Bestimmte Steuervorteile für unterhaltsberechtigte Kinder in Anspruch nehmen

Letzte Änderung dieser Seite am: 22-01-2013

Verheiratete oder ledige Steuerpflichtige mit einem Kind oder mehreren Kindern, die zu ihrem Haushalt gehören, haben insbesondere Anspruch auf die folgenden Steuervorteile:

  • eine Steuerermäßigung für Kinder in Höhe von 922,50 Euro pro Jahr und Kind, entweder als Kinderbonus (mit Anspruch auf Familienzulagen) oder in Form eines Steuernachlasses;
  • erhöhte Abzüge von den Steuern je nach Anzahl der Kinder.

Ein lediger Steuerpflichtiger mit einem Kind oder mehreren Kindern, die zu seinem Haushalt gehören, wird in Steuerklasse 1A eingestuft und erhält eine Steuerermäßigung für Kinder. Dieser Steuerpflichtige hat außerdem Anspruch auf eine Steuergutschrift für Alleinerziehende in Höhe von 750 pro Jahr.

Ein Steuerpflichtiger, der für die Pflege und die Erziehung seiner Kinder, die nicht zu seinem Haushalt gehören, aufkommt (z. B. durch Unterhaltsleistungen), kann von seinen steuerpflichtigen Einkünften einen Freibetrag von maximal 3.480 Euro pro Jahr und Kind absetzen.

Neben dem Kinderbonus kann ein Steuerpflichtiger, mit einem oder mehreren unterhaltsberechtigten Kind(ern), verschiedene Steuervorteile nutzen, und zwar durch:

  • die Abgabe einer Einkommensteuererklärung;
  • die Beantragung des Lohnsteuerjahresausgleichs;
  • die Eintragung in die Lohnsteuerkarte.

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  • Online

    • Einkommensteuererklärung für ansässige und nicht ansässige Personen (Vordruck 100)
  • Indem Sie das Formular herunterladen

    Antrag auf Berichtigung, Eintragung einer Ermäßigung oder Ausstellung eines Duplikates einer Steuerkarte für ansässige Lohn- und Pensionsempfänger (Vordruck 164 R D)
    Lohnsteuerjahresausgleich für das Jahr 2013 (ansässige steuerpflichtige Arbeitnehmer und Rentner die nicht einer Besteuerung durch Veranlagung unterliegen - 163 R)
    Lohnsteuerjahresausgleich für das Jahr 2013 (nichtansässige steuerpflichtige Arbeitnehmer und Rentner die nicht einer Besteuerung durch Veranlagung unterliegen - 163 NR)
    Einkommensteuererklärung für ansässige und nicht ansässige Personen (Vordruck 100)
    Verzichtserklärung der Mutter auf die Steuerermäßigung für Kinder zu Gunsten des Vaters (Vordruck 104)
    Antrag auf Ausstellung, Berichtigung, Eintragung einer Ermäßigung oder Ausstellung eines Duplikates einer Steuerkarte für nicht ansässige Lohn- und Pensionsempfänger (Vordruck 164 NR D)

* Kann online via MyGuichet eingereicht werden

Zielgruppe

Von diesen Steuervorteilen können alle gebietsansässigen Steuerpflichtigen mit einem oder mehreren steuerlich zu berücksichtigenden Kind(ern) profitieren, bzw. unter bestimmten Umständen auch Nicht-Gebietsansässige, die beantragt haben, wie Gebietsansässige behandelt zu werden.

Vorgehensweise und Details

Eine Steuerermäßigung für Kinder in Anspruch nehmen

Dem Steuerpflichtigen steht eine Steuerermäßigung für die Kinder zu, auf die folgende Bedingungen zutreffen:

  • Kinder, die am 1. Januar des Steuerjahres unter 21 Jahre alt sind oder während des Steuerjahres geboren werden und dem Haushalt des Steuerpflichtigen angehören;
  • Kinder, die am 1. Januar des Steuerjahres mindestens 21 Jahre alt sind und ein Hochschulstudium oder eine mehr als einjährige Berufsausbildung (in Vollzeit) absolvieren und dem Haushalt des Steuerpflichtigen angehören;
  • Kinder, die am 1. Januar des Steuerjahres mindestens 21 Jahre alt sind und einen Anspruch auf Familienzulagen für behinderte oder pflegebedürftige Kinder haben.

