Einen Reisepass beantragen

Letzte Änderung dieser Seite am 02-03-2015

Der Reisepass ist ein vom Staat ausgegebenes Reisedokument, anhand dessen Behörden anderer Staaten den Inhaber identifizieren können.

Der luxemburgische Reisepass wird gemäß den Normen für Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten in den Reisepässen der EU-Bürgerinnen und -Bürger erstellt.

Der biometrische Reisepass enthält einen Chip, auf dem das Passfoto des Inhabers, zwei Bilder von Fingerabdrücken und ein Bild der Unterschrift gespeichert sind.

Seit der Einführung des biometrischen Reisepasses gibt der Staat ein Reisedokument je Inhaber aus, d.h. jedes Kind erhält einen eigenen Reisepass.

Ein Reisepass ist nur für Reisen in Länder erforderlich, die dieses Dokument für die Einreise verlangen, d.h. für die meisten Staaten außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Eventuell notwendige Visa für die Einreise und den Aufenthalt in einem Drittland werden im Reisepass eingetragen.

Anmerkung: Vor einer Reise sollte sichergestellt werden, dass der Reisepass lange genug gültig ist, um den Aufenthalt in allen Reiseländern zu ermöglichen. Bestimmte Länder gewähren Personen nur dann ein Einreisevisum, wenn der vorgelegte Reisepass nach Ablauf des beantragten Visums mindestens noch 6 Monate gültig ist.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

Zielgruppe

Einen Reisepass kann jeder luxemburgische Staatsangehörige beantragen:

  • der im Großherzogtum wohnt und in einen Drittstaat, insbesondere außerhalb der EU, reisen möchte, in dem für die Einreise ein Reisepass erforderlich ist;
  • der im Ausland wohnt und:
    • noch keinen Reisepass besitzt; oder
    • dessen Reisepass in Kürze abläuft.

Kinder werden nicht im Reisepass ihrer Eltern eingetragen, sondern benötigen einen eigenen Reisepass.

Kosten

Die Gebühr für die Ausstellung eines 5 Jahre gültigen Reisepasses beträgt 50 Euro.

Für Reisepässe mit einer Gültigkeit von 2 Jahren (nur für Kinder unter 4 Jahren) beträgt diese Gebühr 30 Euro. Wird der Reisepass über eine diplomatische Vertretung beantragt, erhöht sich die Gebühr aufgrund der Versandkosten.

Bei einer Reisepassbeantragung im Eilverfahren fällt eine Zusatzgebühr für die Herstellung des Reisepasses an. Die Gebühr für die Ausstellung eines 5 Jahre gültigen Reisepasses beträgt in diesem Fall 150 Euro. Für Reisepässe mit einer Gültigkeit von 2 Jahren (nur für Kinder unter 4 Jahren) liegt sie bei 90 Euro.

Bei Einreichung des Antrags ist die Quittung über die Entrichtung der Gebühr vorzulegen. Die Zahlung erfolgt entweder per Einzahlung oder per Überweisung auf das luxemburgische Postscheckkonto des Amts für Reisepässe: IBAN LU 46 1111 1298 0014 0000 CCPLLULL. Alternativ kann die Gebühr beim Amt für Reisepässe vor Ort per Bankkarte bezahlt werden.

Die Gebühr kann künftig auch online auf Guichet.lu gezahlt werden.

Die Zahlung kann frühestens sechs Monate vor der Antragstellung und muss spätestens zum Zeitpunkt der Antragstellung erfolgen.

Sollen biometrische Reisepässe für mehrere Mitglieder derselben Familie ausgestellt werden, kann der Gesamtbetrag der anfallenden Gebühren in einer Einzahlung/Überweisung beglichen werden. Dabei sind die Vor- und Nachnamen aller Personen anzugeben, für die ein biometrischer Reisepass ausgestellt werden soll.

Die aus einer Überweisung resultierenden Bankgebühren dürfen nicht zu Lasten des Amts für Reisepässe gehen.

Bei einer falschen Überweisung kann beim Amt für Reisepässe (Bureau des passeports) schriftlich (Brief, E-Mail oder Fax) eine Rückzahlung beantragt werden. Der Antrag auf Rückzahlung muss eine Erläuterung, eine Kopie der Überweisung, eine Kontonummer (IBAN-Nummer und BIC-Code) und den Namen des Kontoinhabers beinhalten.

