Einen Hund mit Chip kennzeichnen lassen und anmelden

Letzte Änderung dieser Seite am 13-06-2017

Um eine bessere Kontrolle und Identifizierung von Hunden zu ermöglichen und um Hundeeigentümer zur Einhaltung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen zu verpflichten, schreibt die Gesetzgebung eine Reihe von Pflichten für Hundehalter vor

  • elektronische Kennzeichnung des Hundes durch einen zugelassenen Tierarzt;
  • Anmeldung des Hundes bei der Wohnsitzgemeinde mit Feststellung der Rasse und Tollwutimpfung;
  • Entrichtung einer jährlichen Hundesteuer usw.

Für die Haltung potenziell gefährlicher Hunde gelten noch umfangreichere Pflichten/Voraussetzungen. Diese sollen die Eigentümer dieser Hunde an ihre Verantwortung erinnern:

  • erfolgreiche Teilnahme des Hundes an Dressurkursen;
  • tierärztliche Bescheinigung mit Angabe des Datums der Kastration bei bestimmten Hunden;
  • Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme des Hundehalters an Hundehalterschulungen;
  • Volljährigkeit und kein Eintrag im Strafregister usw.

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Zielgruppe

Alle Hundehalter.

Vorgehensweise und Details

Zwingend vorgeschriebene elektronische Kennzeichnung

Eine elektronische Kennzeichnung ist für alle Hunde auf dem Gebiet des Großherzogtums Luxemburg vorgeschrieben. Diese Kennzeichnung muss innerhalb von 4 Monaten nach der Geburt des Hundes oder in dem auf seinen Erwerb / Import folgenden Monat vorgenommen werden, sofern dies nicht bereits geschehen ist.

Ein zugelassener Tierarzt nimmt die Kennzeichnung des Hundes vor, indem er einen elektronischen Chip mit Identifikationsnummer unter der Haut des Tieres (im Halsbereich links) einpflanzt. Die Kennzeichnung ist notwendig, um entlaufene oder streunende Tiere leichter zu erkennen.

Parallel zur Kennzeichnung nimmt der Tierarzt auch die Tollwutimpfung des Hundes vor und stellt eine tierärztliche Bescheinigung aus, in der die Rasse oder die Gattung des Tieres, sein Geschlecht, die Farbe und das Fell des Hundes festgehalten werden.

Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung

Normalfall

Jeder Hundehalter ist verpflichtet, seinen Hund innerhalb von 4 Monaten nach der Geburt bei seiner Wohnsitzgemeinde mit einer tierärztlichen Bescheinigung anzumelden, aus der Folgendes hervorgeht:

  • die Rasse;
  • ob der Hund potenziell gefährlich ist;
  • der aktuelle Impfstatus gegen Tollwut.

Grundsätzlich wird diese Bescheinigung durch einen zugelassenen Tierarzt zum Zeitpunkt der elektronischen Kennzeichnung des Tieres ausgestellt.

Außerdem muss der Hundehalter bei der Anmeldung bei der Gemeindeverwaltung einen Nachweis darüber vorlegen, dass ein Versicherungsvertrag mit einer zugelassenen Versicherungsgesellschaft oder mit einer Gesellschaft abgeschlossen wurde, der eine Genehmigung für ihren Geschäftsbetrieb im Großherzogtum Luxemburg erteilt wurde. Diese Versicherung muss die Haftpflicht des Hundehalters für Schäden abdecken, die Dritten durch das Tier entstehen. Bezüglich dieses Versicherungsnachweises wird empfohlen, sich zunächst bei seiner Wohnsitzgemeinde zu erkundigen: Es kann sich um eine von der Versicherung ausgestellte Bescheinigung handeln oder um eine einfache Kopie des Versicherungsvertrags.

Die Anmeldung (die auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Formular erfolgen muss) muss insbesondere Auskünfte zum Hundeeigentümer, zur Rasse des Hundes, zu seiner elektronischen Identifikationsnummer und seiner Tollwutimpfung sowie die Unterschrift des Tierarztes enthalten.

Der Vermerk „Potenziell gefährlicher Hund” muss zudem auf der Anmeldung stehen, wenn der Hund für gefährlich befunden wurde. In diesem Fall ist daneben noch eine weitere Erklärung vorzunehmen.

Die Person, die den Hund anmeldet, erhält dann von der Gemeindeverwaltung einen Nachweis über die erfolgte Anmeldung (eine Quittung in Form einer vom Bürgermeister unterzeichneten Empfangsbestätigung). Diese Empfangsbestätigung trägt den Buchstaben A für die Anmeldung für jeden Hund und den Buchstaben B für die zweite Erklärung für potenziell gefährliche Hunde.