Steuerermäßigung in Form des Kinderbonus

Die Steuerermäßigung in Höhe von 922,50 Euro pro Jahr und Kind wird in Form eines Kinderbonus gewährt. Dieser Kinderbonus wird monatlich (76,88 Euro je Monat und Kind) von der Nationalen Kasse für Familienleistungen (Caisse nationale des prestations familiales - CNPF) für jedes Kind, das Anspruch auf Kindergeld hat, gezahlt. Er wird automatisch an den Empfänger des Kindergeldes gezahlt.

Der Kinderbonus wird getrennt vom Kindergeld und einige Tage später gezahlt. Kommt das Kind zwischen dem 1. Februar und dem 31. Dezember auf die Welt, wird der Kinderbonus rückwirkend zum Januar des Geburtsjahres gezahlt.

Der Kinderbonus ist steuerfrei.

Um den Kinderbonus zu erhalten, sind keine besonderen Anträge bei der CNPF erforderlich.

Folgendes gilt für Gebietsansässige über 18 Jahre, die ein Hochschulstudium oder ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren und finanzielle Beihilfen in Form eines Stipendiums oder eines Darlehens vom Staat erhalten: seit dem 1. Oktober 2010 gilt der Kinderbonus (Boni pour enfant) als Bestandteil der finanziellen Beihilfe zum Hochschulstudium und der Beihilfe zum Freiwilligendienst und wird nicht mehr an die Eltern überwiesen. Die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) wird über die überwiesenen Beihilfen im Hinblick auf andere Steuervorteile (Steuerklasse 1A, Steuerfreibeträge, usw.) informiert.

Wechselt ein Kind, für das Anspruch auf eine Steuerermäßigung besteht, im Laufe des Steuerjahres in einen anderen Haushalt, gilt es steuerrechtlich als zu dem Haushalt gehörig, dem im fraglichen Jahr zuerst der Kinderbonus gewährt wurde.

Steuerermäßigung in Form eines Steuernachlasses

Lebt im Haushalt des Steuerpflichtigen ein unterhaltsberechtigtes Kind, für das kein Kinderbonus ausgezahlt wurde, erhält der Steuerpflichtige auf Antrag für dieses Kind eine Steuerermäßigung in Form eines Steuernachlasses. Der Steuernachlass wird auf die Steuerschuld des Steuerpflichtigen angerechnet, ohne den Betrag der geschuldeten Steuer zu übersteigen.

Von der Steuerermäßigung in Form eines Steuernachlasses sind Kinder betroffen, für die kein Kindergeldanspruch besteht, insbesondere volljährige Kinder unter 21 Jahren, die nicht in Ausbildung sind, Kinder, deren Eltern keinen Anspruch auf Kindergeld haben (bestimmte Fälle von entsendeten Arbeitnehmern) sowie Kinder, die ein Hochschulstudium absolvieren und nicht von finanziellen Beihilfen profitieren.

Wenn ein unverheiratetes Paar, welches zusammenlebt gemeinsame Kinder hat, die den Anspruch auf eine Steuerermäßigung in Form eines Kinderbonus eröffnen, gelten diese Kinder steuerrechtlich als zu dem Haushalt gehörig, dem im fraglichen Jahr zuerst der Kinderbonus gewährt wurde. Besteht für diese Kinder kein Kindergeldanspruch, gelten sie als dem Haushalt ihrer Mutter zugehörig.

Auf Antrag kann die Mutter in den Genuss einer Steuerermäßigung in Form eines Steuernachlasses gelangen. Sie kann jedoch auch beantragen, dass die Kinder als dem Haushalt des Vaters zugehörig gelten. In diesem Fall verzichtet die Mutter unwiderruflich auf die Steuerermäßigung, indem sie den entsprechenden Vordruck (Vordruck 104) für das besagte Jahr ausfüllt. Die Erklärung, von der grundsätzlichen Zugehörigkeit zum Haushalt der Mutter abweichen zu wollen, muss jedes Jahr erneuert werden.

