Sich als Nicht-Gebietsansässiger mit seinen Familienangehörigen bei der Sozialversicherung anmelden

Letzte Änderung dieser Seite am 06-01-2016

Jede Person, die einer vergüteten beruflichen Tätigkeit in Luxemburg nachgeht, unterliegt der Versicherungspflicht und muss sich bei den luxemburgischen Sozialversicherungsträgern anmelden. Nicht-Gebietsansässige müssen sich ebenfalls bei einer Krankenkasse an ihrem Wohnsitzort anmelden.

Das Sozialversicherungszentrum (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS)ist die für die Meldung und die Erhebung der Beiträge aller Sozialversicherungsträger zuständige Zentralstelle. Es dient dem Versicherungsschutz der Arbeitnehmer oder Selbstständigen in Sachen Krankenversicherung und Mutterschaft, Rentenversicherung, Unfallversicherung und Pflegeversicherung. Demnach ist jede Person, die einer vergüteten beruflichen Tätigkeit nachgeht, beim CCSS gemeldet und hat je nach sozialer oder beruflicher Zugehörigkeit Anspruch auf die Leistungen in Sachen Krankenversicherung und Mutterschaft durch die zuständige Kasse . Dabei handelt es sich um die Nationale Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS oder „Gesondheetskeess”) im privaten Sektor, die Krankenkasse der Beamten und Angestellten des Staates (Caisse de maladie des fonctionnaires et employés publics) oder die Krankenkasse der Kommunalbeamten und kommunalen Angestellten (Caisse de maladie des fonctionnaires et employés communaux) im öffentlichen Sektor und die Krankenkasse der nationalen Eisenbahngesellschaft (Entraide médicale des CFL) für die Angestellten der nationalen Eisenbahngesellschaft.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

* Kann online via MyGuichet eingereicht werden

Zielgruppe

Jede nicht im Großherzogtum Luxemburg ansässige Person, die dort einer arbeitnehmerischen (Arbeitnehmer oder Zeitarbeitskraft) oder selbstständigen Tätigkeit nachgeht, muss sich beim CCSS als Hauptversicherter anmelden.

Arbeitnehmer, die ihre berufliche Tätigkeit nur gelegentlich ausüben, sind von der Pflichtversicherung in Sachen Krankheit-Mutterschaft und Rente befreit. Der Arbeitgeber muss für die Befreiung bei der Anmeldung des Arbeitnehmers in Papierform oder über SECUline das Kästchen „Gelegenheitsarbeit” ankreuzen.

Als Gelegenheitsarbeiter gelten Personen, die:

  • auf gelegentliche und nicht übliche Weise und
  • für eine im Voraus bestimmte Dauer, die 3 Monate pro Kalenderjahr nicht überschreiten darf, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Die vom Hauptversicherten abhängigen Familienangehörigen sind gemäß den von der Krankenkasse des Wohnsitzlandes vorgegebenen Kriterien in Sachen Krankenversicherung mitversichert, sofern sie nicht selbst krankenversichert sind.

Personen, die bestimmte Entgeltersatzleistungen beziehen, sowie Studierende, die beim CCSS pflichtversichert oder freiwillig versichert sind, gelangen ebenfalls in den Genuss der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nicht-Gebietsansässige, die auf dem Staatsgebiet von mehreren EU-Mitgliedstaaten einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, sind bei der Krankenkasse ihres Wohnsitzlandes versichert, vorausgesetzt sie üben dort einen wesentlichen Teil (25%) ihrer Tätigkeit aus. Wenn sie keinen wesentlichen Teil (25%) ihrer Tätigkeit in ihrem Wohnsitzland ausüben, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • sie sind Mitglied bei der Krankenkasse des Mitgliedstaates, in dem ihr Arbeitgeber seinen Gesellschafts- oder Wohnsitz hat, sofern es sich um Arbeitnehmer handelt;
  • sie sind Mitglied bei der Krankenkasse des Mitgliedstaates, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeit befindet, sofern es sich um Selbstständige handelt.

Die Beurteilung der wesentlichen Tätigkeit erfolgt gemäß der Arbeitszeit und/oder der Vergütung im Falle eines Arbeitnehmers, und gemäß dem Umsatz, der Arbeitszeit, des Einkommens und der erbrachten Dienstleistungen im Falle von selbstständigen Arbeitnehmern.

