Als nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger die steuerliche Gleichstellung mit gebietsansässigen Steuerpflichtigen wählen (steuerliche Gleichstellung)

Letzte Änderung dieser Seite am: 22-01-2013

Steuerpflichtige, die nicht in Luxemburg ansässig sind und in Luxemburg den überwiegenden Teil ihrer Einkünfte erzielen, können sich unter bestimmten Voraussetzungen für die steuerliche Behandlung als gebietsansässige Steuerpflichtige entscheiden. Ist dies der Fall, können nicht gebietsansässige Steuerpflichtige ebenfalls die Absetzung der Sonderausgaben und den Freibetrag für außergewöhnliche Belastungen in Anspruch nehmen, wobei sie in dieselbe Steuerklasse eingestuft werden wie gebietsansässige Steuerpflichtige, die sich in derselben familiären Lage befinden.

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    Einkommensteuererklärung für ansässige und nicht ansässige Personen (Vordruck 100)

* Kann online via MyGuichet eingereicht werden

Zielgruppe

Es handelt sich um Steuerpflichtige, die weder ihren steuerlichen Wohnsitz, noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Großherzogtum (nicht gebietsansässige Steuerpflichtige) haben und deren Einkünfte nahezu vollständig in Luxemburg steuerpflichtig sind.

Voraussetzungen

Für die steuerliche Gleichstellung mit Gebietsansässigen können sich nicht gebietsansässige Steuerpflichtige entscheiden, sofern sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • mindestens 90% ihrer Welteinkünfte sind in Luxemburg steuerpflichtig (in- und ausländische Einkünfte). Es handelt sich sowohl um berufliche Einkünfte (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Pensionen und Renten) als auch um Einkünfte aus Vermögen (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Veräußerungsgewinne, usw.);
  • für in Belgien ansässige Steuerpflichtige gilt: Mehr als 50% ihrer beruflichen Einkünfte müssen in Luxemburg steuerpflichtig sein.

Die Grenze von 90% der Welteinkünfte oder 50% der beruflichen Einkünfte kann auf der Grundlage der persönlichen Situation der zusammenveranlagten Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner berechnet werden oder in Bezug auf die gemeinsame Situation der beiden Ehe- bzw. eingetragenen Lebenspartner.

Vorgehensweise und Details

Allgemeines

Die nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen beantragen die Gleichstellung mit Gebietsansässigen (unabhängig vom Einkommen) mit der Einreichung einer luxemburgischen Einkommensteuererklärung, indem sie bestimmte Felder des Formulars (Vordruck 100) ankreuzen und ausfüllen.

Modalitäten entsprechend dem Wohnsitzland

Die Modalitäten gestalten sich je nach dem Wohnsitzland des nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen unterschiedlich.

In Belgien ansässige Steuerpflichtige

In Belgien ansässige Steuerpflichtige (mehr als 50% ihrer beruflichen Einkünfte müssen in Luxemburg steuerpflichtig sein) müssen folgendermaßen vorgehen:

  • Feld 313 auf Seite 3 der Einkommensteuererklärung (Vordruck 100) ist anzukreuzen;
  • die Felder 314, 315 und 316 auf Seite 3 des Vordrucks sind auszufüllen:
    • Feld 314: im Zähler ist die Gesamtsumme der nicht steuerbefreiten beruflichen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger und Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1601 bis 1618 (die beiden ersten Spalten) auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
    • Feld 315: im Nenner ist die Gesamtsumme der nicht steuerbefreiten und steuerbefreiten beruflichen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger und Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1601 bis 1620 (die vier Spalten) auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
    • Feld 316: (Zähler/Nenner) x 100.

Die Quote von 50 % der beruflichen Einkünfte kann im Hinblick auf die persönliche Lage der zusammen veranlagten verheirateten Steuerpflichtigen bzw. eingetragenen Lebenspartner berechnet werden.

  • Feld 314: im Zähler ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen beruflichen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger oder Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1601 bis 1618 (erste oder zweite Spalte) auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
  • Feld 315: im Nenner ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen und steuerbefreiten beruflichen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger oder Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1601 bis 1620 (erste und dritte oder zweite und vierte Spalte) auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
  • Feld 316: (Zähler/Nenner) x 100

Andere nicht gebietsansässige Steuerpflichtige

Die anderen nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen (mindestens 90% ihrer Welteinkünfte müssen in Luxemburg steuerpflichtig sein) gehen folgendermaßen vor:

  • Feld 313 auf Seite 3 der Einkommensteuererklärung (Vordruck 100) ist anzukreuzen;
  • die Felder 314, 315 und 316 auf Seite 3 des Vordrucks sind auszufüllen;
    • Feld 314: im Zähler ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger und Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1633 und 1634 auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
    • Feld 315: im Nenner ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen und steuerbefreiten Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger und Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in den Feldern 1633, 1634, 1635 und 1636 auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
    • Feld 316: (Zähler/Nenner) x 100

Die Quote von 90% der Welteinkünfte kann im Hinblick auf die persönliche Lage der zusammen veranlagten verheirateten Steuerpflichtigen bzw. eingetragenen Lebenspartner berechnet werden.