Antrag über die Einkommensteuererklärung

Gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, die eine Einkommensteuererklärung einreichen, können die Steuerermäßigung in Form des Steuernachlasses beantragen, wenn ihnen kein Kinderbonus ausgezahlt wurde.

Der Steuerpflichtige muss in Vordruck 100 der Einkommensteuererklärung auf Seite 2 den Abschnitt „Kinder, die zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören“ ausfüllen und die Felder 203-227 ankreuzen, um die Steuerermäßigung in Form des Steuernachlasses zu beantragen.

Beantragung im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs

Gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, die keine Einkommensteuererklärung einreichen, können die Steuerermäßigung in Form des Steuernachlasses beantragen, wenn ihnen kein Kinderbonus ausgezahlt wurde.

Er muss dann einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen (als gebietsansässige oder nicht gebietsansässige).

Sie müssen in dem für ihren Wohnsitz zuständigen Steueramt folgende Schritte unternehmen:

  • bei gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 163 R D hinzufügen und die Felder 203-227 ausfüllen;
  • bei nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 163 NR D hinzufügen und Felder 203-227 ausfüllen.

Einen Kinderbonus beantragen

Wenn die Kinder die Bedingungen für die Bewilligung der Steuerermäßigung für Kinder nicht mehr erfüllen, kann der Steuerpflichtige unter gewissen Bedingungen einen Kinderbonus erhalten. Der Steuerpflichtige kann während der zwei Steuerjahre, die auf das Jahr folgen, in welchem der Anspruch auf die Steuerermäßigung für Kinder erloschen ist, in den Genuss des Kinderbonus gelangen. Demnach kann ein Steuerpflichtiger, der bis 2011 Anspruch auf eine Steuerermäßigung für Kinder hatte, unter gewissen Bedingungen einen Kinderbonus für die Steuerjahre 2012 und 2013 beantragen.

Der Kinderbonus wird nur auf Antrag bewilligt, welcher in der Einkommensteuererklärung auf Seite 2 durch Ankreuzen von Feld 238 und Eintragung des Namens und Vornamens sowie des Geburtsdatums des Kindes zu stellen ist. Steuerpflichtige, welche die Bedingungen für die Einreichung einer Steuererklärung nicht erfüllen, können einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich (Gebietsansässige oder Nicht-Gebietsansässige) im zuständigen Steueramt (RTS) einreichen.

Beträgt das steuerpflichtige Einkommen weniger als 67.400 Euro, hat der Steuerpflichtige Anspruch auf einen Kinderbonus von 922,50 Euro pro Kind. Beträgt das angepasste steuerpflichtige Einkommen mehr als 67.400 Euro, jedoch weniger als 76.600 Euro, entspricht der Kinderbonus einem Zehntel der Differenz zwischen 76.600 Euro und dem Einkommen des Steuerpflichtigen. Beträgt das angepasste steuerpflichtige Einkommen mehr als 76.600 Euro, wird kein Kinderbonus mehr bewilligt.

Erhöhte steuerliche Abzüge nutzen

Ein Steuerpflichtiger, dem eine Steuerermäßigung für Kinder zugute kommt, sei es in Form eines Kinderbonus oder eines Steuernachlasses, kann erhöhte steuerliche Abzüge für bestimmte Investitionen oder Ausgaben, die im Laufe des Jahres angefallen sind, geltend machen.

So sind zum Beispiel die Prämien und Beiträge von Versicherungen und die Einzahlungen in einen Bausparvertrag bis zu einer Höhe von jährlich 672 Euro absetzbar. Dieser Betrag erhöht sich für den Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner (sofern die Zusammenveranlagung erfolgt) sowie für jedes Kind, das steuerlich berücksichtigt wird, um denselben Betrag. Der abzugsfähige Höchstbetrag für die o. g. Ausgaben eines verheirateten Steuerpflichtigen mit zwei unterhaltsberechtigten Kindern beläuft sich demzufolge auf 2.688 Euro.

