Kindergeld beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am 01-08-2016

Das Kindergeld ist eine finanzielle Leistung, die Familien bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder unterstützen soll. Es stellt einen Ausgleich für familienbedingte Ausgaben dar, d. h. für Kosten, die für den Unterhalt und die Erziehung eines Kindes anfallen.

Für jedes Kind besteht ab dem Monat seiner Geburt Anspruch auf eine monatliche Kindergeldzahlung. Hinzu kommt ab sechs Jahren bis zum Ende der Schulzeit (bzw. spätestens bis zum 25. Geburtstag) die Schulanfangszulage.

Der Kindergeldantrag muss bei der Zukunftskasse (Caisse pour l'avenir des enfants - CAE) eingereicht werden.

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Zielgruppe

Minderjährige Kinder

Das Kindergeld wird vom Monat der Geburt bis zum 18. Geburtstag für Kinder gezahlt, die:

  • ihren gesetzlichen Wohnsitz in Luxemburg haben;
  • tatsächlich permanent in Luxemburg leben;
  • Familienmitglieder einer Person sind, welche der Luxemburger Gesetzgebung unterliegt und unter den Anwendungsbereich der Verordnungen der EU fällt oder eines anderen bi- oder multilateralen Übereinkommens, das Luxemburg im Bereich der sozialen Sicherheit unterzeichnet hat und die Zahlung von Familienleistungen nach der Gesetzgebung des Beschäftigungslands vorsieht, sofern das Kind in einem von diesen Verordnungen oder Übereinkommen betroffenen Land wohnt.

Ordnet das Gericht die Unterbringung eines Kindes bei einer Pflegefamilie oder in einer Einrichtung an, erhält die natürliche oder juristische Person das Kindergeld, die das Sorgerecht ausübt, d.h. bei der das Kind seinen gesetzlichen Wohnsitz hat und tatsächlich permanent lebt.

Volljährige Kinder

Die Altersgrenze von 18 Jahren wird für folgende Kreise bis maximal zum 25. Geburtstag angehoben:

  • Kinder, die mindestens 24 Stunden je Woche den klassischen Sekundarunterricht, den technischen Sekundarunterricht oder einen gleichgestellten Unterricht besuchen (als Vollzeitausbildung);
  • Schüler von Einrichtungen, Stellen und Zentren mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt bzw. vergleichbaren Institutionen im Ausland;
  • Auszubildende, die weniger als den sozialen Mindestlohn verdienen.

Diese Sonderreglung gilt nicht für:

  • Abendkurse (es muss sich um eine Vollzeitausbildung mit mindestens 24 Wochenstunden handeln);
  • Fernunterricht (z.B. eBac).

Voraussetzungen

Kinder, für die Familienleistungen beantragt werden sollen, müssen ihren gesetzlichen Wohnsitz in Luxemburg haben und tatsächlich permanent in Luxemburg wohnen.

Die Wohnbedingung gilt als erfüllt, wenn:

  • das Kind Mitglied der Familie einer Person ist, die – unter Beibehaltung ihres gesetzlichen Wohnsitzes in Luxemburg – aus Gründen, die sie selbst, ihren Ehepartner oder ihren nicht getrennt lebenden Lebenspartner betreffen, zeitweilig mit ihrer Familie im Ausland lebt;
  • das Kind vorübergehend mit einem Elternteil im Ausland lebt, der
    • dort ein Hochschul- oder Universitätsstudium oder eine berufliche Ausbildung absolviert;
    • von seinem Arbeitgeber entsandt wurde und weiter in Luxemburg sozialversichert bleibt;
    • einer luxemburgischen diplomatischen Vertretung im Ausland angehört oder zum Personal einer solchen Vertretung gehört;
    • sich im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit als Entwicklungshelfer (agent de coopération oder coopérant) im Ausland aufhält;
    • für Luxemburg an einer Friedenssicherungsmission einer internationalen Organisation teilnimmt;
    • eine Tätigkeit als Freiwilliger ausübt.

Die Zukunftskasse kann hinsichtlich dieser Bedingungen in Einzelfällen Ausnahmen gewähren.

Für im Ausland lebende Kinder, von denen ein Elternteil in Luxemburg arbeitet, besteht ebenfalls ein Anspruch auf Kindergeld. Die Höhe hängt in diesem Fall von den bereits im Wohnsitzland gewährten Leistungen ab.

Bei Auslandsaufenthalten muss der Kindergeldempfänger während dieser Abwesenheit seinen Wohnsitz in Luxemburg beibehalten haben.

