Die Anforderungen an die steuerliche Mitwirkungspflicht eines nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen kennen

Letzte Änderung dieser Seite am 17-03-2015

Im Allgemeinen können nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, die luxemburgische oder ausländische Einkünfte erzielen, auf verschiedene Art und Weise der steuerlichen Mitwirkungspflicht in Luxemburg unterliegen. Ob die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung besteht, hängt insbesondere von der Art der erzielten Einkünfte (Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Veräuβerungsgewinne, usw.), der Höhe der erzielten Einkünfte und der familiären Situation des Steuerpflichtigen ab.

Folglich müssen bestimmte nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, eine Einkommensteuererklärung (die sogenannte Steuerveranlagung) einreichen. Unter besonderen Voraussetzungen können bestimmte Steuerpflichtige die steuerliche Behandlung wie gebietsansässige Steuerpflichtige wählen und abzugsfähige Ausgaben geltend machen. Der Antrag auf Gleichstellung mit gebietsansässigen Steuerpflichtigen erfolgt mit der Einkommensteuererklärung. Für die Einkommensteuererklärung wird das Formular der Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) verwendet, das die Nr. 100 trägt bzw. als „Vordruck 100“ bezeichnet wird (welcher auf Französisch und Deutsch verfügbar ist). Grundsätzlich muss die Einkommensteuererklärung, zuzüglich der entsprechenden Nachweise, bis zum 31. März des auf das betreffende Steuerjahr folgenden Kalenderjahres beim zuständigen Steueramt (Bureau d'imposition) eingereicht werden.

Nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, die nicht verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung einzureichen, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich stellen. Die Steuerverwaltung sieht für den Lohnsteuerjahresausgleich Formular Nr. 163 NR vor (welches auf Französisch (163 NR F) und Deutsch (163NR D) verfügbar ist). Der Lohnsteuerjahresausgleich muss bis spätestens 31. Dezember des Jahres, das auf das betreffende Steuerjahr folgt, bei dem zuständigen Steueramt (Bureau d'imposition RTS) eingereicht werden.

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Zielgruppe

Es handelt sich um Steuerpflichtige, die weder ihren steuerlichen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Großherzogtum haben (nicht gebietsansässige Steuerpflichtige) und inländische Einkünfte (aus Luxemburg) beziehen, die im Großherzogtum steuerpflichtig sind.

Vorgehensweise und Details

Steuerpflichtige, die verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben

Der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige:

  1. der während mindestens 9 Monaten des betreffenden Jahres ununterbrochen als Arbeitnehmer in Luxemburg beschäftigt war;
    oder
  2. der mehr als 50% der beruflichen Einkünfte seines Haushalts in Luxemburg erzielt hat (für einen verheirateten nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen);

muss eine Einkommensteuererklärung (Vordruck 100) einreichen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt wird:

  • sein in Luxemburg steuerpflichtiges Jahreseinkommen überschreitet 100.000 Euro;
  • es werden gleichzeitig mehrere verschiedene in Luxemburg steuerpflichtige Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit bzw. Renten/Pensionen bezogen, die dem Quellensteuerabzug unterliegen, und das in Luxemburg steuerpflichtige Einkommen beträgt mehr als 36.000 Euro bei Steuerklasse 1 oder 2 bzw. mehr als 30.000 Euro bei Steuerklasse 1A (Beispiele: Ein Steuerpflichtiger ist in mehreren Arbeitsverhältnissen beschäftigt, ein Renten-/Pensionsempfänger bezieht mehrere Renten/Pensionen, eine Person befindet sich in einem Arbeitsverhältnis und bezieht daneben eine Rente/Pension, verheiratete und zusammenveranlagte Steuerpflichtige erhalten beide Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit bzw. Renten-/Pensionseinkünfte, ein Ehepaar, bei dem ein Ehepartner berufstätig ist und der andere eine Rente/Pension bezieht, usw.);
  • sein luxemburgische Einkommen unterliegt dem Quellenabzug nicht, wie etwa Einkünfte aus der Ausübung eines freien Berufs, Einkünfte aus der Vermietung inländischer Immobilien oder Einkünfte von einem ausländischen Arbeitgeber;
  • das luxemburgische Einkommen besteht aus Tantiemen, deren Bruttobetrag 100.000 Euro pro Jahr überschreitet;
  • der Steuerpflichtige wird von der Steuerverwaltung aufgefordert, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Steuerpflichtige, die eine Einkommensteuererklärung abgeben können

Ein nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger (selbständig oder nichtselbständig beschäftigt), der keine Einkommensteuererklärung (Vordruck 100) einreichen muss, kann dies insbesondere in den folgenden Fällen tun:

  • ein nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger, der jedoch in Luxemburg mindestens 90 % seines Welteinkommens (in- und ausländische Einkünfte) versteuert, kann die steuerliche Behandlung wie ein Gebietsansässiger wählen und alle abzugsfähigen Ausgaben geltend machen, auf die ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger Anspruch hat. Praktisch alle Einkünfte des nicht gebietsansässigen Steuerpflichtigen müssen in Luxemburg erzielt worden sein. Die Quote von 90 % des Welteinkommens kann im Hinblick auf die persönliche Lage der verheirateten Steuerpflichtigen berechnet werden. Der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige muss infolgedessen alle Einkünfte angeben, einschließlich der Einkünfte, die nicht in Luxemburg erzielt wurden;
  • ein steuerpflichtiger belgischer Gebietsansässiger, der mehr als 50 % seines beruflichen Einkommens (Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Pensionen und Renten) in Luxemburg versteuert, kann die steuerliche Behandlung wie ein Gebietsansässiger wählen und alle abzugsfähigen Ausgaben geltend machen, auf die ein gebietsansässiger Steuerpflichtiger Anspruch hat. Der in Belgien Ansässige muss daher alle Einkünfte angeben, einschließlich der Einkünfte, die nicht in Luxemburg steuerpflichtig sind;
  • ein Steuerpflichtiger, der wählt, steuerlich wie ein Gebietsansässiger behandelt zu werden, kann gegebenenfalls die Steuergutschrift für Alleinerziehende in Anspruch nehmen;
  • ein Steuerpflichtiger beantragt die Zusammenveranlagung mit seinem eingetragenen Lebenspartner, mit dem er nach luxemburgischem oder ausländischem Recht in einer Lebenspartnerschaft zusammenlebt;
  • ein Steuerpflichtiger verzeichnet Verluste in Bezug auf sein in Luxemburg steuerpflichtiges Einkommen (z.B. werden die Verluste aus Miet- und Pachteinkünften von inländischen Immobilien mit den in Luxemburg steuerpflichtigen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit verrechnet);
  • ein Steuerpflichtiger hat lediglich inländische Tantiemen von weniger als 100.000 Euro brutto pro Jahr bezogen. Damit seine familiäre Situation sowie die Fahrtkosten und Auslagen, die ihm in Zusammenhang mit den Tantiemen entstanden sind, berücksichtigt werden können, muss der Steuerpflichtige jedoch die Besteuerung durch Veranlagung beantragen.

In der Praxis kann der Steuerpflichtige eine Einkommensteuererklärung einreichen, wenn sich hieraus eine Erstattung des Quellensteuerabzugs ergibt.

Lohnsteuerjahresausgleich

Falls der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige (Arbeitnehmer oder Renten-/Pensionsempfänger) die Voraussetzungen für die Einreichung einer Einkommensteuererklärung nicht erfüllt, kann er unter bestimmten Bedingungen einen Antrag auf Lohnsteuerjahresausgleich (Vordruck 163) stellen.

Die Einreichung eines Lohnsteuerjahresausgleichs ist insbesondere dann für den Steuerpflichtigen von Vorteil, wenn:

  • er nach Beendigung seiner Ausbildung im Laufe des Jahres seine berufliche Laufbahn in Luxemburg aufnimmt;
  • er nur einen Teil des Jahres in Luxemburg erwerbstätig ist (Aufnahme bzw. Beendigung der beruflichen Tätigkeit in Luxemburg im Laufe des Jahres) und seine im Ausland erzielten Einkünfte anteilig unter den luxemburgischen Einkünften liegen;
  • seine familiäre Situation sich im Laufe des Jahres geändert hat (Heirat, Geburt, usw.);
  • der Steuerpflichtige eine Steuerermäßigung in Form eines Steuernachlasses beantragt, falls kein Kinderbonus gezahlt wurde usw.

Der Steuerpflichtige muss eine der beiden folgenden Voraussetzungen erfüllen, wenn er einen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen will:

  • der Steuerpflichtige war während des Steuerjahres mindestens 9 volle Monate in Folge in Luxemburg erwerbstätig;
    oder
  • der Steuerpflichtige war während eines Teils des Steuerjahres in Luxemburg erwerbstätig und hat in Luxemburg einen Bruttoverdienst von mindestens 75 % seiner jährlichen brutto Welteinkünfte (im In- und Ausland) erzielt.

Erfüllt der Arbeitnehmer keine der erwähnten Voraussetzungen, kann er dennoch einen Lohnsteuerjahresausgleich beantragen, vorausgesetzt, er gibt alle in- und ausländischen Einkünfte an.

Zuständige Kontaktstellen

45, boulevard Roosevelt
L-2982 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 40800-1
Fax: (+352) 40800-2022