Lebt ein Kind während des Steuerjahres nicht ständig in demselben Haushalt (im Falle der Trennung der Eltern), wird es als zum Haushalt des Steuerpflichtigen zugehörig angesehen, der als Erster in den Genuss der Auszahlung des Kinderbonus für das fragliche Jahr gekommen ist. Bezieht der Steuerpflichtige kein Kindergeld und erhält folglich auch keinen Kinderbonus, wird die Zugehörigkeit zum Haushalt entsprechend der Situation am Stichtag 1. Januar festgelegt.

Die Steuergutschrift für Alleinerziehende beantragen

Ein lediger Steuerpflichtiger ohne Kinder wird nach Steuerkasse 1 (ungünstigste Steuerklasse) besteuert. Gehören ein oder mehrere Kinder zum Haushalt des ledigen Steuerpflichtigen, kann er die günstigere Steuerklasse 1A in Anspruch nehmen (siehe hierzu: Berechnung der Steuerschuld). Diese Steuerklasse ist in der Lohnsteuerkarte des Steuerpflichtigen angegeben.

Die Eintragung von Steuerklasse 1A in die Lohnsteuerkarte erfolgt jedoch nur vorläufig. Steuerklasse 1A gilt als endgültig zugeteilt, wenn der Steuerpflichtige Anspruch auf eine Steuerermäßigung für ein Kind hat, sei es in Form eines Kinderbonus oder eines Steuernachlasses. Die Zahlung des Kinderbonus ist daher die Voraussetzung für die Eintragung von Steuerklasse 1A in die Lohnsteuerkarte.

Einem ledigen Steuerpflichtigen mit einem zu seinem Haushalt gehörenden Kind, für das er eine Steuerermäßigung erhält (Steuerklasse 1A), wird auf Antrag die Steuergutschrift für Alleinerziehende in Höhe von 750 Euro pro Jahr gewährt (unabhängig von der Anzahl der Kinder). War er nicht während des ganzen Jahres steuerpflichtig, wird der Steuerkredit um 62,50 Euro je vollem Steuermonat gekürzt.

Ausgenommen von der Steuergutschrift für Alleinerziehende sind verheiratete Steuerpflichtige, Steuerpflichtige, die während des betreffenden Jahres heiraten, Steuerpflichtige in eingetragener Lebenspartnerschaft, wenn sie die Zusammenveranlagung beantragen, sowie die übrigen Steuerpflichtigen, die in Steuerklasse 2 eingestuft sind.

Die Steuergutschrift für Alleinerziehende wird gekürzt um 50 % des Betrags der Zuwendungen jeglicher Art, die das Kind erhält, soweit die Zuwendung jährlich den Betrag von 1.920 Euro übersteigen. Unter Zuwendungen sind Unterhaltsleistungen (Zahlungen für den Unterhalt, die Erziehung und die berufliche Ausbildung, etc.) mit Ausnahme von Waisenrenten und Kindergeld zu verstehen. Bei mehreren Kindern und Leistungen wird der niedrigste Leistungsbetrag je Kind berücksichtigt, um gegebenenfalls die Minderung der Steuergutschrift festzusetzen.

Beispiel:

Eine Mutter hat ein Kind, für das sie eine Steuerermäßigung erhält und alleine die Unterhalts- und Erziehungskosten trägt. Sie erhält die Steuergutschrift für Alleinerziehende in Höhe von 750 Euro.

Zahlt der Vater einen jährlichen Unterhalt in Höhe von 2.400 Euro für sein Kind, wird die der Mutter gewährte Steuergutschrift für Alleinerziehende um 50 % von (2.400 - 1.920) = 240 Euro gekürzt und beläuft sich daher auf 750 - 240 = 510 Euro.

Liegt der jährliche Unterhalt des Vaters bei 3.420 Euro oder darüber, entfällt die Steuergutschrift für Alleinerziehende.

Die Steuergutschrift für Alleinerziehende wird folgendermaßen gewährt:

Eintragung der Steuergutschrift für Alleinerziehende in die Lohnsteuerkarte

Nur ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger kann die Eintragung der Steuergutschrift für Alleinerziehende in die Lohnsteuerkarte beantragen. Die Steuergutschrift ist infolgedessen auf den Steuerabzug vom Lohn (oder von der Rente/Pension) anrechenbar, der vom Arbeitgeber (oder der Renten-/Pensionskasse) berechnet wird.