  • Feld 314: im Zähler ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger oder Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in Feld 1633 oder 1634 (die beiden ersten Spalten) auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
  • Feld 315: im Nenner ist die Gesamtsumme der steuerpflichtigen und steuerbefreiten Einkünfte einzutragen (Steuerpflichtiger oder Ehe-/eingetragener Lebenspartner), die in Feld 1633 und 1635 oder 1634 und 1636 auf Seite 16 des Vordrucks angegeben sind;
  • Feld 316: (Zähler/Nenner) x 100.

Die Auswirkungen der steuerlichen Gleichstellung kennen

Entscheidet sich ein nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger für die steuerliche Behandlung wie ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger, muss er seine gesamten Einkünfte in der Steuererklärung angeben, einschließlich der ausländischen Einkünfte (auch wenn das Besteuerungsrecht nicht Luxemburg zugeordnet ist).

Nicht gebietsansässige verheiratete Steuerpflichtige oder eingetragene Lebenspartner, die zusammen veranlagt werden, müssen die gesamten Einkünfte ihres Haushalts erklären (sowohl die in- als auch die ausländischen Einkünfte). Ausländische Einkünfte sind durch beweiskräftige Unterlagen zu belegen.

Aufgrund der Bestimmungen in den Doppelbesteuerungsabkommen bleiben ausländische Einkünfte in Luxemburg grundsätzlich steuerbefreit, sie werden jedoch zu den in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünften hinzugerechnet, um den Durchschnittssteuersatz zu ermitteln, der auf die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte angewendet wird.

Die Berücksichtigung der positiven Welteinkünfte führt zur Anwendung eines erhöhten Steuersatzes auf das in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen. Ein negatives ausländisches Einkommen (Beispiele: negative ausländische Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Tätigkeit, Mietverlust im Zusammenhang mit einem im Ausland gelegenen Mietobjekt, Absetzen von Zinsen für ein Hypothekendarlehen für einen Hauptwohnsitz im Ausland, usw.) verringert den durchschnittlichen Steuersatz für in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die ausländischen (positiven oder negativen) Einkünfte gemäß den Vorschriften des luxemburgischen Steuerrechts ermittelt werden.

Steuerliche Abzüge

Infolge der Erklärung seiner Welteinkünfte kann der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige auch alle steuerlichen Abzüge geltend machen, die gebietsansässigen Steuerpflichtigen gewährt werden.

Insbesondere abzugsfähig sind die folgenden Ausgaben:

Ein lediger nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger mit einem zu seinem Haushalt gehörenden Kind, der eine Steuerermäßigung für Kinder erhält, kann außerdem die Steuergutschrift für Alleinerziehende beantragen.

Grundsatz der Günstigerprüfung

Die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) führt im Rahmen der Anwendung der Regelungen zur steuerlichen Gleichstellung mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen zwei Berechnungen durch:

  • Bei der ersten Berechnung addiert die Steuerbehörde die steuerpflichtigen luxemburgischen und ausländischen Einkünfte, zieht die absetzbaren Ausgaben ab und ermittelt auf Basis des Gesamteinkommens den durchschnittlichen Steuersatz.
  • Bei der zweiten Berechnung setzt die Steuerbehörde den Steuersatz unter Heranziehung der in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte, ohne Berücksichtigung der absetzbaren Ausgaben, auf die nur die gebietsansässigen Steuerpflichtigen Anspruch haben, fest.

Die Besteuerung kann sich nur zum Vorteil des Steuerpflichtigen auswirken, da die Behörde von Amts wegen den günstigeren Steuersatz auf die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte anwendet. Die steuerliche Gleichstellung ist soweit nur von Interesse, wenn der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige oder sein Ehe- bzw. eingetragener Lebenspartner (die die Zusammenveranlagung beantragt haben) während des betreffenden Steuerjahres über keine bzw. nur geringe ausländische Einkünfte verfügt.

Anwendungsbeispiele

Die folgenden Beispiele basieren auf dem Gesetz für das Steuerjahr 2012. Daher ist für die Berechnung der Steuerschuld die Steuertabelle 2012 maßgebend.

