Ein Kind mit speziellem Förderbedarf im Förderschulsystem anmelden

Letzte Änderung dieser Seite am 15-04-2014

Ab dem 4. Lebensjahr ist der Besuch des Grundschulunterrichts für alle Kinder Pflicht. Der Grundschulunterricht zählt 9 Schuljahre, aufgeteilt in 4 Lernzyklen. Er beginnt im 1. Zyklus mit der Früherziehung/dem Vorschulunterricht und wird in den anschließenden 2., 3. und 4. Zyklen, die den Primärunterricht bilden, weitergeführt. Jeder Lernzyklus dauert 2 Jahre.

Wenn ein Kind mit Förderbedarf das Grundschulalter erreicht hat, werden ihm Fördermaßnahmen angeboten, die von der Anpassung des Unterrichts und der Nachhilfe durch die Lehrkräfte der Klasse bis hin zum Besuch einer Klasse des Förderschulsystems, welcher integrierender Bestandteil des Grundschulunterrichts ist, reichen.

Zielgruppe

Alle Kinder, welche zum 31. August des laufenden Jahres das 4. bzw. das 6. Lebensjahr vollendet haben und demnach im Grundschulalter (Vorschul- oder Primärunterricht) sind, sind in der Regel schulpflichtig. Auf Antrag der Eltern ist es jedoch möglich, die Versetzung des Kindes in den folgenden Zyklus um ein Jahr aufzuschieben.

Vorgehensweise und Details

Auswahl des Förderschulsystems

Die Eltern können:

  • das Kind entweder in eine spezialisierte Einrichtung des Förderschulsystems (Education différenciée) anmelden;
  • oder sich für eine teilweise oder vollständige Integration in den Regelunterricht entscheiden;
  • gegebenenfalls können sie sich für eine Aufnahme in eine zugelassene Einrichtung im Ausland entscheiden.

Bei ihrer Entscheidung werden sie von der der Kommission für schulische Inklusion (Commission d'inclusion scoalire - CIS), welche eine auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnittene schulische Orientierung anbietet, betreut und begleitet. Diese Kommission setzt sich u.a. aus dem Bezirksinspektor, einem Lehrer und 3 Mitgliedern des multiprofessionellen Teams (in welchem Psychologen, Psychomotoriker oder Erzieher vertreten sind) zusammen, und hat zur Aufgabe, entweder auf Antrag der Eltern oder auf Antrag der Lehrkraft mit Einwilligung der Eltern die betroffenen Schüler zu betreuen.

Das Förderschulsystem ermöglicht die Aufnahme und die angemessene Betreuung von behinderten Kindern oder Kindern mit Förderbedarf. Es ist auf die Entwicklung des Kindes im Hinblick auf eine bessere Integration in die Gesellschaft ausgerichtet.

Modalitäten für die Integration des differenzierten Unterrichts

Mit der Zustimmung des Bezirksinspektors schaltet der Grundschullehrer, der bei einem Kind, derart schwere schulische Probleme feststellt, dass es für eine spezielle Betreuung in Frage käme, die Kommission für schulische Inklusion (Commission d'inclusion scolaire - CIS) ein, welche den Auftrag hat, schulischen Schwierigkeiten vorzubeugen und den gesonderten Schulbesuch von Schülern mit Förderbedarf zu organisieren. Die Zustimmung der Eltern ist hierfür erforderlich.

Der individuell zugeschnittene Betreuungsplan

Nach der Meldung wird nach Absprache mit den Eltern vom multiprofessionellen Team in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer und/oder dem pädagogischen Team ein individuell zugeschnittener Betreuungsplan erarbeitet.

Der Plan kann Folgendes vorsehen:

  • die Anpassung des vom Klassenlehrer in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Team erteilten Klassenunterrichts;
  • den Beistand in der Klasse durch ein oder mehrere Mitglieder des multiprofessionellen Teams;
  • den zeitweiligen Besuch einer anderen Klasse als der Regelklasse zwecks Aneignung bestimmter Lernstoffe;
  • den Unterricht in einer Klasse für differenzierten Unterricht;
  • den Unterricht in einer spezialisierten Schule oder Einrichtung in Luxemburg oder im Ausland.

