Als Nicht-Gebietsansässiger eine Lohnsteuerkarte beantragen oder ändern lassen

Letzte Änderung dieser Seite am 04-09-2017

Eine Lohnsteuerkarte oder „Steuerkarte“ gibt Auskunft über:

  • die Steuerklasse des Arbeitnehmers oder des Renten-/Pensionsempfängers (bei der Hauptlohnsteuerkarte) oder;
  • einen Steuersatz (bei der zusätzlichen Lohnsteuerkarte).

Sie ist ein unerlässliches Dokument für den Arbeitgeber oder die Renten-/Pensionskasse, um den Quellensteuerabzug auf Gehälter oder Renten/Pensionen vorzunehmen.

Das Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige der Steuerverwaltung (Administration des contributions directes - ACD) erstellt diese Lohnsteuerkarte zu Beginn des Jahres für die nicht gebietsansässigen Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

  • Indem Sie das Formular herunterladen

    • Antrag auf Ausstellung, Berichtigung, Eintragung einer Ermäßigung oder Ausstellung eines Duplikates einer Steuerkarte für nicht ansässige Steuerpflichtige (Vordruck 164 NR D) für das Jahr 2017

Zielgruppe

Nicht-gebietsansässige Arbeitnehmer, die im Großherzogtum Luxemburg einer Beschäftigung nachgehen, sowie Renten-/Pensionsempfänger (in Luxemburg steuerpflichtig) müssen im Besitz einer Lohnsteuerkarte sein.

Einkünfte aus nichtselbstständige Arbeit und die von den luxemburgischen gesetzlichen Renten-/Pensionskassen gezahlten Renten/Pensionen unterliegen der Einkommensteuer im Wege des Steuerabzugs (Quellensteuer).

Der Arbeitgeber bzw. die Renten-/Pensionskasse nimmt den Steuerabzug gemäß dem Steuertarif vor, der auf der Hauptlohnsteuerkarte eingetragen ist, bzw. gegebenenfalls zu dem Satz, der auf den zusätzlichen Lohnsteuerkarten eingetragen ist.

Der Steuerabzug auf Löhne/Gehälter oder Renten/Pensionen wird unter Berücksichtigung der auf der Lohnsteuerkarte („Steuerkarte“) eingetragenen Ermäßigungen (Abzüge, Freibeträge und Gutschriften) vorgenommen.

Vorgehensweise und Details

Ausstellung der Lohnsteuerkarten

Die Lohnsteuerkarten werden von der ACD einmal pro Jahr automatisch sowie im Falle einer Änderung der persönlichen Situation ausgestellt.

Im Falle eines Arbeitnehmers wird die 1. Lohnsteuerkarte nach der Anmeldung der betroffenen Person beim Sozialversicherungszentrum (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) innerhalb von durchschnittlich 30 Werktagen ausgestellt.

Die Lohnsteuerkarte wird dem Empfänger direkt per Briefpost zugeschickt. Sie kann nicht direkt beim Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige abgeholt werden.

Hat der Steuerpflichtige, der bereits im Jahr N eine Lohnsteuerkarte erhalten hat, seine Lohnsteuerkarte N+1 bis zum 1. März N+1 nicht erhalten, muss er sich mit dem zuständigen Steueramt RTS in Verbindung setzen und seinen Arbeitgeber informieren, dass der Antrag gestellt wurde.

Änderung der persönlichen oder beruflichen Situation

Die Lohnsteuerkarte wird in folgenden Fällen innerhalb von durchschnittlich 30 Werktagen von der ACD automatisch aktualisiert:

  • bei jedem Wechsel des Arbeitgebers;
  • bei jeder Änderung der Benennung oder der Anschrift eines Arbeitgebers;
  • bei jeder Abmeldung eines Arbeitnehmers durch einen Arbeitgeber beim Sozialversicherungszentrum (CCSS);
  • bei jedem Eintritt in den Ruhestand gemäß der luxemburgischen Sozialgesetzgebung;
  • bei jeder bei der Zukunftskeess (Caisse pour l'avenir des enfants - CAE) vorgenommenen Änderung der Haushaltszusammensetzung eines Steuerpflichtigen.

Die Lebenspartnerschaft hat keine Auswirkungen auf die Lohnsteuerkarte.

Alle Aktualisierungen der Anschrift oder des Personenstands (Heirat, Scheidung, Trennung, Todesfall) nicht-gebietsansässiger Steuerpflichtiger sind vom Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger beim Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige über den Vordruck 164 NR zu beantragen.

