Als nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger die steuerliche Gleichstellung mit gebietsansässigen Steuerpflichtigen wählen

Letzte Änderung dieser Seite am 11-10-2017

Steuerpflichtige, die nicht in Luxemburg ansässig sind und in Luxemburg den überwiegenden Teil ihrer Einkünfte erzielen, können sich für die steuerliche Behandlung als gebietsansässige Steuerpflichtige entscheiden.

Dementsprechend können sie die gleichen Abzüge beanspruchen wie gebietsansässige Steuerpflichtige.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

  • Online

    • Einkommensteuererklärung für ansässige und nicht ansässige Personen (Vordruck 100)
  • Indem Sie das Formular herunterladen

* Kann online via MyGuichet eingereicht werden

Zielgruppe

Betroffen sind alle nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen, die ihren steuerlichen Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland haben und über in Luxemburg steuerpflichtige bestimmte Einkünfte (berufliche Einkünfte und Vermögenseinkünfte) verfügen.

Es ist jedoch erforderlich, dass der in Luxemburg steuerpflichtige Betrag eine bestimmte Quote des Welteinkommens des Nicht-Gebietsansässigen überschreitet.

In der Tat müssen 90 % der Einkünfte des Haushalts in Luxemburg steuerpflichtig sein.

Die zu erreichende Quote von 90 % des beruflichen Einkommens kann im Hinblick auf die persönliche Lage der Eheleute oder eingetragenen Lebenspartner oder im Hinblick auf die gemeinsame Lage des Haushalts der beiden Ehegatten/Lebenspartner berechnet werden.

Auch wenn sie die 90 %-Voraussetzung nicht erfüllen, können in Belgien wohnhafte nicht gebietsansässige Steuerpflichtige die Gleichstellung beantragen, wenn 50 % der beruflichen Einkünfte des Haushalts in Luxemburg steuerpflichtig sind.

Vorbehaltlich der parlamentarischen Genehmigung ds zum 1. Januar 2018 anwendbaren neuen Artikels 157ter LIR können nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, deren in Luxemburg nicht einkommensteuerpflichtige Gesamteinkünfte weniger als 13.000 Euro betragen, ebenfalls die steuerliche Gleichstellung beantragen.

Zwecks Berechnung der 90 %-Quote sind die Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit, bei denen ein anderer Staat als Luxemburg gemäß einem Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht innehat, lediglich in Höhe des in Luxemburg nicht steuerpflichtigen Einkommens, das maximal 50 Arbeitstagen entspricht, den in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünften gleichzustellen.

Vorgehensweise und Details

Antrag auf steuerliche Gleichstellung

Die nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen beantragen die steuerliche Gleichstellung mit Gebietsansässigen (unabhängig vom Einkommen) mit der Einreichung einer luxemburgischen Einkommensteuererklärung.

Der Steuerpflichtige muss das Feld 319 der Steuererklärung (Vordruck 100) ankreuzen und die Felder 320 bis 322 desselben Formulars mittels der auf der letzten Seite der Erklärung angegebenen Zahlen ergänzen.

Ab dem Steuerjahr 2018 können nicht gebietsansässige verheiratete Steuerpflichtige ebenfalls für die steuerliche Gleichstellung mit gebietsansässigen Steuerpflichtigen optieren, und zwar anhand eines Online-Vorgangs ohne LuxTrust-Authentifizierung (Antrag auf Einzelveranlagung / Steuersatz RTS) auf Guichet.lu oder mittels Einreichung eines spezifischen Antrags bei der zuständigen Stelle (Kontaktdaten im Briefkopf oder in der Fußzeile jedes herausgegebenen Schreibens).

Die Wahl eines Online-Vorgangs wird von der Steuerverwaltung empfohlen.

Die Auswirkungen der steuerlichen Gleichstellung

Entscheidet sich ein nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger für die steuerliche Behandlung wie ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger, muss er seine gesamten Einkünfte oder die Einkünfte seines Haushalts (falls verheiratet oder in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft) in der Steuererklärung angeben, einschließlich der ausländischen Einkünfte (auch wenn das Besteuerungsrecht nicht Luxemburg zugeordnet ist), und alle erforderlichen Belege beifügen.

Aufgrund der Doppelbesteuerungsabkommen bleiben ausländische Einkünfte in Luxemburg grundsätzlich steuerbefreit, sie werden jedoch zu den in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünften hinzugerechnet, um den Durchschnittssteuersatz zu ermitteln, der auf die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte angewandt wird.

Die Berücksichtigung der positiven ausländischen Einkünfte führt zur Anwendung eines progressiven Steuersatzes auf das in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen.