Vorgehensweise und Details

Als Gebietsansässiger einen luxemburgischen Reisepass beantragen

Antragstellung

Der Antrag auf Erhalt eines ordentlichen luxemburgischen Reisepasses ist beim Einwohnermeldeamt der Gemeindeverwaltung des Wohnsitzes des Antragstellers einzureichen. Die Einwohnermeldeämter verfügen für diese Zwecke über eine Sonderausstattung.

Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • im Antrag müssen die im Nationalen Register natürlicher Personen erfassten Vor- und Nachnamen angegeben werden;
  • auf ausdrückliche Anfrage des künftigen Inhabers des Reisepasses können im Reisepass der Name des Ehepartners, des bereits verstorbenen Ehepartners, des Ex-Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners sowie Adelstitel der Mitglieder der großherzoglichen Familie eingetragen werden. Es werden jeweils die im Nationalen Register natürlicher Personen erfassten Namen und Titel vermerkt.

Der Antragsteller füllt das Antragsformular aus, unterschreibt es und fügt ihm folgende Unterlagen bei:

  • einen Identitätsnachweis;
  • gegebenenfalls den alten Reisepass (bei Verlust oder Diebstahl ist die Verlust-/Diebstahlanzeige der Polizei beizufügen);
  • die Quittung über die Entrichtung der Gebühr (oder eine Kopie des Originals).

Passbild nach ICAO-Standards

Das Foto wird direkt bei der Gemeinde aufgenommen. Es muss den Standards der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International Civil Aviation Organization - ICAO) entsprechen.

Alternativ verfügt das Amt für Reisepässe über die erforderlichen Geräte und die notwendige Software, um ein herkömmliches, von einem professionellen Fotografen aufgenommenes Passbild „einzuscannen”, so dass es von der zuständigen Behörde in das Personalisierungssystem aufgenommen werden kann. Bürger, die dies wünschen, können unabhängig von ihrem Wohnsitz direkt beim Amt für Reisepässe einen Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses stellen und ein von einem professionellen Fotografen aufgenommenes Passbild mitbringen.

Angesichts der aktuellen Sicherheitsanforderungen und -entwicklungen bei Reisedokumenten kommt der Qualität des Fotos eine grundlegende Bedeutung zu. Dem Antrag ist ein den ICAO-Standards entsprechendes Farbbild jüngeren Datums in guter Qualität im Format 45 x 35 mm beizufügen, das frontal aufgenommen wurde. Der Hintergrund muss weiß oder leicht farbig sein. Passbilder mit einem anderen Hintergrund werden abgelehnt.

Fristen und Modalitäten für die Abholung

Der Antragsteller erhält bei der Einreichung des Antrags eine Eingangsbestätigung. Reisepässe werden vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten ausgestellt und müssen persönlich (oder von der als abholberechtigt angegebenen Person) gegen Vorlage dieser Bestätigung an folgender Adresse abgeholt werden:

Amt für Reisepässe, Visa und Beglaubigungen
43, Boulevard Roosevelt
L-2450 Luxembourg
Tel.: 2478-8300

Einige Gemeinden bieten ihren Bürgern die Möglichkeit, den Reisepass bei der Gemeindeverwaltung abzuholen. Antragsteller sollten direkt bei der Gemeinde nachfragen, ob dies im konkreten Fall möglich ist.

Der Inhaber kann aussuchen, wo er den Reisepass abholen möchte.

Reisepässe können ab dem 7. Werktag nach dem Tag der Einreichung des Antrags am beim Antrag angegebenen Ort abgeholt werden, sofern der Antrag spätestens am auf den Tag der Antragstellung folgenden Werktag weitergeschickt wurde und spätestens bei der Abholung alle erforderlichen Belege vorliegen.

Der Reisepass muss innerhalb von 6 Monaten nach Antragstellung abgeholt werden. Nach Ablauf dieser Frist kann er vernichtet werden.

Als Nicht-Gebietsansässiger einen luxemburgischen Reisepass beantragen

Im Ausland ansässige luxemburgische Staatsangehörige können ihren Reisepass bei der für das Wohnsitzland akkreditierten diplomatischen Vertretung Luxemburgs bzw. Belgiens oder beim Amt für Reisepässe beantragen.