Im Falle von Steuerpflichtigen, die im Jahresverlauf heiraten oder ein Kind bekommen, wird die Steuerklasse entsprechend geändert.

  • bei der Heirat: werden die Ehegatten gemeinsam veranlagt, werden sie der Steuerklasse 2 zugeteilt;
  • bei der Geburt eines Kindes: erhält der Steuerpflichtige eine Steuerermäßigung (in irgendeiner Form) für dieses Kind, wird er der Steuerklasse 1a zugeordnet, es sei denn, er gehört bereits der Steuerklasse 2 an.

Diese Änderung der Steuerklasse auf der Lohnsteuerkarte wird ab dem Datum der Heirat oder der Geburt des Kindes wirksam. Der zwischen dem Datum der Geburt und dem Erhalt der neuen aktualisierten Lohnsteuerkarte vorgenommene Steuerabzug kann nach Abgabe der neuen Steuerkarte beim Arbeitgeber oder bei der Renten-/Pensionskasse berichtigt werden.

Durch einen Lohnsteuerjahresausgleich oder eine Steuererklärung kann der Abzug auch für das gesamte Jahr, d. h. vom 1. Januar bis zum 31. Dezember, berichtigt werden.

Überprüfung und Übermittlung der Lohnsteuerkarten

Der Steuerpflichtige muss die auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Informationen nach Erhalt der Steuerkarte überprüfen.

Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber bzw. der für die Bewilligung des Arbeitslosengelds oder der Wiedereingliederungshilfe zuständigen Stelle das Original ihrer Steuerkarte aushändigen.

Renten-/Pensionsempfänger erhalten in der Regel nur eine Kopie zu Informationszwecken. Das Original geht direkt an die jeweilige Renten-/Pensionskasse. Die Lohnsteuerkarte wird auf Basis der Daten der letzten für den Arbeitnehmer erstellten Karte ausgestellt.

Sind die Informationen auf der Steuerkarte nicht richtig, müssen die Änderungen bei der Steuerverwaltung (Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige) vorzugsweise unter Verwendung des Vordrucks 164 NR beantragt und die dafür erforderlichen Belege beigefügt werden.

Die Steuerverwaltung kann im Rahmen der Überprüfung von Informationen, Aussagen, Anträgen, Erklärungen, Beschwerden oder Widersprüchen jederzeit zusätzliche Belege anfordern.

Die verschiedenen Lohnsteuerkarten

Ein Steuerpflichtiger, der gleichzeitig mehrere Löhne/Gehälter oder Renten/Pensionen bezieht, erhält mehrere Steuerkarten.

Gleiches gilt für verheiratete Steuerpflichtige, die jeweils in Luxemburg zu versteuernde Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit oder eine Rente/Pension beziehen und gemeinsam veranlagt werden.

Ebenso muss ein Arbeitnehmer, der mehrere Arbeitgeber hat, bei jedem von ihnen eine Lohnsteuerkarte abgeben.

Die Besteuerung der (regelmäßigsten und höchsten) Hauptvergütung erfolgt auf Basis der Hauptlohnsteuerkarte (1. Lohnsteuerkarte) gemäß der Steuertabelle für Löhne/Gehälter oder Renten/Pensionen.

Die Besteuerung der übrigen Vergütungen erfolgt auf Basis zusätzlicher Steuerkarten (2., 3. Steuerkarte usw.) gemäß einem festen Satz:

  • 33 % für die Steuerklasse 1;
  • 21 % für die Steuerklasse 1a;
  • 15 % für die Steuerklasse 2.

Falls die Hauptlohnsteuerkarte nicht für die regelmäßigste und höchste Vergütung ausgestellt wird, können die Steuerpflichtigen über den Vordruck 164 NR beim Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige beantragen, dass die Hauptlohnsteuerkarte in eine zusätzliche Lohnsteuerkarte umgewandelt wird.

Die Steuerpflichtigen haben die erforderlichen Belege (Kopie der Lohn-/Gehaltsabrechnungen beider Ehepartner der letzten 3 Monate) beizufügen, um die Höhe ihres Einkommens nachzuweisen.

Steuerpflichtige müssen durch den Vermerk „Bitte Hauptlohnsteuerkarte ändern“ angeben, dass sie die Hauptlohnsteuerkarte in eine zusätzliche Lohnsteuerkarte umwandeln wollen. Diese Umwandlung wirkt sich nicht auf die am Jahresende geschuldete Steuer aus, sondern nur auf die Summe der an der Quelle einbehaltenen Steuer.

