arbeitgeber eingeholt werden. Letzterer ist verpflichtet, sämtliche Auskünfte bezüglich der Risikoexposition zu erteilen. Anschließend wird die berufliche Laufbahn des Arbeitnehmers (Versicherten) überprüft. Entsprechend der medizinischen Komplexität der jeweiligen Akte können medizinische Gutachten erstellt und technische Ermittlungen durchgeführt werden.

Äußern der Versicherte oder sein behandelnder Arzt den Verdacht einer Asbestaussetzung, so ist ein spezieller Fragebogen auszufüllen.

Fristen für die Einreichung eines Antrags auf Anerkennung und Entschädigung einer Berufskrankheit

Der Arbeitnehmer (Versicherte) oder seine Rechtsnachfolger müssen den Antrag auf Anerkennung und Entschädigung einer Berufskrankheit innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit bzw. nach dem Tag des durch diese Krankheit bedingten Todes des Opfers einreichen (ansonsten entfällt ein eventueller Anspruch).

Nach Ablauf dieser 3-jährigen Frist ist der Antrag nur zulässig wenn:

  • nachgewiesen wird, dass die Folgen der Krankheit in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Kranken nicht früher festgestellt werden konnten;
  • es dem Betroffenen aus von ihm nicht zu verantwortenden Gründen nicht möglich war, seinen Antrag zu stellen (physische Unfähigkeit des Versicherten, seine Interessen zu vertreten).

In diesem Fall ist der Antrag innerhalb von 3 Jahren nach Feststellung der Krankheit oder dem Ende der Handlungsunfähigkeit an den Direktionsausschuss der AAA zu richten.

Die berufsbedingte Ursache der Krankheit nachweisen

Damit die Unfallversicherung haftet, muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein kausaler Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem ausgeübten Beruf nachgewiesen werden (die einfache Möglichkeit eines solchen kausalen Zusammenhangs ist nicht ausreichend).

Demzufolge muss der Versicherte nachweisen:

  • dass er an seinem Arbeitsplatz einem bestimmten Risiko ausgesetzt war;
  • dass er derzeit an einer Krankheit leidet;
  • dass die Ursache dieser Krankheit auf eine in Luxemburg versicherte berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist.

Beschluss und Betrag der Entschädigung

Wird dem Antrag auf Entschädigung stattgegeben, so wird der Arbeitnehmer (Versicherte) schriftlich darüber informiert. Der Betrag der Entschädigung ist dann unverzüglich festzulegen.

Hierzu stellt die Verwaltung des kontrollärztlichen Diensts der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) oder ein von ihr bestellter Sachverständiger die krankheitsbedingten körperlichen Beeinträchtigungen fest und bestimmt den Grad der Arbeitsunfähigkeit. Auf der Grundlage des festgelegten Grades bewilligt die AAA dann eine Rente für vorübergehende Erwerbsminderung oder eine Rente für dauerhafte Erwerbsminderung.

Bei bestimmten Krankheiten unterliegt die Entschädigung für deren Folgen zusätzlichen gesetzlichen Bedingungen (wie beispielsweise die Aufgabe der die Erkrankung auslösenden beruflichen Tätigkeit).

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-1471 - Luxembourg
Postanschrift: Postfach 1342 L-1013
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 26 19 13-1

125, route d'Esch
L-2976 - Luxembourg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 26 19 15-22 35
Fax: (+352) 26 19 15-27 33
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