Der Plan kann ebenfalls zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für die schulische Betreuung des Kindes angeben. Gegebenenfalls sieht er die erforderlichen Anpassungen und Ausstattungen in Bezug auf die zu erreichenden Kompetenzen und die anzuwendenden Bewertungsmodalitäten vor.

Der Plan wird den Eltern zwecks Zustimmung vorgelegt. Die CIS bewertet den Plan auf jährlicher Basis und nimmt die für erforderlich erachteten Anpassungen vor, um den schulischen Fortschritt des Schülers zu gewährleisten.

Lorsqu’une scolarisation dans une école de l'Education différenciée est indiquée, la CIS adresse pour approbation une proposition d’orientation à la nationale schulmedizinische Kommission (CMPPN). Diese kann, falls sie es für erforderlich hält, eine zusätzliche Stellungnahme beantragen. Anschließend unterbreitet die CMPPN den Eltern einen Orientierungsbescheid.

Entscheidung und Widerspruch bei Nichteinwilligung der Eltern

Die Eltern müssen innerhalb von 2 Monaten nach dem Orientierungsbescheid eine Entscheidung treffen. Wurde nach Ablauf dieser Frist keine Entscheidung getroffen, wird das Kind automatisch in der von der CMPPN empfohlenen Einrichtung angemeldet.

Sollten die Eltern dem gegebenenfalls von der nationalen schulmedizinischen Kommission gebilligten Betreuungsvorschlag der CIS nicht zustimmen, können sie sich an den zuständigen Minister wenden, welcher die Akte einer Gruppe von durch ihn ernannten Experten vorlegt.

Die Expertengruppe kann den Betreuungsvorschlag der CIS entweder bestätigen oder einen alternativen Vorschlag unterbreiten.

Ansprechpartner der Eltern

Die CIS ernennt aus ihrer Mitte für jeden ihr gemeldeten Schüler eine Bezugsperson, welche zusammen mit dem Bezirksinspektor die Zusammenarbeit zwischen dem Schulpersonal, dem außerschulischen Betreuungspersonal, den betreffenden Mitgliedern des multiprofessionellen Teams und den betreffenden Mitgliedern des schulmedizinischen Teams überwacht.

Diese Person ist der Ansprechpartner für den Schüler und seine Eltern. Die Eltern und der betreffende Klassenlehrer werden über die empfohlene Vorgehensweise informiert und in die im Interesse des Schülers vorgeschlagenen Maßnahmen einbezogen.

Überweisung aus dem differenzierten Unterricht in den Grundschulunterricht

Die Anträge auf Überweisung eines Kindes aus dem differenzierten Unterricht in den Grundschulunterricht sind mindestens 2 Monate vor Schulbeginn von der sorgeberechtigten Person an die betreffende CIS zu richten. Die Kommission übermittelt diese Information samt ihrer Stellungnahme an die nationale schulmedizinische Kommission und an den Bildungsminister.

Überweisung eines Kindes mit Förderbedarf in eine Schule im Ausland

Wenn das Kind äußerst spezifische Schwierigkeiten aufweist und dementsprechend nicht in Luxemburg betreut werden kann, und falls ganz allgemein kein den Bedürfnissen des Kindes entsprechendes Angebot besteht, kann die CIS vorbehaltlich der vorherigen Zustimmung der Eltern den Besuch einer vom Bildungsminister anerkannten Spezialeinrichtung im Ausland empfehlen.

Zuständige Kontaktstellen

29, rue Aldringen
L-1118 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-85181 / 247-85178
Fax: (+352) 46 01 05
E-Mail: direction@ediff.lu

17A, route de Longwy
L-8080 - Bertrange
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 26 44 62-60/61
Fax: (+352) 26 44 62-62
E-Mail: cmppn@men.etat.lu