Ein negatives ausländisches Einkommen (Beispiele: negative ausländische Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Tätigkeit, Mietverlust im Zusammenhang mit einem im Ausland gelegenen Mietobjekt usw.) verringert den durchschnittlichen Steuersatz für in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die ausländischen (positiven oder negativen) Einkünfte gemäß den Vorschriften des luxemburgischen Steuerrechts ermittelt werden.

Steuerliche Abzüge

Indem er für die steuerliche Gleichstellung optiert, kann der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige alle steuerlichen Abzüge, Freibeträge und Steuergutschriften geltend machen, die gebietsansässigen Steuerpflichtigen gewährt werden.

Insbesondere abzugsfähig sind die folgenden Ausgaben:

Ein lediger Steuerpflichtiger mit einem zu seinem Haushalt gehörenden Kind, der eine Steuerermäßigung für Kinder erhält, kann außerdem die Steuergutschrift für Alleinerziehende beantragen.

Grundsatz der Günstigerprüfung

Die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) führt im Rahmen der Anwendung der Regelungen zur steuerlichen Gleichstellung mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen 2 Berechnungen durch:

  • Bei der ersten Berechnung addiert die Steuerbehörde die steuerpflichtigen luxemburgischen und ausländischen Einkünfte, zieht die absetzbaren Ausgaben ab und ermittelt auf Basis des (luxemburgischen und ausländischen) Gesamteinkommens den durchschnittlichen Steuersatz;
  • Zweite Berechnung: Die Steuerbehörde setzt den Steuersatz unter Heranziehung der in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte, ohne Berücksichtigung der etwaigen absetzbaren Ausgaben, auf die nur die gebietsansässigen Steuerpflichtigen Anspruch haben, fest.

Da sich die Besteuerung nur zum Vorteil des Steuerpflichtigen auswirken kann, wendet die Behörde von Amts wegen den günstigeren Steuersatz auf die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte an.

Die steuerliche Gleichstellung ist soweit nur von Interesse, wenn der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige oder sein Ehe- bzw. eingetragener Lebenspartner (die die Zusammenveranlagung beantragt haben) während des betreffenden Steuerjahres über keine bzw. nur geringe ausländische Einkünfte verfügt.

Anwendungsbeispiele

Beispiel 1:

Herr und Frau Y sind in Deutschland verheiratet. Sie erzielen die folgenden Einkünfte:

  • Nettoeinkünfte (Bruttogehalt - (steuerbefreitem Gehalt + Werbungskosten + Fahrtkosten)) aus nichtselbstständiger Tätigkeit von Herrn Y in Luxemburg: 40.000 Euro;
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit von Herrn Y in Deutschland: 12.500 Euro;
  • Frau Y übt keine berufliche Tätigkeit aus;
  • die Eheleute Y verfügen über keine weiteren Einkünfte.

Berechnung des Prozentsatzes des in Luxemburg steuerpflichtigen Anteils an den Welteinkünften:


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ Einkünfte x 100


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ und „steuerbefreiten“ Einkünfte

=

40.000 x 100


40.000 + 12.500

= 76,19 %

Die Eheleute Y können nicht die Option ausüben, steuerlich mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen gleichgestellt zu werden, da die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte weniger als 90 % der Welteinkünfte des Haushalts betragen.

Vorbehaltlich der parlamentarischen Genehmigung des zum 1. Januar 2018 anwendbaren neuen Artikels 157ter LIR könnten die Eheleute Y für die steuerliche Gleichstellung optieren, das die Einkünfte von Herrn Y, die in Luxemburg nicht steuerpflichtig sind, weniger als 13.000 Euro betragen.

Beispiel 2:

Die Eheleute Z sind verheiratet, kinderlos und leben in Frankreich in einer Wohnung, deren Eigentümer sie sind. Einkünfte und Ausgaben des Haushalts:

  • Herr Z erzielt in Luxemburg ein Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit in Höhe von 40.000 Euro;
  • Frau Z erzielt in Frankreich Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit in Höhe von 10.000 Euro, die in Luxemburg steuerbefreit sind.

In diesem Beispiel stellt allein das Gehalt (40.000 Euro) des Herrn Z für seine im Großherzogtum ausgeübte arbeitnehmerische Tätigkeit das in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen der Eheleute Z dar.

  • Herr Z ist mit 100 % seines Welteinkommens in Luxemburg steuerpflichtig:

Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ Einkünfte x 100


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ und „steuerbefreiten“ Einkünfte

=

40.000 x 100


40.000

= 100 %

Er kann daher die Gleichstellung mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen beantragen.

Zuständige Kontaktstellen

45, boulevard Roosevelt
L-2982 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 40800-1
Fax: (+352) 40800-2022