Angaben im Reisepass

Im Reisepass erscheinen:

  • die auf dem Antrag angegebene Namen und Vornamen; diese müssen den im Nationalen Register natürlicher Personen erfassten Namen entsprechen;
  • auf ausdrückliche Anfrage des künftigen Inhabers des Reisepasses der Name des Ehepartners, des bereits verstorbenen Ehepartners, des Ex-Ehepartners oder des eingetragenen Lebenspartners sowie Adelstitel. Es werden jeweils die im Nationalen Register natürlicher Personen erfassten Namen und Titel vermerkt.

Jeder Reisepassantrag ist zu unterschreiben.

Antrag bei einer diplomatischen Vertretung

Bei Anträgen aus dem Ausland hängt die Frist für die Ausstellung des Reisepasses von der zuständigen Vertretung ab. Alle Formalitäten im Zusammenhang mit dem Passantrag müssen bei folgenden Stellen erledigt werden:

  • einer für das Wohnsitzland akkreditierten diplomatischen Vertretung (Botschaft) oder konsularischen Vertretung (ausschließlich Generalkonsulat) des Großherzogtums Luxemburg;
  • einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung Belgiens, da Belgien Luxemburg in Konsulatsangelegenheiten in den Ländern vertritt, in denen Luxemburg keine diplomatische oder konsularische Vertretung vor Ort unterhält. In diesem Fall wird empfohlen, sich vorab mit dem Amt für Reisepässe in Verbindung zu setzen. Die diplomatischen Vertretungen Belgiens stellen jedoch nur vorläufige Reisepässe mit einer Gültigkeit von einem Jahr aus.

Im Ausland lebenden luxemburgischen Staatsangehörigen wird dringend empfohlen, sich bei der/dem für sie zuständigen Botschaft/Konsulat anzumelden, bevor sie einen Reisepass beantragen. Zur Antragstellung müssen die Antragsteller persönlich zur diplomatischen oder konsularischen Vertretung kommen.

Der Antragsteller muss die Vertretung für die Beantragung des Reisepasses persönlich aufsuchen und Folgendes mitbringen:

  • derzeitiger luxemburgischer Reisepass oder Personalausweis bzw. – im Falle eines Verlusts oder Diebstahls – die Verlust-/Diebstahlanzeige der Polizei;
  • ein Passbild neueren Datums (gemäß ICAO-Standards);
  • eine Wohnsitzbescheinigung (nicht älter als drei Monate) oder eine von der zuständigen Behörde des Wohnsitzlandes ausgestellte Aufenthaltskarte. In Ländern, in denen weder Wohnsitzbescheinigungen noch Aufenthaltskarten ausgestellt werden, kann der Wohnsitz durch einen Führerschein, eine Strom- oder Telefonrechnung oder jedes andere Dokument nachgewiesen werden, das die Anschrift des Antragstellers glaubhaft belegt, oder durch eine eidesstattliche Versicherung, die von der Gemeinde/Polizei/einem Notar/Verantwortlichen der diplomatischen oder konsularischen Vertretung/vereidigten Übersetzer beglaubigt wird, sofern auf dieser Versicherung die Anschrift angegeben ist;
  • bei einer Eheschließung im Ausland: eine Kopie der Heiratsurkunde;
  • die Quittung über die Entrichtung der Gebühr.

Die diplomatischen Vertretungen Luxemburgs verfügen über die erforderlichen Geräte und die notwendige Software, um ein herkömmliches, von einem professionellen Fotografen aufgenommenes Passbild „einzuscannen”, so dass es von der zuständigen Behörde in das Personalisierungssystem aufgenommen werden kann. Das Passbild muss den ICAO-Standards entsprechen.

Antrag beim Amt für Reisepässe

Der Antragsteller muss persönlich zum Amt für Reisepässe kommen.

Für den Reisepassantrag erforderliche Dokumente:

  • derzeitiger luxemburgischer Reisepass oder Personalausweis bzw. – im Falle eines Verlusts oder Diebstahls – die Verlust-/Diebstahlanzeige der Polizei;
  • eine Wohnsitzbescheinigung (nicht älter als 3 Monate) oder gültige Aufenthaltskarte des Wohnsitzlandes, gültiger Führerschein, kürzlich ausgestellte Telefon-/Stromrechnung, oder eine von der Gemeinde/Polizei/einem Notar/Verantwortlichen der diplomatischen oder konsularischen Vertretung/vereidigten Übersetzer beglaubigte eidesstattliche Versicherung, sofern auf dieser Versicherung die Anschrift angegeben ist;
  • bei Minderjährigen unter 18 Jahren: eine aktuelle, auf den Namen des Kindes ausgestellte Wohnsitzbescheinigung und eine weitere, auf den Namen der Eltern oder des gesetzlichen Vormunds ausgestellte Bescheinigung mit der gleichen Anschrift;
  • Familienstammbuch oder Geburtsurkunde;
  • besitzt der Antragsteller keinen gültigen luxemburgischen Personalausweis oder Reisepass und bestehen ernsthafte Zweifel in Bezug auf seine Staatsangehörigkeit, muss er einen gültigen Staatsangehörigkeitsnachweis vorlegen; dieser wird von der Staatsangehörigkeitsabteilung des Justizministeriums (Service de l'Indigénat, Ministère de la Justice) ausgestellt: 13, rue Erasme, L-1468 Luxemburg-Kirchberg, Tel.: (+352) 247 84532;
  • Nachweis über die Zahlung der Gebühr (im Amt für Reisepässe ist es auch möglich, per Bank- oder Kreditkarte zu bezahlen);
  • bei einer Eheschließung im Ausland: eine Kopie der Heiratsurkunde.

Fristen und Modalitäten für die Abholung

Der Antragsteller erhält bei der Einreichung des Antrags von der diplomatischen Vertretung oder vom Amt für Reisepässe eine Eingangsbestätigung. Die Reisepässe werden vom Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten ausgestellt und müssen persönlich (oder von der als abholberechtigt angegebenen Person) gegen Vorlage dieser Bestätigung am Ort der Antragstellung abgeholt werden.

Reisepässe können ab dem 7. Werktag nach dem Tag der Einreichung des Antrags abgeholt werden, sofern der Antrag spätestens am auf den Tag der Antragstellung folgenden Werktag weitergeschickt wurde und spätestens bei der Abholung alle erforderlichen Dokumente vorliegen.

Der Reisepass muss innerhalb von 6 Monaten nach Antragstellung abgeholt werden. Nach Ablauf dieser Frist kann er vernichtet werden.

Eilverfahren

Neben dem klassischen Antragsverfahren gibt es auch ein Eilverfahren. Beim Eilverfahren wird die Produktionszeit verkürzt, so dass der Reisepass innerhalb von maximal 3 Werktagen ausgestellt werden kann.

Allerdings fällt beim Eilverfahren eine Zusatzgebühr in Höhe von 200% des Reisepasspreises an. Ein Reisepass für Kinder unter 4 Jahren (Gültigkeit: 2 Jahre) kostet im Eilverfahren somit 90 € (30 € + 60 €), während der Preis eines Reisepasses mit einer Gültigkeit von 5 Jahren (Personen ab 4 Jahren) im Eilverfahren auf 150 € (50 € + 100 €) steigt.

Anträge auf Ausstellung im Eilverfahren können entweder bei der Gemeindeverwaltung oder beim Amt für Reisepässe gestellt werden.

Bei der Antragstellung ist ein Zahlungsnachweis über die normale Gebühr und die Zusatzgebühr vorzulegen. Wenn der Antrag im Amt für Reisepässe gestellt wird, besteht die Möglichkeit, direkt vor Ort mit Bankkarte zu bezahlen.

Gebietsansässige Luxemburger

Gebietsansässige Luxemburger, die einen Reisepass im Eilverfahren beantragen möchten, müssen sich an das Einwohnermeldeamt ihrer Gemeinde oder das Amt für Reisepässe wenden.

Abgesehen von der Zusatzgebühr sind die gleichen Dokumente vorzulegen wie beim klassischen Verfahren.

Wenn der Antrag im Amt für Reisepässe gestellt wird, besteht die Möglichkeit, direkt vor Ort mit Bankkarte zu bezahlen.

Der Reisepass kann nach 3 Werktagen entweder vom Passinhaber oder durch die vom ihm als abholberechtigt angegebene Person im Büro für Reisepässe abgeholt werden. Der Reisepass muss innerhalb von 6 Monaten nach Antragstellung abgeholt werden. Nach Ablauf dieser Frist kann er vernichtet werden.

Die Frist von 3 Tagen beginnt erst zu dem Zeitpunkt, zu dem alle für die Ausstellung des Reisepasses erforderlichen Dokumente bei der Gemeinde bzw. beim Amt für Reisepässe abgegeben wurden.