Wohnsitzwechsel des Eigentümers

Bei einem Wohnsitzwechsel ist der Hundeeigentümer verpflichtet, den Hund bei seiner neuen Gemeindeverwaltung innerhalb einer Frist von einem Monat unter Vorlage der Empfangsbestätigung seiner vorherigen Gemeinde anzumelden. Die auf der Empfangsbestätigung angegebene Adresse muss aktualisiert werden. Hierzu muss der Hundehalter die alte Empfangsbestätigung abgeben. Er erhält eine neue Bestätigung mit der neuen Adresse.

Ist der Hundehalter aus dem Ausland nach Luxemburg gezogen, beträgt die Frist für die Anmeldung des Hundes bei der jeweiligen luxemburgischen Gemeindeverwaltung einen Monat.

Neuer Halter

Wenn der Hund den Besitzer wechselt, ist der neue Halter verpflichtet, den Hund bei seiner Gemeindeverwaltung innerhalb einer Frist von einem Monat unter Vorlage der gültigen Empfangsbestätigung anzumelden (selbst wenn der neue Halter in derselben Gemeinde wohnt wie der alte).

Des Weiteren muss der (neue) Hundehalter der Gemeindeverwaltung bei der Anmeldung einen Nachweis über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vorlegen, die Schäden abdeckt, die möglicherweise Dritten durch das Tier entstehen. Dieser Nachweis kann durch eine Kopie der Empfangsbestätigung des Versicherungsvertrags erfolgen. Dritten entstandene Schäden werden durch die Haftpflichtversicherung des Halters abgedeckt.

Jeder Verlust, jedes Ableben oder jede Abtretung eines Hundes muss der Gemeindeverwaltung gemeldet werden, damit diese über die aktuelle Situation aller auf ihrem Gebiet lebenden Hunde informiert ist.

Entrichtung einer jährlichen Hundesteuer

Die Gemeindeverwaltung erhebt jährlich eine Hundesteuer (mindestens 10 Euro pro Jahr, wobei der Betrag je nach Gemeinde unterschiedlich ist). Als Blindenführhunde oder Begleithunde für Behinderte eingesetzte Hunde sind von dieser jährlichen Hundesteuer befreit. Dasselbe gilt für die bei der Polizei, beim Militär oder beim Zoll eingesetzten Hunde sowie für Rettungshunde.

Hundehalter, die sich erst kürzlich in einer Gemeinde niedergelassen haben und nachweisen, dass die Hundesteuer in der Gemeinde, aus der sie weggezogen sind, entrichtet wurde, brauchen sie bis zum 1. Januar des Folgejahres nicht zu entrichten.

Wenn der Hund gestorben oder entlaufen ist, ist keine Erstattung oder Ermäßigung der Steuer möglich.

Leinenzwang

Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft

Jeder Hund muss vor allem innerhalb geschlossener Ortschaften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf öffentlich zugänglichen Parkplätzen und auf Sportplätzen an der Leine geführt werden.

Durch entsprechende Ausnahmeregelung können Ortschaften jedoch Freilaufbereiche festlegen, in denen kein Leinenzwang für Hunde besteht.

Außerhalb einer geschlossenen Ortschaft

Außerhalb geschlossener Ortschaften besteht kein Leinenzwang. Für besonders belebte Bereiche können die Gemeinden jedoch Zonen festlegen, in denen Hunde an der Leine zu führen sind.

Selbst wenn der Hund vom Leinenzwang befreit wurde, muss ihn der Hundehalter unter seiner Kontrolle halten und ihn erforderlichenfalls wieder anleinen.

Sonderbestimmungen für potenziell gefährliche Hunde sehen insbesondere vor, dass sie überall an der Leine zu führen sind, sofern sie der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an Dressurkursen nicht ausdrücklich hiervon befreit. In diesem Fall gelten für sie die gleichen Bestimmungen wie für andere Hunde.

Sonderbestimmungen für potenziell gefährliche Hunde

Als potenziell gefährlich eingestuft werden Hunde der Rassen:

  • Staffordshire Bullterrier,
  • (englische) Mastiffs,
  • American Staffordshire Terrier,
  • Tosa,
  • Arten von Pitbulls und Boerbulls, die aufgrund ihrer morphologischen Eigenschaften mit den Rassehunden vergleichbar sind.