Beispiel 1:

Herr und Frau Y sind verheiratet und wohnhaft in Deutschland. Sie erzielen die folgenden Einkünfte:

  • Einkünfte (Bruttoverdienst - steuerbefreiter Verdienst - Werbungskosten - Fahrtkosten) aus nichtselbständiger Tätigkeit von Herrn Y in Luxemburg: 40.000 Euro;
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit von Herrn Y in Deutschland: 12.500 Euro;
  • Frau Y übt keine berufliche Tätigkeit aus;
  • die Eheleute Y verfügen über keine weiteren Einkünfte.

Berechnung des Prozentsatzes des in Luxemburg steuerpflichtigen Anteils an den Welteinkünften:

Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ Einkünfte x 100


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ und „steuerbefreiten“ Einkünfte

=

40.000 x 100


40.000 + 12.500

= 76,19%

Die Eheleute Y können nicht die Option ausüben, steuerlich mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen gleichgestellt zu werden, da die in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte weniger als 90% der Welteinkünfte des Haushalts betragen.

Beispiel 2:

Die Eheleute Z sind wohnhaft in Frankreich und kinderlos. Einkünfte und Ausgaben des Haushalts:

  • Herr Z erzielt in Luxemburg ein Einkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit in Höhe von 40.000 Euro;
  • luxemburgische Sozialversicherungsbeiträge: 4.808 Euro;
  • Lohnsteuerabzug von Herrn Zs Verdienst: 1.295 Euro;
  • Frau Z erzielt in Frankreich Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit in Höhe von 10.000 Euro;
  • in Frankreich entrichtete Sozialversicherungsbeiträge: 2.000 Euro;
  • Zinsen für ein Hypothekendarlehen für Immobilieneigentum des Ehepaars, das als Hauptwohnsitz dient: 3.000 Euro;
  • Versicherungsprämien: 1.344 Euro;
  • Beiträge an eine luxemburgische Bausparkasse: 1.344 Euro;
  • Schuldzinsen für einen Verbraucherkredit: 1.344 Euro;
  • persönliche Beiträge im Rahmen eines betrieblichen Zusatzrentensystems, das von einem luxemburgischen Arbeitgeber eingerichtet wurde: 1.200 Euro.

Herr Z hat in seiner Lohnsteuerkarte die Steuerklasse 2 eingetragen.

Im normalen Verfahren besteuern:

Im normalen Verfahren müssen nicht gebietsansässige Steuerpflichtige nur ihre in Luxemburg erzielten Einkünfte in Luxemburg versteuern.

In diesem Beispiel stellt allein das Gehalt (40.000 Euro) des Herrn Z für seine im Großherzogtum ausgeübte arbeitnehmerische Tätigkeit, das bereits einem Lohnsteuerabzug in Höhe von 1.295 Euro unterlegen hat, das in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen der Eheleute Z dar. Die Mieteinnahmen (steuerbefreit) von Herrn Z betragen 1.450 Euro [(100 - 3.000)/2].

Besteuerung bei steuerlicher Gleichstellung
  • Herr Z ist mit 103,76% seines Welteinkommens in Luxemburg steuerpflichtig:

Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ Einkünfte x 100


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ und „steuerbefreiten“ Einkünfte

 =

40.000 x 100


40.000 - 1450

= 103.76%

 

Er kann daher die Gleichstellung mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen beantragen.

  • Durchschnittssteuersatz vom Gesamtbetrag der Einkünfte ermitteln (Beträge in Euro):
 

Berechnung

Ergebnis

Gesamtbetrag der Einkünfte

40.000 + 10.000

50.000

Negative Mieteinkünfte

100 - 3.000

-2.900

Gesamtbetrag Sonderausgaben

4.808 + 2.000 + 1.344 + 1.344 + 1.344 + 1.200

- 12.040

Steuerpflichtiges Einkommen

50.000 - 2.900 - 12.040

35.060

Bereinigtes steuerpflichtiges Einkommen

35.060 - außerberuflicher Freibetrag

30.560

Einkommensteuer

 

733

Steuersatz

(733 x 100) / 30.550

2.39 %

  • Ermittlung der Besteuerung nur der in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte (Beträge in Euro):

 

Berechnung

Ergebnis

Gesamtbetrag der Einkünfte

40.000

40.000

Sonderausgaben

4.808 + 1.344 + 1.344 + 1.344 + 1.200

- 10.040

Steuerpflichtiges Einkommen

40.000 - 10.040

29.960

Bereinigtes steuerpflichtiges Einkommen

 