Wenn der Antragsteller bei der Beantragung des Reisepasses im Eilverfahren eine E-Mail-Adresse angibt, erhält er an diese eine Benachrichtigung, sobald der Pass abgeholt werden kann.

Wenn der Reisepass nicht innerhalb von 3 Werktagen produziert wurde, kann die Rückerstattung der Zusatzgebühr (100 € bei Pässen mit fünfjähriger Gültigkeit, 60 € bei Pässen, die 2 Jahre gültig sind) beantragt werden.

Entschädigungen als Ausgleich für eventuell entstandene Schäden sind ausgeschlossen.

Nicht gebietsansässige Luxemburger

Nicht gebietsansässige Luxemburger, die einen Reisepass im Eilverfahren beantragen möchten, müssen sich an das Amt für Reisepässe oder die für ihr Wohnsitzland akkreditierte diplomatische Vertretung Luxemburgs wenden.

Es sind die gleichen Dokumente vorzulegen wie beim klassischen Verfahren.

Wenn der Antrag im Amt für Reisepässe gestellt wird, besteht die Möglichkeit, direkt vor Ort mit Bankkarte zu bezahlen.

Der im Eilverfahren produzierte Reisepass kann 3 Werktage nach der Antragstellung und der Vorlage aller erforderlichen Dokumente abgeholt werden. Die Abholung erfolgt immer im Amt für Reisepässe, entweder durch den Passinhaber selbst oder durch die von ihm als abholberechtigt angegebene Person. Der Reisepass muss innerhalb von 6 Monaten nach Antragstellung abgeholt werden. Nach Ablauf dieser Frist kann er vernichtet werden.

Wenn der Antragsteller bei der Beantragung des Reisepasses im Eilverfahren eine E-Mail-Adresse angibt, erhält er an diese eine Benachrichtigung, sobald der Pass abgeholt werden kann.

Wenn der Reisepass nicht innerhalb von 3 Werktagen produziert wurde, kann die Rückerstattung der Zusatzgebühr (100 € bei Pässen mit fünfjähriger Gültigkeit, 60 € bei Pässen, die 2 Jahre gültig sind) beantragt werden.

Entschädigungen als Ausgleich für eventuell entstandene Schäden sind ausgeschlossen.

Beantragung eines Reisepasses für Minderjährige oder geschäftsunfähige Volljährige

Mündige Minderjährige

Mündige Minderjährige beantragen ihren Reisepass auf die gleiche Art wie erwachsene Antragsteller.

Nicht mündige Minderjährige

Die Beantragung des Reisepasses für ein nicht mündiges minderjähriges Kind erfolgt durch den sorgeberechtigten Elternteil oder gegebenenfalls durch den gesetzlichen Vormund (wenn eine Einrichtung das Sorgerecht hat, ist eine Vollmacht vorzulegen).

Der sorgeberechtigte Elternteil kann außerdem den nicht sorgeberechtigten Elternteil oder eine dritte Person bevollmächtigen, für das minderjährige Kind einen Reisepass zu beantragen. Hierzu muss er ein spezielles Formular ausfüllen und seine Unterschrift auf diesem Formular beglaubigen lassen.

Wenn der sorgeberechtigte Elternteil körperlich nicht in der Lage ist, den Antrag für das minderjährige Kind zu stellen, behält sich das Amt für Reisepässe das Recht vor, im Interesse des Kindes und der Eltern dem anderen Elternteil die Antragstellung zu gestatten, sollte die Situation dies erfordern.

Wenn der Antrag durch einen sorgeberechtigten Elternteil gestellt wird, der einen anderen üblichen Wohnsitz hat als das minderjährige Kind, können Nachweise über das Sorgerecht des Antragstellers verlangt werden. Sollten die angeforderten Nachweise nicht vorgelegt werden, wird der Passantrag abgelehnt.

Bei einer Scheidung oder einem laufenden Scheidungsverfahren muss der Antrag auf Ausstellung eines Reisepasses für das minderjährige Kind durch den Elternteil gestellt werden, dem per richterlicher Entscheidung oder per Gesetz das elterliche Sorgerecht zusteht. Wenn der Richter oder das Gesetz beiden Elternteilen die gemeinsame elterliche Sorge zuerkennt, sind beide berechtigt, den Antrag für das minderjährige Kind zu stellen.

