Adoptionsurlaub beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am 17-07-2015

Der Adoptionsurlaub von 8 Wochen im Falle einer einfachen Adoption oder von 12 Wochen im Falle einer Mehrfachadoption wird Arbeitnehmern gewährt, die ein Kind oder mehrere Kinder adoptieren, das/die noch nicht die 1. Klasse des Grundschulunterrichts besucht/besuchen. Dieser Urlaub erlaubt einem der beiden Ehegatten, sich um das/die kürzlich aufgenommene(n) Kind/er zu kümmern.

Zielgruppe

Jede durch einen Arbeitsvertrag (arbeitnehmerische Tätigkeit) gebundene Person, die ein Kind oder mehrere Kinder (das/die noch nicht die 1. Klasse des Grundschulunterrichts besucht/besuchen) adoptiert, hat Anspruch auf den Adoptionsurlaub. Allerdings wird der Adoptionsurlaub nur einem der beiden Ehegatten gewährt.

Wenn beide Ehegatten die Bedingungen für die Bewilligung des Adoptionsurlaubs erfüllen, müssen sie bestimmen, wer von ihnen ihn nehmen wird.

Wenn nur einer der Ehegatten die Bedingungen für die Bewilligung des Urlaubs erfüllt, kann nur dieser ihn nehmen.

Wenn nur eine Person das Kind adoptiert, so kann sie in den Genuss des Adoptionsurlaubs gelangen, es sei denn sie lebt bereits in einem Haushalt mit dem Kind.

Voraussetzungen

Um während des Adoptionsurlaubs eine finanzielle Beihilfe zu beziehen, muss derjenige, der den besagten Urlaub beantragt, im Laufe der dem Adoptionsurlaub vorangehenden 12 Monaten während mindestens 6 Monaten gesetzlich krankenversichert gewesen sein.

Vorgehensweise und Details

Dauer und Vergütung

Der Adoptionsurlaub wird dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber aufgrund einer vom Gericht ausgestellten Bescheinigung gewährt, gemäß welcher das Adoptionsverfahren eingeleitet wurde (Adoptionsantrag).

Angestellte des Privatsektors müssen eine Kopie der vom Gericht ausgestellten Bescheinigung oder der Zustimmung des Ministeriums für Familie und Integration (Ministère de la Famille, de l'Intégration et à la Grande-Région) zur Durchführung der Adoption bei der Nationalen Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS) einreichen.

Der beurlaubte Arbeitnehmer darf während der 8 Wochen nach der Adoption nicht beschäftigt werden.

Im Falle einer Mehrfachadoption beträgt die Dauer des Urlaubs 12 Wochen.

Während der Dauer des besagten Urlaubs, also während 8 oder 12 Wochen, wird ein Adoptionsgeld gezahlt.

Dieses von der zuständigen Krankenkasse übernommene Adoptionsgeld entspricht in der Regel dem zuvor bezogenen versteuerbaren Bruttoeinkommen, darf jedoch das 5-Fache des sozialen Mindestlohns nicht übersteigen. Das 13. Monatsgehalt und die Gratifikation werden nicht berücksichtigt.

Das Adoptionsgeld kann nicht mit Krankengeld oder einem anderen beruflichen Einkommen kumuliert werden.

Kündigungsschutz und Recht auf bevorzugte Wiedereinstellung

Der Arbeitnehmer genießt während der Dauer des Adoptionsurlaubs einen besonderen Kündigungsschutz. Dabei handelt es sich um die gleiche Art von Kündigungsschutz wie im Falle einer Arbeitnehmerin im Mutterschaftsurlaub.

Am Ende des Adoptionsurlaubs kann der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis beenden, um sich der Erziehung seines Kindes zu widmen, ohne eine entsprechende Entschädigung zahlen zu müssen. Während eines Jahres nach Ende seines Adoptionsurlaubs kann er jedoch per Einschreiben mit Rückschein sein Recht auf bevorzugte Wiedereinstellung geltend machen. Der Arbeitgeber ist demnach ein Jahr lang verpflichtet, ihn bevorrechtigt für Stellen einzustellen, zu deren Ausübung er aufgrund seiner Qualifikationen befugt ist, und ihm im Falle einer Wiedereinstellung sämtliche Vergünstigungen zu bewilligen, die ihm zum Zeitpunkt seines Ausscheidens zustanden.

Adoptionsurlaub und Probezeit

Die Probezeitklausel aus einem unbefristeten Arbeitsvertrag wird ab dem Tag der Vorlage der vom Gericht ausgestellten Bescheinigung, gemäß welcher das Adoptionsverfahren eingeleitet wurde, ausgesetzt. Die restliche Probezeit beginnt am Ende des Kündigungsschutzes (welcher der Dauer des Adoptionsurlaubs entspricht) neu zu laufen.