Vorgehensweise und Details

In Luxemburg Gebietsansässige

In Luxemburg Gebietsansässige müssen bei der Zukunftskasse folgende Unterlagen einreichen:

  • vollständig ausgefüllter Kindergeldantrag (das Formular ist bei der Gemeinde erhältlich, in der die Geburt angezeigt wird);
  • Geburtsurkunde des Kindes;
  • Bankidentitätsnachweis.
Auf MyGuichet kann der Kindergeldantrag mit Hilfe eines Assistenten online gestellt werden.

Vor kurzem nach Luxemburg zugezogene Personen

Vor kurzem nach Luxemburg zugezogene Personen müssen bei der Zukunftskasse folgende Unterlagen einreichen:

  • EU-Bürger:
    • Bescheinigung der zuvor zuständigen Kindergeldkasse über die Einstellung der Zahlung oder die Nichtzahlung von Kindergeld;
    • vollständig ausgefüllter Kindergeldantrag (das Formular ist bei der Gemeinde erhältlich, in der die Geburt angezeigt wird);
    • Geburtsurkunde des Kindes;
    • Bankidentitätsnachweis.
  • Drittstaatsangehörige:
    • Eltern, die in Luxemburg rechtmäßig einer beruflichen Tätigkeit nachgehen (im Rahmen derer sie in Luxemburg sozialversichert sind), müssen der Zukunftskasse ihre Aufenthaltserlaubnis sowie die Aufenthaltserlaubnis der übrigen Familienmitglieder zukommen lassen (Selbstständige: Gewerbegenehmigung);
    • vollständig ausgefüllter Kindergeldantrag (das Formular ist bei der Gemeinde erhältlich, in der die Geburt angezeigt wird);
    • Geburtsurkunde des Kindes.
Nicht berufstätigen Eltern wird der Kindergeldanspruch erst gewährt, wenn sie 6 Monate lang ohne Unterbrechung auf luxemburgischem Staatsgebiet gewohnt haben.

Auf MyGuichet kann der Kindergeldantrag mit Hilfe eines Assistenten online gestellt werden.

In Luxemburg arbeitende Nicht-Gebietsansässige

In Luxemburg arbeitende Nicht-Gebietsansässige müssen bei der Zukunftskasse folgende Unterlagen einreichen:

  • aktuelle Bescheinigung über die Haushaltszusammensetzung;
  • Wohnsitzbescheinigung der Gemeinde, in der das Kind seinen Wohnsitz hat;
  • vollständig ausgefüllter Kindergeldantrag; auf dem Formular ist anzugeben, ob für diese Kinder bereits von einer anderen Institution Kindergeld bezogen wird (ggf. Zahlung des Unterschiedsbetrags);
  • Geburtsurkunde des Kindes sowie ggf. der Person, an die die Familienleistungen ausgezahlt werden sollen;
  • Bankidentitätsnachweis oder Bescheinigung der kontoführenden Bank;
  • Bescheinigung der zuvor zuständigen Kindergeldkasse über die Einstellung der Kindergeldzahlung.
Auf MyGuichet kann der Kindergeldantrag mit Hilfe eines Assistenten online gestellt werden.

Nicht-gebietsansässige Rentner (die zuvor in Luxemburg gearbeitet haben)

Grenzgänger im Ruhestand, die in Luxemburg eine Rente/Pension beziehen, erhalten weiterhin Kindergeld in Luxemburg. Nicht-gebietsansässige Rentner haben genau wie berufstätige Nicht-Gebietsansässige Anspruch auf Familienleistungen.

Bei Einstellung der Berufstätigkeit wird die Zahlung jedoch möglicherweise zunächst ausgesetzt, bis die neue Situation in den Unterlagen erfasst wurde. Da es für Rentenempfänger spezielle Regelungen gibt, kann es zu einer Änderung der Prioritäten kommen.

Volljährige Schüler

Schüler, die älter als 18 Jahre sind, können das Kindergeld und die Schulanfangszulage bis zum 25. Geburtstag weiter beziehen.

Hierzu müssen sie der Zukunftskasse jedes Jahr zum Schuljahresbeginn eine Schulbescheinigung vorlegen.

Die Zahlung des Kindergelds endet jeweils am 31. Juli eines Jahres.

Studierende, die eine Hochschule besuchen, haben keinen Anspruch auf Kindergeld.