Der Erwerb, die Veräußerung und der Import potenziell gefährlicher Hunde bedürfen einer Sondergenehmigung durch den Landwirtschaftsminister.

Diese Genehmigung wird nur erteilt, wenn der künftige Hundeeigentümer im Besitz eines Nachweises ist, der belegt, dass er erfolgreich an Schulungen für Hundehalter, die von einem Fachtierarzt für Hundeverhaltensforschung erteilt wurde, teilgenommen hat, sowie im Besitz eines offiziellen Dokuments, das belegt, dass das Halten eines Hundes dieser Rasse legal ist.

Diese Schulungen für Hundehalter umfassen mindestens 12 Stunden und vermitteln dem künftigen Hundeeigentümer bestimmte Kenntnisse über das Verhalten und die richtige Haltung von Hunden sowie über Hundehygiene.

Neben einer ersten Anmeldeerklärung, die bei der Gemeindeverwaltung vorzunehmen ist, sind bei potenziell gefährlichen Hunden besondere Maßnahmen zu beachten. Für diese Hunde ist innerhalb von 18 Monaten nach der Geburt des Hundes eine zweite Erklärung abzugeben. Diese muss Folgendes umfassen:

  • eine tierärztliche Bescheinigung mit Angabe des Datums der Kastration bei bestimmten Hunden;
  • den Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme des Hundeeigentümers an theoretischen Hundehalterschulungen;
  • die von der Gemeinde bei der ersten Anmeldung erhaltene Empfangsbestätigung;
  • einen Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme des Hundes an Dressurkursen, die mindestens 24 Stunden umfassen, damit eine korrekte Erziehung der Hunde möglich ist. Diese Kurse werden von Hundetrainern erteilt, die vom Landwirtschaftsminister zugelassen sind.

Um den Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme des Hundes an Dressurkursen zu erhalten, muss der Hund sich einer Prüfung vor einer 3-köpfigen Jury unterziehen. Um eine gewisse Unparteilichkeit der Jury zu gewährleisten, setzt sich diese aus einem Kursveranstalter, einem Experten in Kynologie und einem zugelassenen Tierarzt zusammen.

Nach der Prüfung wird der Nachweis dem Hundeeigentümer nur dann verliehen, wenn 2 Mitglieder der Jury, darunter der zugelassene Tierarzt, dem zugestimmt haben.

Der Nachweis ist 3 Jahre lang gültig. Danach muss er durch Vorführung des Hundes bei Veranstaltern von Dressurkursen erneuert werden.

Wenn der Tierarzt feststellt, dass ein potenziell gefährlicher Hund (aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen) nicht mehr in der Lage ist, an den Dressurkursen teilzunehmen, kann die Veterinärverwaltung (Administration des services vétérinaires) auf Antrag eine Freistellung erteilen.

Abgesehen vom Hundeeigentümer muss jede Person, die einen potenziell gefährlichen Hund ausführen möchte, volljährig sein und darf keinen Eintrag im Strafregister haben.

Der Verlust eines potenziell gefährlichen Hundes ist der Polizei innerhalb von 12 Stunden nach dem Verlust zu melden.

Import eines Hundes aus dem Ausland

Um einen Hund nach Luxemburg zu importieren, sind mehrere Dokumente erforderlich:

  • ein Tollwutimpfschein (mindestens 30 Tage aber nicht länger als ein Jahr vor der Einreise ausgestellt);
  • kürzlich ausgestellte Gesundheitsbescheinigung (nicht älter als 14 Tage), dass das Tier bei guter Gesundheit und frei von ansteckenden Krankheiten ist.

Diese beiden Bescheinigungen müssen von einem Amtstierarzt des Landes, in dem der Hund geimpft wurde, beglaubigt sein.

Die Gesundheitsbescheinigung kann anhand des zur Verfügung gestellten Formulars von einem Tierarzt aus dem Herkunftsland ausgestellt werden.

Ein nach Luxemburg importierter Hund muss innerhalb 1 Monats nach Ankunft in der neuen Wohnsitzgemeinde mit der tierärztlichen Bescheinigung angemeldet werden.

Private Haftpflichtversicherung

Hundeeigentümer müssen Dritte für einen durch das eigene Haustier entstandenen Schaden entschädigen.

Folglich muss der Hundeeigentümer zwingend eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben.

Eine private Haftpflichtversicherung des Hundeeigentümers, die er für sich und seine Familienmitglieder abgeschlossen hat, deckt insbesondere alle Handlungen des Tieres, die zu Sachschäden und/oder Personenschäden Dritter führen.

Zuständige Kontaktstellen