Voraussetzungen

Die Ausübung einer arbeitnehmerischen Tätigkeit bei einem Arbeitgeber in Luxemburg zieht zwingend eine Mitgliedschaft beim CCSS nach sich. Auf entsprechenden Antrag kann der Krankenversicherungsschutz auf die Mitversicherten ausgedehnt werden.

Wer eine selbstständige Tätigkeit ausübt, muss sich ebenfalls beim CCSS anmelden.

Ab der Anmeldung beim CCSS besteht aufgrund der Krankenversicherung ein Anspruch auf Übernahme der Kosten für Gesundheitsdienstleistungen und Zahlung von Krankengeld zum Ausgleich von Einkommensverlusten. Die Bewilligung von Mutterschaftsgeld bedarf jedoch einer vorherigen mindestens 6-monatigen Pflichtversicherung im Laufe des dem Mutterschafts- bzw. Adoptionsurlaub (wird im Falle einer Adoption eines oder mehrerer Kinder genommen) vorangehenden Jahres.

Nicht-Gebietsansässige müssen sich ebenfalls bei einer Krankenkasse an ihrem Wohnsitzort anmelden, um in den Genuss der Naturalleistungen in ihrem Wohnsitzland zu gelangen. Zudem ist die Krankenkasse des Wohnsitzortes zuständig, um hinsichtlich der Familienmitglieder den Status als Mitversicherte festzulegen.

Vorgehensweise und Details

Anmeldung

Die Vorgehensweise für die Anmeldung bei der luxemburgischen Sozialversicherung hängt vom Status der zu versichernden Person ab. Nach seiner Anmeldung erhält der Versicherte (als Haupt- oder Mitversicherter) anschließend automatisch seinen Sozialversicherungsausweis.

Vorgehensweise für Personen, die einer arbeitnehmerischen Tätigkeit in Luxemburg nachgehen

Innerhalb von 8 Tagen nach Dienstantritt des Arbeitnehmers meldet der Arbeitgeber seinen Angestellten bei der CCSS mittels einer Anmeldung für Arbeitnehmer des privaten Sektors, Zeitarbeitnehmer oder fürArbeitnehmer des öffentlichen Sektors an.

Arbeitnehmer, die ihre berufliche Tätigkeit nur gelegentlich ausüben, sind von der Pflichtversicherung in Sachen Krankheit-Mutterschaft und Rente befreit. Der Arbeitgeber muss für die Befreiung bei der Anmeldung des Arbeitnehmers in Papierform oder über SECUline das Kästchen „Gelegenheitsarbeit” ankreuzen.

Als Gelegenheitsarbeiter gelten Personen, die:

  • auf gelegentliche und nicht übliche Weise und
  • für eine im Voraus bestimmte Dauer, die 3 Monate pro Kalenderjahr nicht überschreiten darf, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Es sei angemerkt, dass im Falle der Arbeitnehmer die verschiedenen Sozialversicherungsbeiträge direkt vom Arbeitgeber vom Entgelt des Versicherten einbehalten werden.

Jeder Neuversicherte wird aufgefordert, sich zu einer Einstellungsuntersuchung beim zuständigen arbeitsmedizinischen Dienst zu begeben.

Vorgehensweise für Personen, die in Luxemburg einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen

Selbstständige, die im Rahmen eines Betriebs in eigenem Namen einer Tätigkeit nachgehen, müssen sich beim CCSS anhand des Formulars zur Anmeldung für Selbstständige anmelden.

Selbstständige, die ihrer Tätigkeit im Rahmen einer Gesellschaft (z.B. Gesellschafter einer GmbH, die nicht mehr als 25 % der Gesellschaftsanteile halten, oder Verwaltungsratsmitglieder einer AG, auf dessen Namen nicht die Niederlassungsgenehmigung ausgestellt wurde) nachgehen, müssen sich hingegen mit Hilfe des Formulars zur Anmeldung von Arbeitnehmern anmelden.

Vorgehensweise für Personen, die als Mitversicherte krankenversichert sind

Personen, die nicht persönlich krankenversichert sind, haben als mitversicherte Familienangehörige Anspruch auf die Leistungen der Krankenversicherung.

