Einen außerhalb der EU gekauften Neu- oder Gebrauchtwagen einführen

Letzte Änderung dieser Seite am 18-10-2012

Beim Kauf eines Fahrzeugs (Neu- oder Gebrauchtwagen) außerhalb der Europäischen Union (EU) müssen bestimmte Zollformalitäten abgewickelt werden. Diese Formalitäten können in Luxemburg oder im Einfuhrmitgliedstaat erledigt werden.

Die Schritte, die Käufer von Neu- oder Gebrauchtwagen unternehmen müssen, umfassen die Zollformalitäten in Verbindung mit der Zahlung der Zollgebühren (in Höhe von 10 % des Kaufwertes des Fahrzeuges), bestimmter Gebühren sowie die Formalitäten für die Entrichtung der Umsatzsteuer (in Luxemburg 15 %).

Zielgruppe

Folgende Personen sind betroffen:

  • (in Luxemburg ansässige) Privatpersonen, die in einem Land außerhalb der EU ein Fahrzeug (Pkw oder Zweiradfahrzeug mit mehr als 48 cm3 Hubraum) erwerben;
  • (in Luxemburg ansässige) Unternehmen, die ein Fahrzeug in einem Land außerhalb der EU erwerben.

Wer das Fahrzeug selbst in einem Land außerhalb der Europäischen Union kauft, muss im Falle einer Verkehrskontrolle alle erforderlichen Dokumente vorweisen können:

  • Konformitätsbescheinigung des Herstellers;
  • Zulassung;
  • Versicherungsnachweis;
  • gegebenenfalls Transportpapiere.

Vorgehensweise und Details

Einfuhr nach dem externen Versandverfahren T1

Zölle und Mehrwertsteuer sind grundsätzlich in dem Mitgliedstaat zu entrichten, in das das Fahrzeug zum erstem Mal in das Gebiet der Europäischen Union eingeführt wird. Es ist jedoch möglich, durch Anmeldung zum Versandverfahren mittels Formular T1, die Aussetzung der Zahlung dieser Abgaben zu bewirken und die Zahlung im Bestimmungsmitgliedstaat des Fahrzeugs zu leisten. Wenn der Bestimmungsmitgliedstaat Luxemburg ist, ist ein Tarif in Höhe von 15 % zu zahlen.

Wenn die Formalitäten der Zollabfertigung für einen Gebrauchtwagen, der von einem Nichtmehrwertsteuerpflichtigen (Fahrzeug mit mehr als 6.000 km Fahrleistung und erstmaliger Inbetriebnahme vor mehr als 6 Monaten) gekauft wurde, im Einfuhrmitgliedstaat erledigt werden, kommt der Umsatzsteuersatz des Einfuhrmitgliedstaats zur Anwendung. Die Zölle und Umsatzsteuer, die im Einfuhrmitgliedstaat gezahlt wurden, müssen daher in Luxemburg nicht mehr entrichtet werden.

Wird ein Neuwagen (Fahrzeug mit weniger als 6.000 km Fahrleistung oder erstmaliger Inbetriebnahme vor weniger als 6 Monaten) von einem Mehrwertsteuerpflichtigen oder Nichtmehrwertsteuerpflichtigen verzollt oder wird ein Gebrauchtwagen von einem Mehrwertsteuerpflichtigen verzollt, ist die Umsatzsteuer immer im Bestimmungsmitgliedstaat zu entrichten. Wenn der Bestimmungsmitgliedstaat Luxemburg ist, ist ein Tarif in Höhe von 15 % zu zahlen.

Die Zölle sind im Land der Verzollung zu zahlen und belaufen sich auf 10 %.

Das Formular T1 wird bei einem Zollamt oder einer Zollagentur ausgehändigt.

Der Käufer muss in Formular T1 die Kurzbeschreibung des Fahrzeugs sowie den Kaufwert eintragen. Stimmt der vom Käufer angegebene Wert mit dem tatsächlichen, auf der Grundlage von Fremdquellen (Fachstellen) ermittelten Wert nicht überein, haben die Bediensteten der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung (Administration des douanes et accises) die Möglichkeit, den Fahrzeugwert entsprechend zu berichtigen.

Wenn das Fahrzeug in Luxemburg verzollt wird, kann die Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung daher auf die Differenz zwischen dem vom Käufer angegebenen Wert und dem tatsächlichen Wert Zölle und Mehrwertsteuern erheben.

Die Erklärung muss von der Person, die das Fahrzeug einführt, unterzeichnet und dem Zollamt des Abgangsmitgliedstaates (Staat, in dem das Fahrzeug zum ersten Mal auf EU-Territorium gelangt) übermittelt werden.

Gemäß der Regelung des externen Versandverfahrens T1 muss der Käufer selbst bei der Ausgangszollstelle (auch Hafen oder Flughafen) eine Kaution hinterlegen oder einen Zollvertreter damit beauftragen. Die hinterlegte Kaution dient als Sicherheit für die Entrichtung der von den Mitgliedstaaten festgesetzten Zölle und sonstigen Abgaben. Normalerweise wird eine entsprechend spezialisierte Zollagentur hiermit beauftragt.