29.950

Steuer + Beitrag zum
Beschäftigungsfonds (4 % der Steuerschuld)

29.950 x 2.39 % x 1,04

743

Quellensteuerabzug

 

1.295

Steuererstattung

1.295 - 743

552

Schlussfolgerung

Die Steuerschuld, die sich aus der Anwendung des Gleichstellungsverfahrens ergibt, ist geringer als der Quellensteuerabzug im normalen Besteuerungsverfahren. Daher haben die Eheleute Z, die sich für die Anwendung der steuerlichen Gleichstellung mit gebietsansässigen Steuerpflichtigen entscheiden, Anspruch auf eine Steuererstattung in Höhe von 552 Euro.

Mit der Inanspruchnahme der den in Luxemburg Ansässigen zustehenden Freibeträge und Abzüge sowie geringe ausländische Einkünfte führen zur Minderung des Steuersatzes, der auf die ausschließlich in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte angewandt wird.

Beispiel 3:

Frau A, wohnhaft in Frankreich, ist ledig und kinderlos. Ihre Einkünfte und Ausgaben belaufen sich auf:

  • Dividendenausschüttung einer deutschen Kapitalgesellschaft: 4.000 Euro

Nach den Vorschriften des luxemburgischen Steuerrechts sind Dividendeneinkünfte, die von Kapitalgesellschaften ausgeschüttet wurden, in Höhe von 50% steuerbefreit, der Werbungskostenpauschbetrag beträgt 25 Euro und der Steuerfreibetrag 1.500 Euro (Verdoppelung bei Zusammenveranlagung).

Somit beläuft sich das steuerpflichtige Einkommen nach luxemburgischem Steuerrecht auf (4.000 x 50%) - 25 - 1.500 = 475 Euro

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit in Luxemburg: 56.000 Euro
  • in Luxemburg entrichtete Sozialversicherungsbeiträge: 6.576 Euro
  • Lohnsteuerabzug vom Verdienst in Luxemburg: 10.193 Euro
  • Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit in Frankreich: 1.500 Euro
  • in Frankreich entrichtete Sozialversicherungsbeiträge: 300 Euro
Im normalen Verfahren besteuern:

Im normalen Verfahren müssen nicht gebietsansässige Steuerpflichtige nur ihre in Luxemburg erzielten Einkünfte in Luxemburg versteuern.

Im vorliegenden Beispiel gelten als luxemburgische Einkünfte von Frau A nur ihr Verdienst aus ihrer nichtselbständigen Tätigkeit im Großherzogtum, auf den ein Quellensteuerabzug in Höhe von 10.193 Euro (einschließlich des Beitrags zum Beschäftigungsfonds) erhoben wurde.

Besteuerung bei steuerlicher Gleichstellung
  • 96,59% des Einkommens von Frau A sind in Luxemburg steuerpflichtig:

Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ Einkünfte x 100


Gesamtbetrag der „steuerpflichtigen“ und „steuerbefreiten“ Einkünfte

 =

56.000 x 100


56.000 + 475 + 1.500

 = 96,59%

 

Daher kann sie die steuerliche Gleichstellung mit einem gebietsansässigen Steuerpflichtigen beantragen.

  • Durchschnittssteuersatz vom Gesamtbetrag der Einkünfte ermitteln (Beträge in Euro):

 

Berechnung

Ergebnis

Gesamtbetrag der Einkünfte

56.000 + 1.500 + 475

57.975

Gesamtbetrag Sonderausgaben

6.576 + 300 + 480 (Mindestpauschbetrag)

-7.356

Steuerpflichtiges Einkommen

57.975 - 7.356

50.619

Einkommensteuer

 

10.456

Steuersatz

(10.456 x 100) / 50.600

20.66%

  • Ermittlung der Besteuerung nur der in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünfte (Beträge in Euro):

 

Berechnung

Ergebnis

Gesamtbetrag der Einkünfte

56.000

56.000

Sonderausgaben

6.576 + 480 (Mindestpauschbetrag)

- 7.056

Steuerpflichtiges Einkommen

56.000 - 7.056

48.944

Steuern + Beitrag zum Beschäftigungsfonds

48.900 x 20.66 % x 1,04

10.50610.250

Quellensteuerabzug

 

10.193

Schlussfolgerung

Die Steuerschuld, die sich aus der Anwendung des Gleichstellungsverfahrens ergibt, ist höher als der Quellensteuerabzug im normalen Besteuerungsverfahren. Somit liegt die steuerliche Gleichstellung nicht im Interesse von Frau A.

 

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