Die Reichweite der Mitversicherung wird von der Krankenkasse des Wohnsitzlandes bestimmt. Personen, die als Mitversicherte in ihrem Wohnsitzland gelten, besitzen diese Eigenschaft ebenfalls in Luxemburg.

Zu diesem Zweck übermittelt die Krankenkasse des jeweiligen Wohnsitzlandes der zuständigen luxemburgischen Krankenkasse eine Bescheinigung, die belegt, dass die Familienangehörigen bei dem in Luxemburg Versicherten mitversichert sind.

Mitgliedschaft bei der Krankenkasse des Wohnsitzlandes

Damit Nicht-Gebietsansässige sich bei der Krankenkasse ihres Wohnsitzortes anmelden können, um sich dort die Kosten für Gesundheitsdienstleistungen erstatten zu lassen, erstellt die zuständige luxemburgische Krankenkasse eine Bescheinigung zwecks Anspruch auf die Naturalleistungen der Kranken-/Mutterschaftsversicherung für diejenigen Personen, die in einem anderen als dem zuständigen Land ansässig sind.

Grenzgänger aus den Départements Meurthe-et-Moselle (54) und Moselle (57)

Das Dokument, welches den Anspruch für diese Grenzgänger begründet, ist das Formular S072, welches direkt an die zuständigen primären Krankenkassen (Caisses primaires d'assurance maladie - CPAM) geschickt wird. Diesen Grenzgängern wird von der betreffenden CPAM eine Anmeldebestätigung zugestellt.

Für Arbeitnehmer, die über eine Zeitarbeitsfirma versichert und in den Départements 54 und 57 ansässig sind, erfolgt die Ausstellung der Bescheinigung nicht automatisch. Die betroffenen Versicherten müssen schriftlich oder online auf der Internetseite der Nationalen Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS) einen entsprechenden Antrag stellen.

Grenzgänger, die in anderen französischen Départements ansässig sind

Das Dokument, das diesen Anspruch für in Frankreich Ansässige (außer für die Départements 54 und 57) begründet, ist das Formular S1. Dieses Dokument wird automatisch an die Privatadresse des Versicherten gesandt, der es bei der CPAM seines Wohnortes einreichen muss.

Sollte der Betroffene das Dokument S1 nicht innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt der Anmeldebestätigung des Sozialversicherungszentrums (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) erhalten haben, wird empfohlen, das Dokument zu bestellen.

Im Falle von entsandten Personen ist der Bescheinigung das Dokument A1 (Bescheinigung über die auf den Inhaber anwendbare Gesetzgebung) beizufügen.

In Belgien ansässige Grenzgänger

In Luxemburg versicherte belgische Grenzgänger müssen sich bei der Krankenkasse ihres Wohnsitzortes anmelden, um sich dort die Kosten für Gesundheitsdienstleistungen erstatten zu lassen. Das Dokument, das diesen Anspruch für in Belgien Ansässige begründet, ist das Formular BL1. Dieses Dokument wird automatisch an die Privatadresse des Versicherten gesandt, der es bei der belgischen Krankenversicherung seiner Wahl einreichen muss.

Sollte der Betroffene das Dokument BL1 nicht innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt der Anmeldebestätigung des Sozialversicherungszentrums erhalten haben, wird empfohlen, das Dokument zu bestellen. Belgische Grenzgänger und ihre Familienangehörigen, die in Belgien in den Genuss von Naturalleistungen kommen, haben gemäß der luxemburgischen Gesetzgebung gegebenenfalls Anspruch auf eine zusätzliche Kostenerstattung.

In Deutschland ansässige Grenzgänger

In Luxemburg versicherte deutsche Grenzgänger müssen sich bei der Krankenkasse ihrer Wahl in Deutschland anmelden, um sich dort die Kosten für Gesundheitsdienstleistungen erstatten zu lassen. Das Dokument, das diesen Anspruch für in Deutschland Ansässige begründet, ist das Formular S1. Dieses Dokument wird automatisch an die Privatadresse des Versicherten gesandt, der es bei der deutschen Krankenkasse seiner Wahl einreichen muss.
Sollte der Betroffene das Dokument S1 nicht innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt der Anmeldebestätigung des Sozialversicherungszentrums erhalten haben, wird empfohlen, das Dokument zu bestellen.

