Den Beerdigungskostenzuschuss beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am: 23-04-2014

Verstirbt der Versicherte oder eine mitversicherte Person, zahlt die Krankenversicherung den Angehörigen des Verstorbenen unter bestimmten Bedingungen eine pauschale Entschädigung zur Deckung der Bestattungskosten.

Die Höhe der Leistung sowie die Modalitäten der Überweisung werden von der nationalen Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS) festgelegt. Der Beerdigungskostenzuschuss ist ein Bestandteil der Leistungen an die Hinterbliebenen.

Zielgruppe

Der Beerdigungskostenzuschuss wird maximal bis zur Höhe der vorgelegten Kosten an die Person oder die Institution erstattet, die diese Kosten vorgestreckt hat, oder, falls eine öffentliche Stelle das Bestattungsunternehmen beauftragt hat, direkt an diese Stelle.

Folgende Personen, oder falls es diese nicht gibt, die Person, die die Beerdigungskosten übernommen hat, können den Beerdigungszuschuss erhalten:

  • der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner;
  • der geschiedene Ehegatte, der nicht erneut geheiratet hat;
  • die ehelichen, für ehelich erklärten, adoptierten oder nicht ehelichen Kinder und Waisen, für deren Unterhalt der Begünstigte in den zehn Monaten vor seinem Tod gesorgt hat, sofern diese keinen Anspruch auf eine Waisenrente infolge des Todes ihrer Eltern haben;
  • Verwandte oder Verschwägerte in gerader Linie sowie Verwandte bis zum 2. Grad der Seitenlinie.
Der Beerdigungskostenzuschuss kann auch an einen Dritten (natürliche oder juristische Person) ausgezahlt werden, wenn dieser die Bestattungskosten übernommen hat.

Voraussetzungen

Um den Beerdigungskostenzuschuss bekommen zu können, muss der verstorbene Versicherte Mitglied einer Krankenkasse (Nationale Gesundheitskasse CNS, Zusatzkasse der Arbeitgeber, Krankenkasse der Beamten und Angestellten der Kommunen, Krankenkasse der nationalen Eisenbahngesellschaft) gewesen sein und zwar in Form einer:

  • Pflichtversicherung für Berufstätige (Arbeitnehmer oder Selbstständige);
  • freiwilligen Versicherung.

Vorgehensweise und Details

Vorgehensweise

Der Beerdigungskostenzuschuss wird vorrangig an (natürliche oder juristische) Personen ausgezahlt, die durch den Sterbefall d.h. die Beisetzung des Verstorbenen bedingte Rechnungen vorlegen.

Dazu muss die bezahlte Originalrechnung des Bestattungsunternehmens zusammen mit einem Auszug aus der Sterbeurkunde an die Krankenversicherung des Verstorbenen geschickt werden. Der Antrag auf Erstattung ist per Post innerhalb einer Frist von 2 Jahren ab dem Tag der Rechnungsbegleichung an die jeweilige Zweigstelle der zuständigen Krankenkasse zu richten. Es wird empfohlen, auf dem Antrag die jeweilige Sozialversicherungsnummer (Matricule) anzugeben.

Der Beerdigungskostenzuschuss wird bis zur Höhe der vorgelegten Kosten an die Person oder die Institution erstattet, die diese Kosten vorgestreckt hat, oder, falls eine öffentliche Stelle das Bestattungsunternehmen beauftragt hat, direkt an diese Stelle. Der Restbetrag wird in der nachstehenden Reihenfolge ausgezahlt:

  • an den Ehegatten;
  • an die Kinder;
  • an die Eltern;
  • an die Geschwister, sofern diese mit dem Versicherten in einer Haushaltsgemeinschaft gewohnt haben.

Die Auszahlung des Beerdigungskostenzuschusses erfolgt per Bank- oder Postüberweisung, sofern in der Satzung der CNS keine andere Regelung vorgesehen ist.

Höhe des Beerdigungskostenzuschusses

Verstirbt ein Versicherter oder ein Mitglied seiner Familie, wird ihm ein Beerdigungskostenzuschuss bezogen auf einen Index von 100 in Höhe von 130 Euro (dies sind 935,79 Euro zum 1. Januar 2011) gewährt.

Bei Kindern unter 6 Jahren oder Totgeborenen, werden nur 50 % bzw. 20 % des vorgesehenen Gesamtbetrags bewilligt.

Wenn der Versicherte infolge eines (Arbeits-/Wege-) Unfalls oder einer Berufskrankheit verstirbt, wird ein Beerdigungskostenzuschuss in Höhe von einem Fünfzehntel seiner Jahresvergütung gewährt, ohne dass er dabei geringer als 1/15 des Referenzminimums für die Festlegung der Unfallrente ausfallen darf.

Beerdigungskosten

Mit dem Beerdigungskostenzuschuss werden folgende Kosten gedeckt:

  • Sarg und üblicher Bestattungsschmuck (Aufbahrungsraum, Blumengebinde);
  • Blumenkranz;
  • Transport von Sarg und Blumen;
  • Öffnung und Schließung des Grabes;
  • religiöse Bestattung und Bestattungszeremonie;
  • Feuerbestattung;
  • Todesanzeigen in der Presse;
  • kommunale Kosten und Gebühren.

Rechtsweg und Verjährung

Nach Untersuchung der Bewilligungsvoraussetzungen wird der Beerdigungskostenzuschuss durch eine Entscheidung der Krankenversicherung, die rechtsmittelfähig ist, zuerkannt oder abgelehnt.

Ist der Betroffene mit der Entscheidung nicht einverstanden, kann er folgende Rechtsmittel einlegen:

  • Die Person oder Institution, die die Beerdigungskosten verauslagt hat, kann schriftlich beim Präsidenten der Kasse oder seinem Vertreter der Entscheidung widersprechen. Der Direktionsausschuss muss dann einen neue Entscheidung treffen.
  • Gegen den Bescheid des Direktionsausschusses kann beim Schiedsgericht der Sozialversicherung (Conseil arbitral de la sécurité sociale) Berufung eingelegt werden.
  • Mit einer gegen das Urteil des Schiedsgerichts eingelegten Berufung befasst sich das Oberste Schiedsgericht der Sozialversicherung (Conseil supérieur de la sécurité sociale) in Luxemburg.
Die Rechtsmittel sind jeweils schriftlich innerhalb einer Frist von 40 Tagen ab Zustellung des Bescheids der Krankenversicherung oder des jeweiligen Urteils einzulegen.

Zuständige Kontaktstellen

125, route d'Esch
L-2979 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 27 57-1
Fax: (+352) 27 57 27-58