Der gesetzliche Vertreter muss seine Berechtigung nachweisen.

Eventuell verlangte Nachweise sind in einer der Verwaltungssprachen Luxemburgs (Deutsch, Französisch, Luxemburgisch) einzureichen. In anderen Sprachen erstellte Dokumente müssen von einem im Großherzogtum Luxemburg vereidigten Übersetzer übersetzt werden.

Minderjährige Kinder, die keine Unterschrift leisten können, sind von der Unterschrift befreit (bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres wird keine Unterschrift erfasst). Ein entsprechender Vermerk wird auf der Seite für amtliche Vermerke eingetragen, die den für die Ausstellung zuständigen Behörden vorbehalten ist.

Wird der Reisepass für ein minderjähriges Kind bei einer diplomatischen Vertretung Luxemburgs beantragt, müssen folgende Dokumente vorgelegt werden:

  • ein Passbild neueren Datums (gemäß ICAO-Standards);
  • das Familienstammbuch;
  • bei Trennung oder Scheidung der Eltern: eine Kopie der Trennungs- oder Scheidungsurkunde, aus der hervorgeht, dass der Elternteil, der den Passantrag unterschrieben hat, das Sorgerecht für das Kind hat, oder eine Bestätigung der zuständigen Behörde des Wohnsitzes, dass das Kind unter derselben Anschrift wie dieser Elternteil lebt;
  • bei im Ausland geborenen Kindern: eine Kopie der Geburtsurkunde;
  • ein Nachweis über die Entrichtung der Gebühr.
In bestimmten Fällen (Neugeborene, getrenntes Sorgerecht, usw.) und bei bestimmten Vertretungen müssen zusätzliche Dokumente vorgelegt werden.

Der Reisepass minderjähriger Kinder wird entweder vom sorgeberechtigten Elternteil abgeholt, der den Antrag im Namen des Kindes gestellt hat, oder durch den nicht sorgeberechtigten Elternteil bzw. eine dritte Person, wenn diese als abholberechtigt angegeben wurden.

Wenn der sorgeberechtigte Elternteil/der gesetzliche Vormund das minderjährige Kind als abholberechtigt angegeben hat und das Kind mindestens 12 Jahre alt ist, kann es den Reisepass selbst abholen.

Die Namen des Elternteils bzw. der Elternteile des Kindes, für das der Reisepass ausgestellt wird, sowie die Namen des gesetzlichen Vertreters werden dort so eingetragen, wie sie im Nationalen Register natürlicher Personen erfasst sind bzw. in allen anderen Fällen auf Basis eines entsprechenden Nachweises.

Die Eintragung der elterlichen Sorge im Reisepass Minderjähriger wird nur auf Antrag eines oder beider Elternteile vorgenommen.

Geschäftsunfähige Volljährige

Der Antrag auf einen Reisepass für eine geschäftsunfähige, unter Vormundschaft stehende volljährige Person wird durch den Vormund gestellt. Handelt es sich bei dem Vormund um eine juristische Person, muss eine Vollmacht vorgelegt werden.

Der gesetzliche Vertreter muss seine Berechtigung nachweisen.

Eventuell verlangte Nachweise sind in einer der Verwaltungssprachen Luxemburgs (Deutsch, Französisch, Luxemburgisch) einzureichen. In anderen Sprachen erstellte Dokumente müssen von einem im Großherzogtum Luxemburg vereidigten Übersetzer übersetzt werden.

Erfassung der biometrischen Daten

Nach Überprüfung der Identität und der Staatsangehörigkeit des Antragstellers wird der Reisepassantrag auf Basis der Daten des Nationalen Registers der natürlichen Personen aufgenommen, und die biometrischen Merkmale werden erfasst, d.h.:

  • die Fingerabdrücke (flache Fingerabdrücke des linken und rechten Zeigefingers);
  • das Gesichtsbild;
  • die Unterschrift.

Diese Daten werden auf dem Chip des Reisepasses gespeichert, der außerdem folgende Angaben enthält:

  • die persönlichen Daten, die im Reisepass eingetragen sind;
  • die ausstellende Behörde und das Datum der Ausstellung des Reisepasses.

Diese Erfassung erfolgt mit speziellen Geräten. Folgende Personen sind von der Verpflichtung zur Abgabe ihrer Fingerabdrücke befreit:

  • Kinder unter 12 Jahren;
  • Personen, die körperlich nicht in der Lage sind, die Fingerabdrücke abzugeben.