Anmeldung als Mitversicherte: französische, deutsche oder belgische Grenzgänger und ihre Familienangehörigen können im Großherzogtum Luxemburg unter den gleichen Bedingungen in den Genuss von Gesundheitsdienstleistungen gelangen, wie sie für Gebietsansässige gelten.
Für die Bestimmung der Eigenschaft als Familienangehörige, die Anspruch auf Leistungen haben, gilt alleine die Gesetzgebung des Wohnsitzlandes. Zu diesem Zweck übermittelt die Krankenkasse des jeweiligen Wohnsitzlandes oder jede sonstige zuständige Stelle der CNS eine Bescheinigung, die belegt, dass die Familienangehörigen bei dem in Luxemburg Versicherten mitversichert sind.

Abmeldung

Wenn Versicherte die Bedingungen für eine Mitgliedschaft nicht mehr erfüllen, müssen der Arbeitgeber (im Falle von Arbeitnehmern) oder sie selbst (im Falle von Selbstständigen) sich innerhalb von 8 Tagen beim Sozialversicherungszentrum (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) abmelden.

Die häufigste Ursache für eine Abmeldung ist die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bzw. die Einstellung einer selbstständigen Tätigkeit.

War der betroffene Versicherte ununterbrochen während 6 Monaten (Unterbrechungen von weniger als 8 Tagen werden nicht berücksichtigt) versichert, besteht der Krankenversicherungsschutz jedoch noch während des Monats nach seiner Abmeldung sowie während der 3 folgenden Monate.

Diese Frist wird bei schweren Krankheiten, die zum Zeitpunkt der Beendigung der Mitgliedschaft in Behandlung waren, um 3 Monate verlängert werden

Die Nationale Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS) informiert die Krankenkasse des Wohnortes über das Ende der Mitgliedschaft des Versicherten.

Nicht gebietsansässige Versicherte müssen sich im Falle der Abmeldung an den zuständigen Sozialversicherungsträger ihres Wohnsitzstaates wenden, der vom CCSS über die Abmeldung unterrichtet wurde.

Beendigung der Mitgliedschaft während einer Arbeitsunfähigkeit

Wird die Mitgliedschaft einer Person beim Sozialversicherungszentrum beendet, während sie Krankengeld bezieht, bleibt der Anspruch auf das Krankengeld unter gewissen Bedingungen während der Dauer der Arbeitsunfähigkeit bestehen:

  • der Versicherte muss während der der Abmeldung vorangehenden 6 Monate ununterbrochen versichert gewesen sein (Unterbrechungen von weniger als 8 Tagen werden nicht berücksichtigt);
  • die abgemeldete Person verfügt während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit nicht über Einkünfte aus einer beruflichen Tätigkeit oder ein Ersatzeinkommen;
  • die abgemeldete Person muss der Nationalen Gesundheitskasse (CNS) eine eidesstattliche Erklärung vorlegen, dass sie nicht über die oben genannten Einkünfte verfügt.

Die CNS kann jeglichen Nachweis in Bezug auf die Ursache für die Beendigung der Mitgliedschaft sowie jeglichen Beleg zum Beweis dafür, dass die abgemeldete Person über keine anderen Einkünfte als diejenigen aus einer vergüteten Tätigkeit oder ein Ersatzeinkommen verfügt, verlangen.

Es sei angemerkt, dass solange die CNS die verlangten Belege nicht erhalten hat, die Zahlung des Krankengeldes ausgesetzt wird, dies:

  • ab dem Tag nach demjenigen der Beendigung der Mitgliedschaft, was die laufende Arbeitsunfähigkeit angeht;
  • ab dem 1. Tag jeder etwaigen Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit.

Die Weiterzahlung des Krankengeldes während der Arbeitsunfähigkeit ist jedoch auf 52 Wochen während eines Bezugszeitraumes von 104 Wochen begrenzt.

Zuständige Kontaktstellen


L-2975 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 40 141-1
Fax: (+352) 40 448-1
E-Mail ccss@secu.lu