Sie müssen in dem für ihren Wohnsitz zuständigen Steueramt folgende Schritte unternehmen:

  • das Original seiner Lohnsteuerkarte einsenden;
  • den Vordruck 164 R beifügen und auf Seite 2 Ziffer 3 „Antrag auf Anwendung des Steuerkredits für Alleinerziehende” ankreuzen;

Auf Verlangen der Veranlagungsstelle muss der Steuerpflichtige die Höhe der Zuwendungen an sein Kind bzw. seine Kinder nachweisen.

Beantragung der Steuergutschrift für Alleinerziehende über die Einkommensteuererklärung

Hat der gebietsansässige Steuerpflichtige die Eintragung der Steuergutschrift für Alleinerziehende in seine Lohnsteuerkarte nicht beantragt, kann er die Steuergutschrift über die Einkommensteuererklärung beanspruchen.

Um die Steuergutschrift für Alleinerziehende zu beantragen, genügt es, die Rubrik „Die Anwendung der Steuergutschrift für Alleinerziehende beantragen” auszufüllen und das Kästchen 228 auf Seite 2 des Steuererklärungsformulars anzukreuzen.

Nur der Steuerpflichtige, der nicht gebietsansässig ist und beantragt, wie ein Gebietsansässiger behandelt zu werden und eine Steuererklärung abgibt, kann unter den gleichen Bedingungen wie ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger den Steuerkredit für Alleinerziehende erhalten.

Anrechnung der Steuergutschrift für Alleinerziehende über den Lohnsteuerjahresausgleich

Der gebietsansässige Arbeitnehmer (oder Rentner/Pensionär), der nicht die Eintragung des Freibetrags für Alleinerziehende auf seiner Steuerkarte beantragt hat und/oder der keine Einkommensteuererklärung abgibt und/oder der nicht während des ganzen Jahres Anspruch auf den Freibetrag hat (Beispiel: Geburt eines Kindes im laufenden Jahr) kann die Anrechnung des verbleibenden Freibetrags im Rahmen eines Lohnsteuerjahresausgleichs beantragen.

Der gebietsansässige Steuerpflichtige muss den Vordruck 163 R D für den Lohnsteuerjahresausgleich an das gemäß seinem Wohnsitz für den Steuerabzug auf Gehältern und Löhnen zuständige Steueramt schicken, nachdem er die Felder 228-233 ausgefüllt hat.

Kosten für den Unterhalt und die Erziehung von nicht zum Haushalt gehörenden Kindern steuerlich absetzen

Ein Steuerpflichtiger, der einen Beitrag zur Deckung der Kosten für Unterhalt und Erziehung von Kindern (z. B. Unterhaltsleistungen) zahlt, die nicht seinem Haushalt angehören (der Steuerpflichtige erhält keine Ermäßigung für die Kinder), kann einen Freibetrag für außergewöhnliche Belastungen beantragen.

Als Kosten für den Unterhalt und die Erziehung von Kindern gelten insbesondere:

  • Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung und Unterkunft;
  • Ausgaben für die ärztliche Behandlung;
  • die üblichen Ausgaben für Freizeit, Geschenke, Urlaubsreisen, Taschengeld usw.;
  • Ausgaben für Schule und Ausbildung (Schulgeld, Kosten für die Berufsausbildung usw.).

Die Kosten für Unterhalt und Erziehung von Kindern, die ein geschiedener Ehepartner für die Kinder zahlt, die im Haushalt seines ehemaligen Ehepartners leben, sind steuerlich absetzbar, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • der Steuerpflichtige trägt mehr als 50 % der Kosten für Unterhalt und Erziehung des Kindes.
  • das Kind muss zu Beginn des Steuerjahres unter 21 Jahre alt sein bzw. mindestens 21 zu Beginn des Steuerjahres, wenn es eine ununterbrochene mehr als einjährige Berufsausbildung in Vollzeit absolviert;
  • das Kind gehört nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen;
  • die Einkünfte des Kindes liegen unter 60 % des Mindestlohnes.