Gegebenenfalls ist bei der Antragstellung ein entsprechendes ärztliches Attest vorzulegen.

Gültigkeit und Verlust oder Diebstahl eines Reisepasses

Die Gültigkeit des ausgestellten Reisepasses beträgt:

  • 2 Jahre bei Minderjährigen vor Vollendung des 4. Lebensjahres;
  • 5 Jahre bei Erwachsenen und Minderjährigen nach Vollendung des 4. Lebensjahres.

Der Inhaber (oder die von ihm als abholberechtigt angegebene Person) muss den Empfang des Reisepasses durch seine Unterschrift quittieren.

Reisepässe werden nicht verlängert. Bei Ablauf muss ein neuer Pass beantragt werden.

Verlust oder Diebstahl des Reisepasses

Der Verlust, der Diebstahl oder die Vernichtung eines Reisepasses sind der Polizei und dem Amt für Reisepässe schnellstmöglich zu melden.

Der Verlust, der Diebstahl oder die Zerstörung eines Reisepasses im Ausland sind der Polizei und einem luxemburgischen Konsulat bzw. einer luxemburgischen Botschaft (oder falls es kein(e) solche(s) gibt, einem belgischen Konsulat bzw. einer belgischen Botschaft) schnellstmöglich zu melden. Bei der luxemburgischen oder belgischen diplomatischen Vertretung kann ebenfalls die Ausstellung eines neuen Reisepasses beantragt werden. Ein von einer belgischen diplomatischen Vertretung ausgestellter Reisepass hat eine Gültigkeit von einem Jahr.

Dem Antrag auf Erhalt eines neuen Reisepasses in Luxemburg oder im Ausland ist eine von der Polizei erstellte Verlust-oder Diebstahlanzeige beizufügen.

Sobald ein Reisepass beim Amt für Reisepässe als verloren oder gestohlen gemeldet wurde, ist er ungültig.

Achtung: Wird der verlorene Reisepass wiedergefunden, darf er keinesfalls genutzt werden, sondern ist beim Amt für Reisepässe abzugeben. Verlorene Reisepässe werden an eine internationale Datenbank gemeldet, und die Nutzung eines dort registrierten Reisepasses kann zu schwerwiegenden Problemen führen.

Ausstellung eines zweiten Reisepasses

Niemand darf im Besitz von 2 Reisepässen sein, selbst wenn einer von ihnen abgelaufen ist. Ein neuer Reisepass wird erst dann ausgestellt, wenn der alte Reisepass zurückgegeben wurde bzw. bei Verlust oder Diebstahl die Verlust-/Diebstahlanzeige der zuständigen Behörde vorgelegt wurde.

In Ausnahmefällen kann luxemburgischen Staatsangehörigen aus nachgewiesenen beruflichen Gründen auf Antrag ein zweiter Reisepass ausgestellt werden. Die Gültigkeitsdauer beträgt 5 Jahre. In diesem Fall ist eine Gebühr von 50 Euro zu entrichten.

Anträge für einen zweiten Reisepass sind beim Amt für Reisepässe zu stellen und bedürfen dessen vorheriger Genehmigung.

Sobald ein Reisepass beim Amt für Reisepässe als verloren oder gestohlen gemeldet wurde, ist er ungültig.

Zuständige Kontaktstellen

Ministerium der Justiz
13, rue Erasme
Centre Administratif Pierre Werner / Kirchberg
L-2934 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel Staatsangehörigkeitsnachweis - (+352) 247-84532 / 88525; Einbürgerung – (+352) 247-84028 / 88521; Option – (+352) 247-84545 / 84051; Sekretariat – (+352) 247-84547 / 84538
Fax (+352) 26 20 27 59
E-Mail Nationalite@mj.public.lu

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag (außer an Feiertagen) von 8.30 bis 11.30 Uhr und von 14.30 bis 16.00 Uhr (spezielle Öffnungszeiten in der Weihnachtszeit und den Sommerferien)
Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten
43, boulevard Roosevelt
L-2450 - Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel (+352) 247-88300
Fax (+352) 22 29 07 oder (+352) 46 49 80 (Visa) ; (+352) 22 02 91 (Reisepässe)

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag von 8.30 bis 16.15 Uhr durchgehend