Zahlungsmodalitäten

Das Kindergeld wird an folgende Personen bezahlt:

  • die Eltern, wenn das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt bzw. wenn sie sich abwechselnd um das Kind kümmern (die Eltern entscheiden, an wen von ihnen das Geld geht);
  • in allen anderen Fällen wird das Kindergeld an den Elternteil oder an die natürliche oder juristische Person gezahlt, bei dem/der das Kind seinen gesetzlichen Wohnsitz hat und tatsächlich lebt.
Wenn das Kind volljährig ist oder für mündig erklärt wurde, kann es bei der Zukunftskasse beantragen, dass es das Kindergeld selbst bezieht. Hierzu reicht eine schriftliche Mitteilung mit Angabe der Bankverbindung aus.

Wenn strittig ist, wer das Kindergeld bezieht, entscheidet die Zukunftskasse im Interesse des Kindes.

Zahlung:

  • Bei Neugeborenen wird das Kindergeld ab dem Monat der Geburt gezahlt.
  • In allen anderen Fällen wird das Kindergeld ab dem Kalendermonat ausgezahlt, der auf das den Anspruch begründende Ereignis folgt.
  • Bei Einreise des Kindes auf luxemburgisches Staatsgebiet wird das Kindergeld ab dem 1. des Monats gezahlt, der auf den Monat folgt, in dem das die Bedingungen für die Gewährung von Kindergeld erfüllende Kind rechtmäßig in Luxemburg angemeldet wurde.
  • Außerdem wird das Kindergeld gezahlt, wenn ein Arbeitnehmer in einem Kalendermonat überwiegend sozialversichert war.

Jede Änderung, die im Laufe eines Monats eintritt, wird erst zum 1. Tag des Folgemonats berücksichtigt.

Unterschiedsbeträge werden Ende Januar und Juli ausgezahlt, sofern der Zukunftskasse die vollständigen Unterlagen vorliegen.

Höhe des Kindergelds

Neue Regelung ab dem 1. August 2016

Die Höhe des Kindergelds beträgt 265 Euro je Kind und Monat.

Der Betrag wird um folgende Alterszuschüsse erhöht:

  • 20 Euro für jedes Kind ab 6 Jahren
  • 50 Euro für jedes Kind ab 12 Jahren

Bei Nicht-Gebietsansässigen richtet sich die Höhe des Kindergeldes nach der Höhe des im Wohnsitzland bezogenen Kindergeldes. Luxemburg zahlt ggf. den Unterschiedsbetrag.

Übergangsregelung

Für alle vor dem 1. August 2016 kindergeldberechtigten Kinder, die Teil eines Haushalts mit 2 oder mehr Kindern sind, bleiben der alte Betrag des Kindergelds und des Kinderbonus unverändert.

Schulanfangszulage

Die Schulanfangszulage wird jedes Jahr im August automatisch für alle Kinder gezahlt, für die Kindergeld bezogen wird. Die Zahlung endet in dem Jahr, in dem die Schule abgeschlossen oder vorzeitig beendet wird.

Höhe der Schulanfangszulage:

  • 115 Euro für Kinder über 6 Jahren;
  • 235 Euro für Kinder über 12 Jahren.

Einstellung der Zahlung

Die Zahlung wird eingestellt:

  • ab dem Folgemonat des Todes des Kindes;
  • wenn der Lohn des Auszubildenden den sozialen Mindestlohn übersteigt;
  • wenn der Schüler während der Schulzeit im Rahmen eines bezahlten Praktikums oder der Ausübung einer beruflichen Tätigkeit über mindestens 4 von 12 Monaten einen Lohn in Höhe des sozialen Mindestlohns oder höher bezieht;
  • ab dem Monat nach der vorzeitigen Beendigung des Schulbesuchs.

Rechtsmittel

Alle im Zusammenhang mit der Leistungsgewährung stehenden Fragen können mit Rechtsmitteln vor dem Präsidenten des Direktionsausschuss der Zukunftskasse (CAE) oder seinem Vertreter angegangen werden.

Die Entscheidung wird innerhalb von 40 Tagen rechtsgültig, wenn die Betroffenen keinen schriftlichen, begründeten Widerspruch beim Direktionsausschuss der Zukunftskasse einlegen.

Die Entscheidungen des Direktionsausschusses der Zukunftskasse können mit Rechtsmitteln vor dem Schiedsgericht der Sozialversicherungen (Conseil arbitral de la sécurité sociale) und anschließend in der Berufungsinstanz beim Obersten Schiedsgericht der Sozialversicherungen (Conseil supérieur de la sécurité sociale) angegangen werden.

Zuständige Kontaktstellen