Die Kosten für Unterhalt und Erziehung von Kindern, die nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören, sind für nachweisliche Ausgaben bis zu 3.480 Euro pro Jahr und Kind absetzbar.

Es wird darauf hingewiesen, dass, wenn nicht verheiratete Eltern mit ihren Kindern in einem Haushalt zusammenleben, der Elternteil mit Steuerklasse 1 den Freibetrag für außergewöhnliche Belastungen bis zu einem Höchstbetrag von 3.480 Euro pro Jahr und Kind für die Unterhalts- und Erziehungskosten der Kinder beantragen kann.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann der gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige Steuerpflichtige die Kosten für den Unterhalt und die Erziehung der Kinder, die nicht seinem Haushalt angehören, folgendermaßen absetzen:

  • durch die Eintragung in die Lohnsteuerkarte.
  • durch die Abgabe einer Einkommensteuererklärung;
  • durch die Beantragung des Lohnsteuerjahresausgleichs;

Eintragung der Belastungen in die Lohnsteuerkarte

Der gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige steuerpflichtige Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger kann die Kosten für den Unterhalt und die Erziehung (z. B. Unterhaltsleistungen) seiner Kinder, die nicht seinem Haushalt angehören, in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen.

Der Steuerpflichtige muss im Steueramt, bei der für seinen Wohnsitz zuständigen Veranlagungsstelle die folgenden Schritte unternehmen:

  • das Original seiner Lohnsteuerkarte einsenden;
  • bei gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 164 R beifügen;
  • bei nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 164 NR beifügen.

Auf Verlangen des Steueramts muss der Steuerpflichtige die Höhe der Zuwendungen an sein Kind bzw. seine Kinder nachweisen.

Die Eintragung des Freibetrages für außergewöhnliche Belastungen in die Lohnsteuerkarte gilt nur für das Jahr, für das der Freibetrag beantragt wird. Der Antrag muss jedes Jahr neu gestellt werden, damit überprüft werden kann, ob die Voraussetzungen noch gegeben sind.

Beantragung des Freibetrags im Rahmen der Einkommensteuererklärung

Ein gebietsansässiger bzw. nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger, der eine Einkommensteuererklärung einreicht, kann die Kosten für den Unterhalt und die Erziehung seiner Kinder, die nicht seinem Haushalt angehören, von seinem steuerpflichtigen Einkommen absetzen.

Auf dem Vordruck 100 der Einkommensteuererklärung, muss der Steuerpflichtige auf Seite 15 das Feld 1521 mit der Bezeichnung „Abschlag vom steuerpflichtigen Einkommen für außergewöhnliche Belastungen für Kinder, die nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörten” ankreuzen und in den Feldern 1522 bis 1545 den/die Namen und die Geburtsdaten des/der Kindes/Kinder sowie die Höhe der im Laufe des Jahres angefallenen Kosten angeben.

Auf Verlangen des zuständigen Steueramts muss der Steuerpflichtige die Höhe der angegebenen Kosten nachweisen (bezahlte Rechnungen, Banküberweisungen usw.).

Beantragung des Freibetrags im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs

Der gebietsansässige bzw. nicht gebietsansässige steuerpflichtige Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger, der keine Einkommensteuererklärung einreicht, kann die Kosten für den Unterhalt und die Erziehung seiner Kinder, die nicht seinem Haushalt angehören, von seinem steuerpflichtigen Einkommen absetzen.

Er muss dann einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen (als gebietsansässige oder nicht gebietsansässige).

Sie müssen in dem für ihren Wohnsitz zuständigen Steueramt folgende Schritte unternehmen:

  • bei gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 163 R D hinzufügen (Feld 614 ankreuzen, um den Antrag zu stellen, und Felder 615 bis 631 ausfüllen)
  • bei nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen: Vordruck 163 NR D hinzufügen (Felder 228 bis 241 ausfüllen).

Auf Verlangen des zuständigen Steueramts muss der Steuerpflichtige die Höhe der angegebenen Kosten nachweisen (bezahlte Rechnungen, Banküberweisungen usw.).

Zuständige Kontaktstellen