Wer einen ermäßigten Steuersatz beantragt, muss Kopien der Lohn- und Gehaltsnachweise der letzten 3 Monate beilegen mit dem Vermerk „Bitte den niedrigsten Steuersatz neu ermitteln“.

Eintragung der Steuerermäßigungen (steuerliche Abzüge) auf der Lohnsteuerkarte

Arbeitnehmer bzw. Renten-/Pensionsempfänger können die Eintragung bestimmter Lohnsteuerermäßigungen (Abzüge, Freibeträge und Steuergutschriften) auf ihrer Lohnsteuerkarte beantragen (Vordruck 164 NR), damit der Arbeitgeber bzw. die zuständige Renten-/Pensionskasse diese bei der Berechnung des Nettoeinkommens berücksichtigen können.

Nicht-Gebietsansässige können beispielsweise folgende Eintragungen vornehmen lassen:

  • die zusätzlichen beruflichen Aufwendungen (Werbungskosten - FO);
  • die außerordentliche Belastung (CE) durch nicht zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörende Kinder;
  • den Pauschbetrag für Fahrtkosten (FD);
  • eine Absetzung des erhöhten Pauschbetrags bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder Behinderung (bitte eine Kopie des ärztlichen Attests, in welchem der Grad der Erwerbsminderung angegeben ist, ist beifügen);
  • Freibetrag für nachhaltige Mobilität.

Andere außergewöhnliche Belastungen (Krankheit, bedürftige Eltern, Körperbehinderung, Kosten für Hauspersonal, Kinderbetreuungskosten usw.) können nicht berücksichtigt werden, außer der Nicht-Gebietsansässige entscheidet sich für eine steuerliche Behandlung wie Gebietsansässige und reicht eine Steuererklärung ein.

Die Eintragung einer Steuerermäßigung in die Lohnsteuerkarte gilt nur für das Steuerjahr, für das Letztere beantragt wurde. Die Anträge müssen jedes Jahr erneuert werden, damit geprüft werden kann, ob die entsprechenden Bedingungen immer noch gegeben sind.

Der Vorteil dieser Eintragung besteht darin, dass die Ermäßigungen (Abzüge, Freibeträge und Steuergutschriften) bei der Berechnung des Nettogehalts berücksichtigt werden können, ohne dass der Steuerbescheid nach Einreichung der Steuererklärung abgewartet werden muss.

Die Summe der während des Steuerjahres erhobenen Quellensteuern kann stets zu hoch oder zu niedrig sein. Der Differenzbetrag kann zurückerstattet oder im Folgejahr rückwirkend erhoben werden – entweder durch eine Besteuerung durch Veranlagung (Vordruck 100 - Steuererklärung) oder durch einen Lohnsteuerjahresausgleich (Vordruck 163).

Die Schuldzinsen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Wohneigentum können nicht in die Lohnsteuerkarte eingetragen werden und werden erst bei Einreichung einer Steuererklärung berücksichtigt (Vordruck 100).

Beizufügende Belege

Die Belege, die den Anträgen auf Eintragung von Steuerabzügen beizufügen sind, sind auf der letzten Seite des Vordrucks 164 angegeben.

Die Steuerverwaltung kann im Rahmen der Überprüfung von Informationen, Aussagen, Anträgen, Erklärungen, Beschwerden oder Widersprüchen jederzeit zusätzliche Belege anfordern.

Die Lebenspartnerschaft hat keine Auswirkungen auf die Lohnsteuerkarte.

Ein Duplikat der Lohnsteuerkarte beantragen

Nicht-gebietsansässige Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger, die ihre Lohnsteuerkarte verloren haben, müssen beim Steueramt RTS Nicht-Gebietsansässige die Ausstellung eines Duplikats beantragen - am besten über den dafür vorgesehenen Vordruck.

Hinweis: Die Lohnsteuerkarte darf nicht verwechselt werden mit:

  • dem Lohn- bzw. Gehaltsnachweis;
  • den Renten-/Pensionsbescheinigungen;
  • dem Einkommensnachweis.

Fehlende Lohnsteuerkarte

Wurde dem Arbeitgeber oder der Renten-/Pensionskasse keine Lohnsteuerkarte ausgehändigt, erfolgt der Steuerabzug auf dem Lohn/Gehalt oder der Rente/Pension gemäß Steuerklasse 1, ohne dass die Steuer jedoch weniger als 33 % beträgt.

Dieser Einbehalt kann nach Abgabe der Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber oder über die Steuererklärung oder den Lohnsteuerjahresausgleich berichtigt werden.

Zuständige Kontaktstellen

45, boulevard Roosevelt
L-2982 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 40800-1
Fax: (+352) 40800-2022