Vorstellung bei der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung

Zwecks Verzollung muss die Privatperson, der Selbständige oder Vertreter eines Unternehmens das Fahrzeug bei einer der Dienststellen der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung vorstellen, damit der Betreffende die Vignette 705 erhält und das Fahrzeug zugelassen werden kann.

Privatpersonen oder Unternehmensvertreter können sich an die Dienststellen in Ettelbrück, Wiltz, Mertert, Esch-sur-Alzette, Rodange, Luxemburg-Flughafen oder in Gasperich/Luxemburg-Stadt (Hauptzollstelle/Centre douanier) wenden.

Bei der Vignette 705 handelt es sich um ein Dokument der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung, aus dem nachweislich hervorgeht, dass ein zur Zulassung vorgesehenes Fahrzeug die zollrechtlichen Anforderungen erfüllt.

Um sie zu erhalten, muss der Käufer die folgenden Unterlagen vorlegen:

  • die bisherige Zulassung (falls das Fahrzeug bereits in Betrieb genommen wurde);
  • das Original der europäischen Konformitätsbescheinigung (bei Einfuhr Gebrauchtfahrzeuge, ist die Konformitätsbescheinigung nicht vorzulegen);
  • das Original der Rechnung über den Kauf des Fahrzeugs oder des Kaufvertrags, gegebenenfalls den Bestellschein, den Zahlungsnachweis;
  • das amtliche Kennzeichen, das zuvor beantragt worden sein muss, wenn das Fahrzeug keines besitzt;
  • den Versicherungsnachweis;
  • die Identifikationsnummer (13 Ziffern) oder die Steuernummer (13 Ziffern).

Alle Unterlagen müssen bei der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung im Original vorgelegt werden. Sie werden später von der Verwaltung zurückgegeben.

Eine Privatperson muss ferner die folgenden Unterlagen vorlegen:

  • eine Meldebescheinigung, aus der hervorgeht, dass sie in Luxemburg wohnhaft ist;
  • die Einfuhrerklärung, vorzugsweise von einer Zollagentur ausgestellt;
  • ein Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass).

Entrichtung der Zölle

Die Zölle in Höhe von 10 % werden anhand des Fahrzeugwertes zzgl. bestimmter Gebühren berechnet. Die Zahlung ist bei der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung in Euro zu leisten.

Mwst.

Mehrwertsteuerregelung

Die Anwendung der Umsatzsteuer richtet sich danach, ob es sich beim Käufer um einen Umsatzsteuerpflichtigen (z.B. Selbständiger oder Unternehmen des Typs SARL oder SA) oder einen Nichtumsatzsteuerpflichtigen (z.B. Privatperson) handelt. Umsatzsteuerpflichtige müssen die luxemburgische Mehrwertsteuer (MwSt.) entrichten, egal ob es sich um einen Neu- oder um einen Gebrauchtwagen handelt. Nichtumsatzsteuerpflichtige müssen die luxemburgische Mehrwertsteuer entrichten, sobald der Wagen neu oder gebraucht ist und in Luxemburg zollamtlich abgefertigt wurde.

Der Käufer kann von der Zahlung der Zölle und luxemburgischen Mehrwertsteuer befreit werden, insbesondere bei einer Verlegung des Wohnsitzes (sofern die Bestimmungen der Verordnung 918/83 des Rates vom 28. März 1983 erfüllt sind) oder wenn der Käufer Diplomatenstatus genießt oder EU-Beamter ist.

Zahlung der Umsatzsteuer

Die Mehrwertsteuer beläuft sich auf 15 % des angegebenen Preises.

Nur Nichtmehrwertsteuerpflichtige müssen die Mehrwertsteuer bei der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung entrichten. Sie können die Einfuhrerklärung bei den Dienststellen der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung (in Ettelbrück, Wiltz, Mertert, Esch-sur-Alzette, Rodange, Luxemburg-Flughafen oder bei der Hauptzollstelle (Centre douanier) in Gasperich/Luxemburg-Stadt) abholen und anschließend ordnungsgemäß ausgefüllt bei einer dieser Dienststellen abgeben.

Nach erfolgter Zahlung sendet die Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung den Nichtmehrwehrtsteuerpflichtigen Abschnitt 8 der Einfuhrerklärung zu. Dieses Dokument dient als Nachweis der Entrichtung der Mehrwertsteuer und Einfuhrzölle.

Bei Mehrwertsteuerpflichtigen (Selbständige oder Unternehmen) besteht diese Möglichkeit der Zahlung nicht. Die Zahlung erfolgt über die „normale“ Mehrwertsteuererklärung.

Aushändigung der Vignette 705

Wenn alle diese Formalitäten erledigt sind, händigt die Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung die Vignette 705 aus, die für die Zulassung des Fahrzeugs an einem der 3 Standorte der SNCA in Sandweiler, Esch-sur-Alzette oder Wilwerwiltz erforderlich ist.

Im Rahmen des luxemburgischen Zulassungsverfahrens muss das Fahrzeug zu einer technischen Kontrolle, damit seine technische Konformität (sogenanntes „Abnahme“-Verfahren) festgestellt und die einwandfreie Funktionstüchtigkeit gewährleistet werden können.

Zuständige Kontaktstellen

22, rue de Bitbourg
L-1273 - Luxemburg
Postanschrift: Postfach 1605 - L-1016 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 28 18 28 18
Fax: (+352) 28 18 92 00